Symbiose Von Pilzen Und Algen
Was ist eine Symbiose?
Eine Symbiose ist eine enge und langfristige Wechselbeziehung zwischen zwei verschiedenen Arten von Organismen. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "zusammen leben". Es gibt verschiedene Arten von Symbiosen. Manche sind für beide Partner vorteilhaft, andere nur für einen, und wieder andere können sogar schädlich sein.
Ein Beispiel für eine vorteilhafte Symbiose ist die zwischen Blütenpflanzen und Bestäubern wie Bienen. Die Bienen bekommen Nektar und Pollen, die sie als Nahrung nutzen. Die Pflanzen werden bestäubt und können sich fortpflanzen. Beide profitieren also von der Beziehung.
Was sind Pilze?
Pilze sind Lebewesen, die zu einem eigenen Reich gehören, dem Reich der Pilze. Sie sind weder Pflanzen noch Tiere. Pilze sind heterotroph, das bedeutet, sie können ihre eigene Nahrung nicht selbst herstellen. Sie müssen sie aus ihrer Umgebung beziehen, oft indem sie organisches Material abbauen.
Die meisten Pilze bestehen aus feinen Fäden, den sogenannten Hyphen. Diese Hyphen bilden ein Netzwerk, das Myzel genannt wird. Das Myzel kann sich im Boden, im Holz oder in anderen Substraten ausbreiten. Manche Pilze bilden auch Fruchtkörper, die wir als Pilze kennen und die der Fortpflanzung dienen.
Was sind Algen?
Algen sind eine sehr vielfältige Gruppe von Organismen. Die meisten Algen sind aquatisch, das heißt, sie leben im Wasser. Sie können einzellig oder mehrzellig sein. Algen sind autotroph, das bedeutet, sie können ihre eigene Nahrung durch Photosynthese herstellen.
Bei der Photosynthese nutzen Algen Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid, um Zucker und Sauerstoff zu produzieren. Sie enthalten Chlorophyll, das ihnen ihre grüne Farbe verleiht und für die Photosynthese unerlässlich ist. Algen spielen eine wichtige Rolle in aquatischen Ökosystemen, da sie Sauerstoff produzieren und die Basis vieler Nahrungsketten bilden.
Die Symbiose zwischen Pilzen und Algen: Flechten
Eine besonders faszinierende Symbiose ist die zwischen Pilzen und Algen. Diese Symbiose bildet Flechten. Eine Flechte ist also kein einzelner Organismus, sondern eine Lebensgemeinschaft aus einem Pilz und einer Alge (oder manchmal auch Cyanobakterien).
Der Pilzpartner, meist ein Ascomycet, bildet das Gerüst der Flechte. Er schützt die Algen vor Austrocknung und starker Sonneneinstrahlung. Er nimmt auch Wasser und Nährstoffe aus der Umgebung auf. Die Alge, oft eine Grünalge, betreibt Photosynthese und produziert Zucker, die der Pilz als Nahrung nutzt.
Wie funktioniert die Symbiose in Flechten?
Die Beziehung in einer Flechte ist in der Regel mutualistisch, das heißt, beide Partner profitieren davon. Der Pilz erhält Nahrung von der Alge, und die Alge erhält Schutz und einen Lebensraum vom Pilz. Die Alge ist in der Lage, in Lebensräumen zu überleben, in denen sie allein nicht überleben könnte, da der Pilz sie vor extremen Bedingungen schützt.
Die räumliche Anordnung der beiden Partner in einer Flechte ist sehr spezifisch. Die Algenzellen sind in der Regel in einer Schicht innerhalb des Pilzgerüsts eingebettet. Diese Schicht ist oft gut geschützt, aber dennoch dem Sonnenlicht zugänglich, das für die Photosynthese benötigt wird. Der Pilz kann die Algenzellen auch mit Wasser und Nährstoffen versorgen.
Bedeutung und Anwendung von Flechten
Flechten sind sehr widerstandsfähige Organismen. Sie können in extremen Umgebungen überleben, wie z.B. auf Felsen, Bäumen oder in der Arktis. Sie sind oft die ersten Lebewesen, die neue Lebensräume besiedeln, was sie zu wichtigen Pionierorganismen macht. Flechten spielen eine wichtige Rolle bei der Verwitterung von Gestein und der Bildung von Böden.
Flechten werden auch als Bioindikatoren verwendet. Das bedeutet, dass sie empfindlich auf Umweltverschmutzung reagieren und daher als Frühwarnsystem für Umweltprobleme dienen können. Bestimmte Flechtenarten sind besonders empfindlich auf Luftverschmutzung, insbesondere auf Schwefeldioxid. Ihr Fehlen oder ihr schlechter Zustand kann ein Zeichen für eine hohe Belastung mit Schadstoffen sein.
Darüber hinaus werden Flechten in einigen Kulturen als Nahrungsmittel, Medizin oder zur Herstellung von Farbstoffen verwendet. Ihre Inhaltsstoffe werden erforscht für potenzielle medizinische Anwendungen, beispielsweise in der Antibiotika-Forschung.
