Offenes Bein Wann Ins Krankenhaus
Ein offenes Bein (Ulcus cruris) ist eine chronische Wunde am Unterschenkel, die oft schlecht heilt. Wann ist es aber notwendig, mit einem offenen Bein ins Krankenhaus zu gehen? Das erklären wir hier Schritt für Schritt.
Was ist ein Offenes Bein?
Zuerst: Ein offenes Bein entsteht meist durch Durchblutungsstörungen in den Beinen. Das Blut kann nicht richtig zirkulieren, wodurch die Haut nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Es gibt auch andere Ursachen wie Diabetes oder Venenschwäche. Die Haut wird dünn, empfindlich und kann leicht aufreißen.
Wann zum Arzt – Wann ins Krankenhaus?
Ein Arztbesuch ist immer ratsam, wenn du ein offenes Bein entdeckst! Das Krankenhaus ist dann notwendig, wenn bestimmte Komplikationen auftreten. Wir unterscheiden hier zwischen dringenden und weniger dringenden Fällen.
Dringende Fälle (Sofort ins Krankenhaus):
1. Starke Schmerzen: Wenn die Schmerzen unerträglich sind und auch Schmerzmittel nicht helfen, solltest du sofort ins Krankenhaus. Das könnte ein Zeichen für eine tiefe Infektion sein.
Beispiel: Du hast seit Tagen Schmerzen, aber plötzlich werden sie so stark, dass du kaum laufen kannst und die Schmerzmittel nicht wirken.
2. Hohes Fieber: Fieber über 38,5°C in Verbindung mit einem offenen Bein ist ein Alarmsignal. Es deutet auf eine ernsthafte Infektion hin, die sich im Körper ausbreitet.
Beispiel: Du hast ein offenes Bein und fühlst dich schlapp. Du misst Fieber und es liegt bei 39°C.
3. Rötung und Schwellung, die sich schnell ausbreiten: Wenn die Haut um die Wunde herum stark gerötet ist und die Schwellung sich rasch vergrößert, könnte eine Blutvergiftung (Sepsis) vorliegen.
Beispiel: Gestern war die Rötung nur klein, heute bedeckt sie fast den ganzen Unterschenkel.
4. Eitrige oder übelriechende Wundsekretion: Eiter, besonders wenn er unangenehm riecht, ist ein sicheres Zeichen für eine bakterielle Infektion. Das muss schnell behandelt werden.
Beispiel: Aus der Wunde tritt eine gelblich-grüne Flüssigkeit aus, die stark riecht.
5. Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Bein: Wenn du plötzlich ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Bein verspürst, könnte das auf eine schwere Durchblutungsstörung hinweisen, die sofort behandelt werden muss.
Beispiel: Dein Fuß fühlt sich kalt an und du spürst ihn kaum noch.
Weniger Dringende Fälle (Arztbesuch innerhalb von 1-2 Tagen):
1. Zunehmende Schmerzen: Wenn die Schmerzen allmählich stärker werden, aber nicht unerträglich sind, solltest du zeitnah einen Arzt aufsuchen. Es könnte eine beginnende Infektion vorliegen.
Beispiel: Die Schmerzen sind stärker als letzte Woche, aber mit Schmerzmitteln noch erträglich.
2. Leichte Rötung und Schwellung: Eine leichte Rötung und Schwellung um die Wunde herum kann normal sein. Wenn sie aber zunimmt, ist ein Arztbesuch ratsam.
Beispiel: Die Haut um die Wunde ist leicht gerötet und geschwollen, aber es wird jeden Tag etwas schlimmer.
3. Keine Besserung trotz Behandlung: Wenn sich die Wunde trotz regelmäßiger Behandlung (Salben, Verbände) nach einigen Wochen nicht bessert oder sogar verschlechtert, solltest du dich erneut untersuchen lassen. Möglicherweise ist die Behandlung nicht ausreichend oder es liegen andere Ursachen vor.
Beispiel: Du benutzt seit vier Wochen Salbe und machst regelmäßig Verbände, aber die Wunde wird nicht kleiner.
Was passiert im Krankenhaus?
Im Krankenhaus wird das offene Bein gründlich untersucht. Es werden Abstriche genommen, um die Art der Bakterien zu bestimmen. Die Durchblutung wird überprüft. Je nach Befund werden verschiedene Behandlungen durchgeführt:
- Antibiotika: Bei einer Infektion werden Antibiotika gegeben.
- Wundreinigung: Die Wunde wird regelmäßig gereinigt und von abgestorbenem Gewebe befreit.
- Spezielle Verbände: Es werden spezielle Verbände verwendet, die die Heilung fördern.
- Operation: In manchen Fällen ist eine Operation notwendig, um die Durchblutung zu verbessern oder infiziertes Gewebe zu entfernen.
Wichtig:
Dieses Wissen dient nur zur Information. Bei Verdacht auf ein offenes Bein oder Komplikationen ist ein Arztbesuch unerlässlich. Er kann die richtige Diagnose stellen und die passende Behandlung einleiten.
Denke daran: Frühe Behandlung ist wichtig, um Komplikationen zu vermeiden und die Heilungschancen zu verbessern!
