Systolischer Und Diastolischer Wert Weit Auseinander
Was bedeuten systolischer und diastolischer Blutdruck?
Blutdruck ist ein wichtiger Indikator für Ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit. Er wird mit zwei Zahlen gemessen: dem systolischen und dem diastolischen Wert. Beide Werte sind wichtig, um den allgemeinen Zustand Ihres Herzens und Ihrer Blutgefäße zu beurteilen. Sie werden in Millimetern Quecksilbersäule (mmHg) angegeben.
Der systolische Blutdruck ist der obere Wert. Er misst den Druck in Ihren Arterien, wenn Ihr Herz schlägt und Blut in den Körper pumpt. Stell dir vor, dein Herz ist eine Pumpe, die das Blut durch den Körper befördert. Der systolische Wert gibt an, wie stark diese Pumpe drückt. Ein gesunder systolischer Wert liegt typischerweise unter 120 mmHg.
Der diastolische Blutdruck ist der untere Wert. Er misst den Druck in Ihren Arterien zwischen den Herzschlägen, wenn Ihr Herz sich entspannt und mit Blut füllt. Während der systolische Wert die "Arbeit" des Herzens misst, gibt der diastolische Wert Aufschluss darüber, wie "entspannt" die Blutgefäße sind. Ein gesunder diastolischer Wert liegt typischerweise unter 80 mmHg.
Was bedeutet ein großer Unterschied zwischen systolischem und diastolischem Wert?
Ein großer Unterschied zwischen dem systolischen und diastolischen Blutdruck wird als erhöhter Pulsdruck bezeichnet. Dies tritt auf, wenn der systolische Wert sehr hoch und/oder der diastolische Wert sehr niedrig ist. Dieser Unterschied kann auf verschiedene gesundheitliche Probleme hinweisen. Ein normaler Pulsdruck liegt typischerweise zwischen 40 und 60 mmHg.
Ein Beispiel: Jemand hat einen Blutdruck von 160/70 mmHg. Der Pulsdruck beträgt hier 90 mmHg (160 - 70 = 90). Das wäre ein erhöhter Pulsdruck. Ein anderer Patient hat einen Blutdruck von 120/80 mmHg. Hier beträgt der Pulsdruck 40 mmHg, was im normalen Bereich liegt.
Mögliche Ursachen für einen weiten Abstand
Ein erhöhter Pulsdruck kann verschiedene Ursachen haben. Eine häufige Ursache ist die Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Dabei verhärten und versteifen sich die Arterien, was den systolischen Blutdruck erhöht und den diastolischen Blutdruck senkt. Die steifen Arterien können sich nicht mehr so gut ausdehnen und zusammenziehen.
Auch eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann zu einem erhöhten Pulsdruck führen. Die Schilddrüse produziert Hormone, die den Stoffwechsel beeinflussen. Eine Überfunktion kann das Herz schneller schlagen lassen und den Blutdruck erhöhen. Weitere mögliche Ursachen sind Anämie, Herzklappenfehler und bestimmte Medikamente.
Risiken und Folgen
Ein dauerhaft erhöhter Pulsdruck kann das Risiko für verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Dazu gehören unter anderem Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Nierenschäden. Der erhöhte Druck belastet das Herz und die Blutgefäße zusätzlich. Es ist daher wichtig, einen erhöhten Pulsdruck ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen.
Besonders ältere Menschen sind häufiger von einem erhöhten Pulsdruck betroffen. Mit zunehmendem Alter verlieren die Arterien an Elastizität, was zu einer Erhöhung des systolischen Blutdrucks führt. Es ist daher ratsam, regelmäßig den Blutdruck zu messen, besonders im Alter.
Was kann man tun?
Wenn bei Ihnen ein erhöhter Pulsdruck festgestellt wurde, sollten Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen. Der Arzt kann die Ursache ermitteln und eine geeignete Behandlung empfehlen. Diese kann beispielsweise eine medikamentöse Therapie zur Senkung des Blutdrucks umfassen.
Neben der medikamentösen Therapie gibt es auch verschiedene Lebensstiländerungen, die helfen können, den Blutdruck zu senken. Dazu gehören eine gesunde Ernährung mit wenig Salz, regelmäßige Bewegung, Gewichtsreduktion bei Übergewicht, der Verzicht auf Rauchen und ein moderater Alkoholkonsum. Diese Maßnahmen können auch präventiv wirken.
Die regelmäßige Blutdruckmessung zu Hause kann helfen, den Blutdruck im Auge zu behalten und Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wie oft und wann Sie Ihren Blutdruck messen sollten. Ein Blutdruckpass kann helfen, die Werte zu dokumentieren und dem Arzt einen Überblick zu geben.
