übungen Gegen Thrombose Im Bett
Schwere Beine, Schwellungen, ein unangenehmes Spannungsgefühl – das sind nur einige Symptome, die auf eine Thrombose hindeuten können. Während die Vorstellung einer Thrombose oft mit langen Flugreisen oder Operationen verbunden wird, ist vielen nicht bewusst, dass auch längere Bettruhe, beispielsweise durch Krankheit oder Verletzung, das Risiko erhöhen kann. Diese Anleitung richtet sich an alle, die bettlägerig sind oder aus anderen Gründen viel Zeit im Liegen verbringen und präventive Maßnahmen gegen Thrombose ergreifen möchten. Wir zeigen Ihnen einfache, aber effektive Übungen, die Sie direkt im Bett durchführen können, um Ihre Durchblutung anzukurbeln und das Risiko einer Thrombose zu minimieren.
Warum Thrombose-Prophylaxe im Bett wichtig ist
Eine Thrombose entsteht, wenn sich ein Blutgerinnsel in einer Vene bildet, meist in den tiefen Beinvenen. Längere Inaktivität, wie sie bei Bettruhe vorkommt, verlangsamt den Blutfluss und begünstigt die Bildung solcher Gerinnsel. Dies kann schwerwiegende Folgen haben, von lokalen Beschwerden bis hin zu einer potenziell lebensbedrohlichen Lungenembolie, bei der sich das Gerinnsel löst und in die Lunge wandert. Deshalb ist es so wichtig, auch im Liegen aktiv zu bleiben und die Durchblutung zu fördern.
Die Risikofaktoren im Blick
Neben längerer Inaktivität gibt es weitere Faktoren, die das Thromboserisiko erhöhen können:
- Alter (über 60 Jahre)
- Übergewicht
- Rauchen
- Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. die Pille)
- Schwangerschaft und Wochenbett
- Vorherige Thrombosen oder Lungenembolien
- Bestimmte Erkrankungen (z.B. Krebs, Herzerkrankungen)
Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, ist es umso wichtiger, präventive Maßnahmen zu ergreifen und mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über zusätzliche Möglichkeiten der Thromboseprophylaxe zu sprechen. Dies kann beispielsweise die Verordnung von gerinnungshemmenden Medikamenten (Blutverdünnern) umfassen.
Einfache Übungen zur Thrombose-Prophylaxe im Bett
Diese Übungen können Sie mehrmals täglich durchführen, idealerweise alle ein bis zwei Stunden, um Ihre Durchblutung anzukurbeln. Achten Sie darauf, dass Sie sich dabei wohlfühlen und die Übungen nicht übertreiben. Wenn Sie Schmerzen verspüren, brechen Sie die Übung ab und konsultieren Sie Ihren Arzt.
1. Fußwippen (Zehen und Fersen heben)
Diese Übung ist besonders einfach und effektiv. Legen Sie sich flach auf den Rücken und winkeln Sie Ihre Beine leicht an.
- Zehen heben: Ziehen Sie Ihre Zehen so weit wie möglich in Richtung Schienbein, während Ihre Fersen auf dem Bett bleiben. Halten Sie diese Position kurz und senken Sie die Zehen dann wieder ab.
- Fersen heben: Heben Sie nun Ihre Fersen an, während Ihre Zehen auf dem Bett bleiben. Spüren Sie, wie sich die Wadenmuskulatur anspannt. Halten Sie die Position kurz und senken Sie die Fersen wieder ab.
Wiederholen Sie diese Übung 10-15 Mal pro Bein. Sie können diese Übung auch abwechselnd durchführen, also erst die Zehen heben und senken, dann die Fersen. Denken Sie daran, dass die Wadenmuskulatur als "Muskelpumpe" fungiert und den Blutfluss zurück zum Herzen unterstützt. Regelmäßiges Fußwippen aktiviert diese Pumpe und beugt somit einer Thrombose vor.
2. Fußkreisen
Auch diese Übung lässt sich problemlos im Liegen durchführen. Strecken Sie Ihre Beine aus oder winkeln Sie sie leicht an.
- Kreisen: Kreisen Sie Ihre Füße abwechselnd oder gleichzeitig in beide Richtungen – zuerst im Uhrzeigersinn, dann gegen den Uhrzeigersinn. Machen Sie dabei möglichst große Kreise.
Wiederholen Sie diese Übung 10-15 Mal pro Fuß in jede Richtung. Achten Sie darauf, dass die Bewegung aus dem Sprunggelenk kommt und nicht aus dem Knie. Diese Übung fördert die Durchblutung in den Füßen und Unterschenkeln und lockert die Gelenke.
3. Bein anziehen und strecken
Diese Übung mobilisiert die Beinmuskulatur und fördert die Durchblutung in den Oberschenkeln. Legen Sie sich auf den Rücken.
- Anziehen: Ziehen Sie ein Bein langsam in Richtung Brust, indem Sie es im Knie beugen. Umfassen Sie Ihr Knie mit den Händen oder legen Sie Ihre Hände auf den Oberschenkel.
- Strecken: Strecken Sie das Bein langsam wieder aus.
Wiederholen Sie diese Übung 10-15 Mal pro Bein. Achten Sie darauf, dass Sie die Bewegung langsam und kontrolliert ausführen und den Rücken dabei gerade halten. Diese Übung dehnt auch leicht die Hüftbeugemuskulatur.
4. Gesäß anspannen und entspannen
Diese Übung kräftigt die Gesäßmuskulatur und kann im Liegen durchgeführt werden. Sie trägt zur Stabilisierung des Beckens bei.
- Anspannen: Spannen Sie Ihre Gesäßmuskeln fest an, als ob Sie eine Münze zwischen Ihren Pobacken festhalten wollten.
- Halten: Halten Sie die Spannung für einige Sekunden.
- Entspannen: Lassen Sie die Muskeln wieder locker.
Wiederholen Sie diese Übung 10-15 Mal. Sie können diese Übung auch mit anderen Übungen kombinieren, beispielsweise während Sie die Fußwippen ausführen. Eine starke Gesäßmuskulatur unterstützt die Venenfunktion und hilft, das Blut zurück zum Herzen zu transportieren.
5. Armkreisen
Auch die Arme sollten nicht vergessen werden. Das Armkreisen fördert die Durchblutung und Beweglichkeit der Schultern.
- Kreisen: Kreisen Sie Ihre Arme abwechselnd oder gleichzeitig vorwärts und rückwärts. Machen Sie dabei möglichst große Kreise.
Wiederholen Sie diese Übung 10-15 Mal pro Arm in jede Richtung. Achten Sie darauf, dass Sie die Bewegung kontrolliert ausführen und nicht mit Schwung arbeiten.
Weitere Tipps zur Thrombose-Prophylaxe im Bett
Neben den Übungen gibt es noch weitere Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihr Thromboserisiko zu senken:
- Ausreichend trinken: Achten Sie darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen (mindestens 1,5 Liter pro Tag), um das Blut flüssig zu halten. Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Säfte sind ideal.
- Beine hochlagern: Lagern Sie Ihre Beine mehrmals täglich für 15-20 Minuten hoch, um den venösen Rückfluss zu fördern.
- Kompressionsstrümpfe: Wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen Kompressionsstrümpfe verordnet hat, tragen Sie diese regelmäßig. Sie unterstützen die Venenfunktion und beugen Schwellungen vor.
- Bewegung: Auch wenn Sie bettlägerig sind, versuchen Sie, sich so viel wie möglich zu bewegen. Verändern Sie Ihre Position im Bett regelmäßig und versuchen Sie, aufzustehen, sobald es Ihnen möglich ist.
- Medikamente: Wenn Ihr Arzt Ihnen gerinnungshemmende Medikamente verschrieben hat, nehmen Sie diese regelmäßig und gemäß den Anweisungen ein.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten
Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn Sie folgende Symptome bemerken, da diese auf eine Thrombose hindeuten könnten:
- Schwellung eines Beines oder Armes
- Schmerzen oder Spannungsgefühl in einem Bein oder Arm
- Rötung oder Blaufärbung der Haut
- Überwärmung eines Beines oder Armes
- Plötzliche Atemnot oder Brustschmerzen
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung einer Thrombose ist entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.
Fazit: Aktiv bleiben, auch im Liegen
Die Thrombose-Prophylaxe im Bett ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge für alle, die längere Zeit im Liegen verbringen müssen. Mit einfachen Übungen und den oben genannten Tipps können Sie Ihre Durchblutung fördern und das Risiko einer Thrombose deutlich senken. Bleiben Sie aktiv, hören Sie auf Ihren Körper und zögern Sie nicht, Ihren Arzt bei Fragen oder Bedenken zu kontaktieren. Ihre Gesundheit ist es wert!
