Trommelfell Geplatzt Wie Merkt Man Das
Ein Trommelfellriss, medizinisch auch Trommelfellperforation genannt, bezeichnet ein Loch oder einen Riss im Trommelfell. Das Trommelfell ist eine dünne Membran im Ohr, die Schallwellen empfängt und an die Gehörknöchelchen weiterleitet. Ein Riss beeinträchtigt diese Funktion. Die Folge können Hörverlust und ein erhöhtes Infektionsrisiko sein.
Wie merkt man, dass das Trommelfell geplatzt ist? Typische Symptome sind plötzlich auftretende, stechende Schmerzen im Ohr. Oftmals geht dies mit einem Druckgefühl und einem Knallgeräusch einher. Der Schmerz kann schnell wieder abklingen, was aber nicht bedeutet, dass das Problem behoben ist.
Weitere Anzeichen können Hörverlust oder eine Veränderung des Hörvermögens sein. Dies kann sich als dumpfes Hören oder Schwierigkeiten beim Verstehen von Gesprächen äußern. Es kann auch zu Ohrgeräuschen (Tinnitus) kommen. Aus dem Ohr kann Flüssigkeit austreten, die klar, blutig oder eitrig sein kann.
Auch Schwindel ist ein mögliches Symptom. Dies liegt daran, dass das Innenohr, das für das Gleichgewicht zuständig ist, in direkter Verbindung zum Mittelohr steht. Ein Riss im Trommelfell kann diese Verbindung stören und Schwindel verursachen. Die genannten Symptome müssen nicht alle gleichzeitig auftreten.
Die Ursachen für einen Trommelfellriss sind vielfältig. Häufige Gründe sind Infektionen des Mittelohrs (Otitis media). Der dadurch entstehende Druck kann das Trommelfell zum Platzen bringen. Auch Verletzungen, beispielsweise durch das Einführen von Gegenständen wie Wattestäbchen, können einen Riss verursachen.
Druckveränderungen, beispielsweise beim Tauchen oder Fliegen (Barotrauma), können ebenfalls zum Trommelfellriss führen. Laute Geräusche, wie Explosionen oder Schüsse, können das Trommelfell schädigen. Seltener sind Verletzungen durch einen Schlag auf das Ohr oder Fremdkörper im Ohr die Ursache.
Ein Beispiel: Jemand reinigt seine Ohren mit einem Wattestäbchen und spürt plötzlich einen stechenden Schmerz im Ohr. Danach hört er schlechter und bemerkt ein leichtes Klingeln im Ohr. Ein weiteres Beispiel: Ein Taucher taucht zu schnell auf und verspürt einen starken Druck im Ohr, gefolgt von einem Knall und Schwindel.
Die Behandlung eines Trommelfellrisses hängt von der Größe und Ursache des Risses ab. In vielen Fällen heilt ein kleiner Riss von selbst innerhalb weniger Wochen. Es ist wichtig, das Ohr trocken zu halten und vor Infektionen zu schützen. Ohrentropfen mit Antibiotika können verschrieben werden, um Infektionen vorzubeugen.
Bei größeren Rissen oder wenn der Riss nicht von selbst heilt, kann eine Operation notwendig sein. Dabei wird das Trommelfell mit einem kleinen Transplantat verschlossen. Das Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung des Hörvermögens und die Vermeidung von Komplikationen wie chronischen Infektionen.
In der Praxis ist es wichtig, bei Verdacht auf einen Trommelfellriss umgehend einen Arzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können langfristige Schäden vermeiden. Vermeiden Sie es, selbst am Ohr zu manipulieren. Schützen Sie das Ohr vor Wasser und Lärm, bis der Arzt die Heilung bestätigt hat.
