Ns-außenpolitik 1933 Bis 1939 Zeitstrahl
Die nationalsozialistische (NS-)Außenpolitik von 1933 bis 1939 ist ein düsteres Kapitel der Geschichte, das bis heute nachwirkt. Es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, nicht nur um die Vergangenheit zu verstehen, sondern auch um Lehren für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen. Viele Menschen finden dieses Thema komplex und überwältigend, besonders weil es so viele Details, Verträge und Persönlichkeiten umfasst. Dieser Leitfaden soll helfen, die Ereignisse von 1933 bis 1939 in einen klaren zeitlichen Rahmen zu setzen und die zugrundeliegenden Motive und Konsequenzen zu beleuchten.
Warum ist das wichtig? Weil die NS-Außenpolitik direkt zum Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust führte. Die Entscheidungen, die damals getroffen wurden, hatten verheerende Auswirkungen auf Millionen von Menschen. Zu verstehen, wie Hitler und die NSDAP ihre Macht ausbauten und ihre expansionistischen Ziele verfolgten, kann uns helfen, ähnliche Tendenzen in der heutigen Welt zu erkennen und zu verhindern.
Es gibt natürlich unterschiedliche Interpretationen der NS-Außenpolitik. Einige Historiker betonen die Rolle des Versailler Vertrags und die wirtschaftliche Notlage Deutschlands als treibende Kräfte, während andere den Fokus stärker auf Hitlers ideologische Überzeugungen und seine persönliche Aggression legen. Es ist wichtig, diese unterschiedlichen Perspektiven zu berücksichtigen, um ein umfassendes Bild zu erhalten. Keine dieser Erklärungen allein ist vollständig, aber jede trägt zum Verständnis der komplexen Ursachen des Zweiten Weltkriegs bei.
Wir werden uns nun einen chronologischen Überblick über die wichtigsten Ereignisse der NS-Außenpolitik von 1933 bis 1939 ansehen. Dabei werden wir versuchen, die komplexen Zusammenhänge einfach und verständlich darzustellen.
NS-Außenpolitik 1933-1939: Ein Zeitstrahl
1933: Der Beginn der Revision
Januar 1933: Adolf Hitler wird Reichskanzler. Dies markiert den Beginn der NS-Herrschaft und den Auftakt zu einer aggressiven Außenpolitik, die darauf abzielt, die Bestimmungen des Versailler Vertrags zu revidieren und Deutschlands Macht in Europa wiederherzustellen.
Oktober 1933: Deutschland tritt aus dem Völkerbund und der Abrüstungskonferenz aus. Dieser Schritt signalisiert Deutschlands Absicht, sich nicht an internationale Vereinbarungen zu halten und eine unabhängige Rüstungspolitik zu verfolgen. Dies ist ein klarer Bruch mit der Nachkriegsordnung und ein Signal an die anderen europäischen Mächte, dass Deutschland entschlossen ist, seinen eigenen Weg zu gehen.
1934: Erste Schritte zur Aufrüstung
Januar 1934: Deutsch-Polnischer Nichtangriffspakt. Dieser überraschende Pakt diente dazu, die anderen europäischen Mächte zu täuschen und Deutschland Zeit für die Aufrüstung zu verschaffen. Obwohl Polen ein potentielles Opfer der deutschen Expansion war, bot der Pakt beiden Seiten eine Atempause und ermöglichte es Hitler, sich auf andere Ziele zu konzentrieren. Es war ein taktischer Schachzug, um Misstrauen zu säen und die potentiellen Gegner Deutschlands zu spalten.
Juli 1934: Der "Juli-Putsch" in Österreich. Nationalsozialistische Kräfte versuchen, die österreichische Regierung zu stürzen und das Land an Deutschland anzuschließen (Anschluss). Der Putsch scheitert, aber er demonstriert Hitlers aggressive Absichten gegenüber Österreich und verschärft die Spannungen in Europa. Die Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß während des Putsches zeigt die Brutalität und Entschlossenheit der Nationalsozialisten.
1935: Offene Aufrüstung
März 1935: Die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland. Dies ist eine offene Verletzung des Versailler Vertrags und ein deutliches Zeichen für Deutschlands Aufrüstungsbestrebungen. Frankreich und Großbritannien protestieren zwar, unternehmen aber keine konkreten Maßnahmen, um Deutschland zu stoppen. Diese Untätigkeit ermutigt Hitler, seine aggressive Politik fortzusetzen.
Juni 1935: Deutsch-Britisches Flottenabkommen. Großbritannien erkennt Deutschlands Recht auf eine Flotte an, die 35% der britischen Flotte beträgt. Dies ist ein diplomatischer Erfolg für Hitler und ein Zeichen für die Appeasement-Politik Großbritanniens. Das Abkommen schwächte die Front gegen Deutschland und signalisierte Hitler, dass er mit wenig Widerstand rechnen konnte.
1936: Die Remilitarisierung des Rheinlands
März 1936: Die Remilitarisierung des Rheinlands. Deutsche Truppen marschieren in das entmilitarisierte Rheinland ein, was ebenfalls eine Verletzung des Versailler Vertrags darstellt. Frankreich und Großbritannien reagieren erneut nur mit Protesten. Dieser Erfolg bestärkt Hitler in seiner Überzeugung, dass er seine Ziele ohne Krieg erreichen kann.
Juli 1936: Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Deutschland unterstützt die nationalistischen Kräfte unter General Franco mit Waffen und Truppen. Der Spanische Bürgerkrieg dient als Testfeld für die deutsche Luftwaffe und zeigt die militärische Stärke Deutschlands. Es ist auch ein ideologischer Kampf gegen den Kommunismus, der Hitlers antikommunistische Agenda unterstützt.
1937: Expansionspläne werden offenkundig
November 1937: Die Hossbach-Niederschrift. In einer geheimen Besprechung legt Hitler seine Expansionspläne dar. Er beabsichtigt, Österreich und die Tschechoslowakei zu annektieren und Lebensraum im Osten zu gewinnen. Diese Niederschrift ist ein wichtiger Beweis für Hitlers aggressive Absichten und seine langfristigen Kriegsplanungen.
1938: Der "Anschluss" Österreichs und die Sudetenkrise
März 1938: Der "Anschluss" Österreichs. Unter dem Druck Deutschlands marschiert die deutsche Wehrmacht in Österreich ein und annektiert das Land. Der "Anschluss" wird von einem Großteil der österreichischen Bevölkerung begrüßt und von den anderen europäischen Mächten widerstandslos hingenommen. Dies ist ein weiterer großer Erfolg für Hitler und ein weiterer Schritt zur Verwirklichung seiner Expansionsziele.
September 1938: Die Sudetenkrise. Hitler fordert die Angliederung des Sudetenlandes, eines mehrheitlich von Deutschen bewohnten Gebiets in der Tschechoslowakei. Die Krise droht zu einem Krieg zu eskalieren. Die britische und französische Regierung versuchen, Hitler durch Verhandlungen zu beschwichtigen.
September 1938: Das Münchner Abkommen. Großbritannien, Frankreich und Italien stimmen der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland zu. Die Tschechoslowakei wird gezwungen, das Gebiet abzutreten. Das Münchner Abkommen ist ein Höhepunkt der Appeasement-Politik und wird später als schwerwiegender Fehler angesehen. Es gab Hitler die Möglichkeit, seine Macht weiter auszubauen und die Tschechoslowakei zu schwächen.
1939: Der Weg in den Krieg
März 1939: Die Besetzung der Rest-Tschechoslowakei. Deutschland bricht das Münchner Abkommen und besetzt die restliche Tschechoslowakei. Die Slowakei wird als Marionettenstaat unabhängig. Diese Aktion beweist, dass Hitler nicht an friedlichen Lösungen interessiert ist und dass seine Expansionspläne weiterreichen als ursprünglich angenommen.
März 1939: Das Memelland wird dem Deutschen Reich angegliedert. Unter dem Druck Deutschlands gibt Litauen das Memelland an Deutschland ab.
April 1939: Hitler kündigt den deutsch-polnischen Nichtangriffspakt von 1934 auf.
Mai 1939: Der "Stahlpakt" zwischen Deutschland und Italien. Ein Militärbündnis, das die Achse Berlin-Rom festigt.
August 1939: Der Hitler-Stalin-Pakt (Deutsch-Sowjetischer Nichtangriffspakt). Dieser Pakt überrascht die Welt. Er garantiert Deutschland die Neutralität der Sowjetunion im Falle eines Krieges gegen Polen und sichert Deutschland gleichzeitig den Zugang zu Rohstoffen aus der Sowjetunion. Ein geheimes Zusatzprotokoll sieht die Aufteilung Osteuropas in deutsche und sowjetische Einflusszonen vor.
September 1939: Der Überfall auf Polen. Deutschland greift Polen an, was den Beginn des Zweiten Weltkriegs markiert. Großbritannien und Frankreich erklären Deutschland den Krieg.
Es ist wichtig zu betonen, dass die NS-Außenpolitik nicht in einem Vakuum stattfand. Die Appeasement-Politik der Westmächte, die wirtschaftliche Notlage Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg und die ideologischen Überzeugungen Hitlers spielten alle eine Rolle bei der Eskalation der Ereignisse.
Die Ereignisse von 1933 bis 1939 zeigen, wie eine aggressive und expansionistische Politik, gepaart mit dem Versagen der internationalen Gemeinschaft, rechtzeitig zu reagieren, zu einer globalen Katastrophe führen kann. Die Lehren aus dieser Zeit sind von unschätzbarem Wert für die Bewältigung aktueller Herausforderungen und die Verhinderung zukünftiger Konflikte.
Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Geschichte nicht nur eine Sammlung von Fakten ist, sondern eine Erzählung über menschliches Handeln und dessen Konsequenzen. Indem wir die NS-Außenpolitik verstehen, können wir besser verstehen, wie Ideologien, Propaganda und politische Entscheidungen die Welt verändern können. Und wir können uns fragen, wie wir heute dazu beitragen können, eine friedlichere und gerechtere Welt zu schaffen.
Die NS-Außenpolitik von 1933 bis 1939 ist ein warnendes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn Hass, Aggression und Untätigkeit die Oberhand gewinnen. Die Aufarbeitung dieser dunklen Periode der Geschichte ist eine ständige Aufgabe, die uns alle betrifft. Sie hilft uns, wachsam zu bleiben und uns gegen jede Form von Diskriminierung und Gewalt zu stellen.
Welche Lehren ziehen Sie aus diesem Zeitstrahl der NS-Außenpolitik für unsere heutige Welt?
