Sehnenscheidenentzündung Hand Kühlen Oder Wärmen
Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?
Stell dir vor, deine Sehnen sind wie kleine Seile. Sie verbinden deine Muskeln mit deinen Knochen. Damit diese Seile reibungslos gleiten können, sind sie von einer Art Tunnel umgeben – der Sehnenscheide.
Eine Sehnenscheidenentzündung, medizinisch Tendovaginitis, ist eine Entzündung dieser Sehnenscheide. Das bedeutet, der Tunnel entzündet sich, schwillt an und reibt an der Sehne. Das führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Denk an einen Fahrradzug. Wenn der Zug verrostet oder verschmutzt ist, gleitet er nicht mehr leicht im Gehäuse. Ähnlich verhält es sich bei einer Sehnenscheidenentzündung.
Ursachen einer Sehnenscheidenentzündung
Oft entsteht eine Sehnenscheidenentzündung durch Überlastung. Das passiert, wenn du eine bestimmte Bewegung immer wieder ausführst. Das kann Tippen am Computer, langes Schreiben von Hand oder auch bestimmte Sportarten sein.
Auch Fehlhaltungen können eine Rolle spielen. Wenn du zum Beispiel beim Tippen eine unnatürliche Handhaltung einnimmst, kann das die Sehnen belasten. Das gilt auch für schwere körperliche Arbeit, wo man nicht auf korrekte Ausführung achtet.
Manchmal sind auch andere Faktoren beteiligt. Dazu gehören rheumatische Erkrankungen oder Verletzungen, die eine Entzündung begünstigen können. In seltenen Fällen kann auch eine bakterielle Infektion die Ursache sein.
Symptome einer Sehnenscheidenentzündung
Das Hauptsymptom ist Schmerz. Dieser kann sich schleichend entwickeln oder plötzlich auftreten. Oft ist der Schmerz bei Bewegung stärker und lässt in Ruhe nach.
Auch eine Schwellung und Rötung im betroffenen Bereich sind typisch. Manchmal ist auch ein Knirschen oder Reiben spürbar, wenn du die Sehne bewegst. Das nennt man auch Schneeballknistern.
Bei einer Sehnenscheidenentzündung der Hand kann es schwerfallen, eine Faust zu machen oder Gegenstände festzuhalten. Die Bewegung ist einfach eingeschränkt und schmerzt.
Kühlen oder Wärmen bei Sehnenscheidenentzündung?
Die Frage, ob man kühlen oder wärmen soll, ist bei einer akuten Sehnenscheidenentzündung entscheidend. In der akuten Phase, also kurz nach dem Auftreten der Symptome, ist Kühlen die bessere Wahl. Kühlung wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd.
Durch das Kühlen werden die Blutgefäße verengt. Das reduziert die Durchblutung im entzündeten Bereich. Dadurch wird die Schwellung reduziert und der Schmerz gelindert. Du kannst zum Beispiel Kühlpacks oder Eisbeutel verwenden. Wichtig ist, dass du das Eis nicht direkt auf die Haut legst, sondern ein Tuch dazwischen legst.
Wärme kann bei chronischen Beschwerden hilfreich sein. Wenn die Entzündung schon länger besteht und der Schmerz eher dumpf ist, kann Wärme die Durchblutung fördern und die Muskeln entspannen. Du kannst zum Beispiel ein warmes Bad nehmen oder eine Wärmflasche verwenden. Auch hier gilt: Nicht zu heiß!
Beispiele für Kühlung und Wärmeanwendung
Kühlen: Du hast nach einem langen Tag am Computer Schmerzen im Handgelenk. Es ist leicht geschwollen und gerötet. Hier ist ein Kühlpack für 15-20 Minuten ideal. Wiederhole das mehrmals täglich.
Wärmen: Du hast schon seit Wochen immer wieder Schmerzen im Handgelenk. Sie sind nicht so stark wie am Anfang, aber immer noch unangenehm. Ein warmes Bad oder eine leichte Massage mit einer wärmenden Salbe kann helfen.
Wichtige Hinweise
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Wenn du unter einer Sehnenscheidenentzündung leidest, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Er kann die Diagnose stellen und die richtige Behandlung empfehlen.
Neben Kühlen oder Wärmen ist es wichtig, die betroffene Hand zu schonen. Vermeide die auslösende Tätigkeit oder passe sie an. Auch Dehnübungen und Kräftigungsübungen können helfen, die Beschwerden zu lindern und vorzubeugen.
Denk daran, auf deinen Körper zu hören und rechtzeitig Pausen einzulegen. So kannst du einer Sehnenscheidenentzündung vorbeugen und deine Hände gesund halten.
