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übernimmt Ein Eileiter Die Funktion Des Anderen


übernimmt Ein Eileiter Die Funktion Des Anderen

Kann ein Eileiter die Funktion des anderen übernehmen? Kurz gesagt: Nein, aber teilweise kompensieren. Lass uns das genauer anschauen.

Was ist ein Eileiter? Der Eileiter, auch Tuba uterina genannt, ist ein dünner Schlauch. Frauen haben zwei davon. Sie verbinden die Eierstöcke mit der Gebärmutter. Jeder Eileiter liegt in der Nähe eines Eierstocks. Seine Aufgabe ist es, die Eizelle nach dem Eisprung aufzufangen und zur Gebärmutter zu transportieren.

Was passiert beim Eisprung? Jeden Monat reift in einem der beiden Eierstöcke eine Eizelle. Dieser Prozess heißt Eisprung oder Ovulation. Der Eileiter, der dem Eierstock am nächsten liegt, fängt die freigesetzte Eizelle auf. Im Eileiter kann die Eizelle befruchtet werden. Dann wandert sie weiter in die Gebärmutter, wo sie sich idealerweise einnistet.

Warum kann ein Eileiter die Funktion des anderen *nicht* komplett übernehmen?

Jeder Eileiter ist für den Eierstock auf seiner Seite zuständig. Stell dir vor, du hast zwei Hände. Jede Hand greift eher nach Dingen auf ihrer Seite. Genauso ist es mit den Eileitern und Eierstöcken. Sie arbeiten normalerweise seitengetrennt.

Wenn ein Eileiter entfernt oder beschädigt ist, funktioniert er nicht mehr richtig. Der andere Eileiter kann nicht plötzlich die Eizellen vom anderen Eierstock "einfangen". Das ist physikalisch unmöglich. Er kann nicht über die Körpermitte greifen. Der Weg ist zu weit und die Eizelle zu empfindlich.

Wie kann es trotzdem zu einer Schwangerschaft kommen, wenn nur ein Eileiter funktioniert?

Obwohl ein Eileiter nicht die Funktion des anderen vollständig übernehmen kann, gibt es verschiedene Szenarien, in denen eine Schwangerschaft möglich ist:

  • Eierstöcke wechseln sich ab: Nicht jeder Eierstock gibt jeden Monat eine Eizelle ab. Oft wechseln sie sich ab. Wenn der Eileiter auf der Seite des aktiven Eierstocks intakt ist, kann die Frau schwanger werden.
  • Transmigration: In seltenen Fällen kann eine Eizelle vom Eierstock auf der einen Seite auf die andere Seite "wandern". Das nennt man Transmigration. Der intakte Eileiter fängt sie dann auf. Dieser Fall ist aber eher unwahrscheinlich.
  • Künstliche Befruchtung (IVF): Bei einer IVF werden die Eizellen direkt aus den Eierstöcken entnommen. Die Befruchtung findet im Labor statt. Dann wird die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter eingesetzt. Die Eileiter spielen dabei keine Rolle mehr.

Beispiel: Eine Frau hat nur noch einen funktionierenden Eileiter auf der linken Seite. Ihr linker Eierstock produziert im Januar eine Eizelle. Der Eileiter fängt sie auf, und es kommt zu einer Befruchtung. Im Februar ist der rechte Eierstock aktiv. Wenn der linke Eileiter die Eizelle nicht auffangen kann (Transmigration), wird es wahrscheinlich keine Schwangerschaft geben. Im März ist wieder der linke Eierstock dran – die Chance auf eine Schwangerschaft steigt wieder.

Fazit

Ein Eileiter kann nicht die Aufgaben des anderen vollständig übernehmen. Die Eileiter arbeiten seitengetrennt. Trotzdem kann es zu einer Schwangerschaft kommen, wenn nur ein Eileiter funktioniert. Dies hängt vom Eisprung und seltenen Fällen von Transmigration ab. Künstliche Befruchtung umgeht die Eileiter vollständig.

Sprich immer mit deinem Arzt, wenn du Fragen zu deiner Fruchtbarkeit hast!

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