Schwellung Am Hals Unter Dem Kiefer
Eine Schwellung am Hals unter dem Kiefer bezeichnet eine Vergrößerung oder Vorwölbung im Bereich des Halses, spezifisch unterhalb des Unterkiefers (Kinnlade).
Was verursacht eine Schwellung?
Mehrere Faktoren können zu einer solchen Schwellung führen. Es ist wichtig, die Ursache zu kennen, um die richtige Behandlung zu wählen.
1. Lymphknoten: Die häufigste Ursache sind geschwollene Lymphknoten. Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Organe, die Teil des Immunsystems sind. Sie filtern Lymphflüssigkeit und helfen, Infektionen zu bekämpfen. Bei einer Infektion im Kopf-, Hals- oder Mundbereich können sich die Lymphknoten in diesem Bereich vergrößern, um die Immunantwort zu verstärken.
Beispiel: Eine Erkältung, eine Halsentzündung, eine Zahninfektion oder ein Abszess im Mund können geschwollene Lymphknoten verursachen.
2. Infektionen: Neben den Lymphknoten selbst können auch andere Infektionen direkt zu einer Schwellung führen.
Beispiel: Eine Mumps-Infektion (Ziegenpeter) führt zu einer Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, die sich im Bereich unterhalb des Kiefers befinden.
3. Speicheldrüsenprobleme: Die Speicheldrüsen produzieren Speichel, der für die Verdauung wichtig ist. Entzündungen oder Blockaden der Speicheldrüsen können zu Schwellungen führen.
Beispiel: Ein Speichelstein, der einen Speichelgang blockiert, kann zu einer schmerzhaften Schwellung unter dem Kiefer führen, besonders nach dem Essen.
4. Zysten und Tumore: In seltenen Fällen können Zysten (flüssigkeitsgefüllte Säcke) oder Tumore (gut- oder bösartige Wucherungen) eine Schwellung am Hals verursachen.
Beispiel: Eine Zyste im Bereich der Zunge oder des Halses kann langsam wachsen und schließlich als Schwellung sichtbar werden.
5. Andere Ursachen: Seltenere Ursachen können sein: Verletzungen, allergische Reaktionen oder bestimmte Autoimmunerkrankungen.
Wann zum Arzt?
Eine Schwellung am Hals unter dem Kiefer sollte von einem Arzt untersucht werden, besonders wenn:
- Die Schwellung plötzlich auftritt und schnell wächst.
- Die Schwellung schmerzhaft ist und mit Fieber einhergeht.
- Die Schwellung länger als zwei Wochen anhält.
- Weitere Symptome wie Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Gewichtsverlust auftreten.
- Die Schwellung hart und unbeweglich ist.
Was macht der Arzt?
Der Arzt wird die Anamnese erheben (Fragen zu den Symptomen und der Krankengeschichte stellen) und eine körperliche Untersuchung durchführen. Er wird die Schwellung abtasten, um ihre Größe, Konsistenz und Beweglichkeit zu beurteilen.
Zusätzlich können folgende Untersuchungen notwendig sein:
- Blutuntersuchung: Um Infektionen oder andere Erkrankungen auszuschließen.
- Ultraschalluntersuchung: Um die Struktur der Schwellung darzustellen.
- Feinnadelaspiration: Eine kleine Gewebeprobe wird entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.
- Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT): Für eine detailliertere Darstellung der Strukturen im Halsbereich.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache der Schwellung ab.
- Infektionen: Antibiotika bei bakteriellen Infektionen, antivirale Medikamente bei viralen Infektionen.
- Speicheldrüsenprobleme: Manchmal reicht es aus, viel zu trinken und saure Bonbons zu lutschen, um die Speichelproduktion anzuregen. In manchen Fällen ist eine Operation zur Entfernung von Speichelsteinen notwendig.
- Zysten und Tumore: Operation, Strahlentherapie oder Chemotherapie, je nach Art und Größe des Tumors.
Es ist wichtig, die ärztlichen Anweisungen genau zu befolgen und regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen.
