Orale Phase Kind 7 Jahren
Was ist die orale Phase?
Die orale Phase ist ein Begriff aus der Psychoanalyse. Die Psychoanalyse wurde von Sigmund Freud entwickelt. Sie beschreibt die Entwicklung der menschlichen Psyche. Es gibt verschiedene Phasen in dieser Entwicklung.
Die orale Phase ist die erste dieser Phasen. Sie beginnt bei der Geburt. Sie dauert etwa bis zum 18. Lebensmonat. In dieser Zeit steht der Mund im Mittelpunkt. Das Baby erkundet die Welt vor allem mit dem Mund.
Stell dir ein Baby vor, das alles in den Mund steckt. Ein Spielzeug, die Finger, einfach alles! Das ist typisch für die orale Phase. Es ist ganz normal und wichtig für die Entwicklung.
Die orale Phase einfach erklärt
Man kann sich die orale Phase wie eine Art "Mund-Zeitalter" vorstellen. Der Mund ist die wichtigste Quelle für Befriedigung. Er bietet dem Baby Trost und Freude.
Denk an das Stillen oder die Flasche. Das Baby bekommt Nahrung. Es fühlt sich geborgen und sicher. Das Saugen selbst ist auch befriedigend. Es beruhigt das Baby.
Auch später, wenn das Baby feste Nahrung bekommt, bleibt der Mund wichtig. Das Kauen und Schmecken neuer Geschmäcker ist eine neue Erfahrung. Es hilft dem Baby, seine Umwelt zu entdecken.
Die Bedeutung für spätere Entwicklung
Die orale Phase ist mehr als nur Essen und Trinken. Sie legt den Grundstein für spätere Beziehungen. Sie beeinflusst das Vertrauen in andere Menschen. Sie hat auch Auswirkungen auf die Selbstständigkeit.
Wenn ein Baby in der oralen Phase gut versorgt wird, entwickelt es Urvertrauen. Das bedeutet, es lernt, dass es sich auf andere verlassen kann. Es fühlt sich sicher und geborgen. Es kann sich später leichter auf neue Beziehungen einlassen.
Wird ein Baby in dieser Phase vernachlässigt, kann es zu Problemen kommen. Es kann Misstrauen entwickeln. Es kann Schwierigkeiten haben, Beziehungen einzugehen. Es kann auch zu oralen Fixierungen kommen.
Was bedeutet "orale Fixierung"?
Eine orale Fixierung entsteht, wenn die Bedürfnisse in der oralen Phase nicht ausreichend befriedigt wurden. Das kann verschiedene Ursachen haben. Zum Beispiel zu frühes Abstillen oder eine unsichere Mutter-Kind-Beziehung.
Eine orale Fixierung kann sich im späteren Leben zeigen. Betroffene haben oft ein starkes Bedürfnis nach oralen Befriedigungen. Sie rauchen viel. Sie essen übermäßig. Sie kauen auf Stiften oder Nägeln.
Diese Verhaltensweisen sind oft ein Versuch, das fehlende Gefühl von Geborgenheit und Befriedigung aus der Kindheit nachzuholen. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Verhaltensweisen oft unbewusst ablaufen.
Die orale Phase und das 7-jährige Kind?
Die orale Phase dauert bis etwa zum 18. Lebensmonat. Ein 7-jähriges Kind befindet sich also längst in einer anderen Entwicklungsphase. Genauer gesagt in der Latenzzeit. In dieser Phase stehen soziale Kompetenzen und Lernen im Vordergrund.
Trotzdem kann die orale Phase Auswirkungen auf das Verhalten eines 7-jährigen Kindes haben. Wenn es in der oralen Phase Defizite gab, können sich diese zeigen. Zum Beispiel in Form von Ängstlichkeit oder Unsicherheit.
Es ist aber wichtig zu betonen: Nicht jedes Kind, das ab und zu am Daumen lutscht, hat eine orale Fixierung. Viele Kinder haben einfach noch Gewohnheiten aus der frühen Kindheit. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge.
Wichtig zu wissen
Die Psychoanalyse ist eine Theorie. Sie ist nicht unumstritten. Es gibt auch andere Erklärungsmodelle für die kindliche Entwicklung.
Die orale Phase ist nur ein Teil der gesamten Entwicklung. Viele Faktoren spielen eine Rolle. Dazu gehören die Gene, die Umwelt und die Erziehung.
Wenn du dir Sorgen um die Entwicklung eines Kindes machst, suche professionelle Hilfe. Ein Kinderarzt oder Psychologe kann dich beraten und unterstützen.
