Unterer Blutdruck Zu Hoch Ursachen
Kennen Sie das Gefühl, wenn Ihr Arzt Ihnen sagt, dass Ihr Blutdruck nicht ideal ist? Oder vielleicht haben Sie selbst ein Messgerät zu Hause und beobachten Ihre Werte aufmerksam? Besonders der untere, diastolische Blutdruck kann Anlass zur Sorge geben, wenn er dauerhaft erhöht ist. Sie sind damit nicht allein. Viele Menschen kämpfen mit diesem Problem. Lassen Sie uns gemeinsam tiefer in das Thema "Unterer Blutdruck zu hoch – Ursachen" eintauchen, um zu verstehen, was dahintersteckt und was Sie dagegen tun können.
Was bedeutet ein zu hoher unterer Blutdruck?
Blutdruck wird in zwei Werten angegeben: Der obere Wert (systolisch) misst den Druck, wenn Ihr Herz Blut in die Arterien pumpt. Der untere Wert (diastolisch) misst den Druck, wenn Ihr Herz sich zwischen den Schlägen entspannt. Ein idealer Blutdruck liegt bei etwa 120/80 mmHg. Ein unterer Wert von 80 mmHg oder höher gilt als erhöht und kann auf Dauer gesundheitsschädlich sein. Werte über 90 mmHg werden oft als diastolische Hypertonie bezeichnet.
Warum ist der untere Wert so wichtig? Er gibt Auskunft darüber, wie stark Ihre Arterien permanent belastet werden. Ein dauerhaft erhöhter diastolischer Druck kann die Gefäßwände schädigen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden, erhöhen. Eine Studie der American Heart Association zeigte, dass ein erhöhter diastolischer Blutdruck unabhängig von anderen Risikofaktoren das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse signifikant steigert.
Mögliche Ursachen für einen erhöhten unteren Blutdruck
Die Ursachen für einen erhöhten unteren Blutdruck sind vielfältig und oft nicht eindeutig zu identifizieren. Manchmal spielen verschiedene Faktoren gleichzeitig eine Rolle. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
1. Lebensstilfaktoren
Ihr Lebensstil hat einen enormen Einfluss auf Ihren Blutdruck. Einige der wichtigsten Faktoren sind:
- Ernährung: Eine salzreiche Ernährung, der Konsum von gesättigten und Transfetten sowie ein Mangel an Obst und Gemüse können den Blutdruck erhöhen. Studien haben gezeigt, dass eine Reduktion der Salzaufnahme um nur wenige Gramm pro Tag den Blutdruck deutlich senken kann.
- Übergewicht: Übergewicht, insbesondere Bauchfett, ist eng mit einem erhöhten Blutdruck verbunden. Überschüssiges Körperfett führt zu einer erhöhten Produktion von Hormonen und Entzündungsfaktoren, die den Blutdruck in die Höhe treiben können.
- Bewegungsmangel: Regelmäßige körperliche Aktivität hilft, den Blutdruck zu senken und das Herz-Kreislauf-System zu stärken. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche.
- Alkohol: Übermäßiger Alkoholkonsum kann den Blutdruck erhöhen und die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten beeinträchtigen. Männer sollten nicht mehr als zwei alkoholische Getränke pro Tag konsumieren, Frauen nicht mehr als eines.
- Rauchen: Nikotin verengt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck. Auch Passivrauchen kann schädlich sein.
- Stress: Chronischer Stress kann den Blutdruck dauerhaft erhöhen. Stressmanagement-Techniken wie Meditation, Yoga oder Atemübungen können helfen, den Blutdruck zu senken.
2. Grunderkrankungen
Manchmal ist ein erhöhter unterer Blutdruck ein Symptom einer anderen Erkrankung. Zu den häufigsten Grunderkrankungen, die zu Bluthochdruck führen können, gehören:
- Nierenerkrankungen: Die Nieren spielen eine wichtige Rolle bei der Blutdruckregulation. Erkrankungen der Nieren, wie beispielsweise eine Niereninsuffizienz, können den Blutdruck erhöhen.
- Hormonelle Störungen: Bestimmte hormonelle Störungen, wie beispielsweise der Hyperaldosteronismus (Überproduktion von Aldosteron), können den Blutdruck erhöhen.
- Schlafapnoe: Schlafapnoe, eine Schlafstörung, bei der es zu Atemaussetzern kommt, kann den Blutdruck erhöhen.
- Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse können den Blutdruck beeinflussen.
3. Medikamente
Einige Medikamente können den Blutdruck erhöhen. Dazu gehören beispielsweise:
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können den Blutdruck erhöhen.
- Decongestiva: Abschwellende Nasensprays und -tropfen können den Blutdruck erhöhen.
- Kortikosteroide: Kortisonhaltige Medikamente können den Blutdruck erhöhen.
- Orale Kontrazeptiva: Die "Pille" kann bei einigen Frauen den Blutdruck erhöhen.
- Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva können den Blutdruck erhöhen.
4. Alter und Genetik
Das Risiko für Bluthochdruck steigt mit dem Alter. Die Blutgefäße verlieren mit der Zeit an Elastizität, was zu einem erhöhten Blutdruck führen kann. Auch die Genetik spielt eine Rolle. Wenn Ihre Eltern oder Großeltern Bluthochdruck hatten, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch Sie davon betroffen sind. Allerdings bedeutet eine genetische Veranlagung nicht zwangsläufig, dass Sie Bluthochdruck entwickeln werden. Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko deutlich reduzieren.
Was können Sie tun, um Ihren unteren Blutdruck zu senken?
Glücklicherweise gibt es viele Dinge, die Sie tun können, um Ihren unteren Blutdruck zu senken und Ihre Gesundheit zu verbessern.
1. Änderungen im Lebensstil
Die wichtigsten Maßnahmen sind oft Änderungen im Lebensstil:
- Ernährungsumstellung: Reduzieren Sie Ihre Salzaufnahme, essen Sie mehr Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte. Die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) ist eine Ernährungsweise, die speziell zur Senkung des Blutdrucks entwickelt wurde.
- Gewichtsreduktion: Wenn Sie übergewichtig sind, versuchen Sie, Gewicht zu verlieren. Schon eine Gewichtsabnahme von wenigen Kilogramm kann den Blutdruck deutlich senken.
- Regelmäßige Bewegung: Treiben Sie regelmäßig Sport. Suchen Sie sich eine Aktivität, die Ihnen Spaß macht, wie beispielsweise Spazierengehen, Joggen, Schwimmen oder Radfahren.
- Alkohol reduzieren: Trinken Sie Alkohol nur in Maßen oder verzichten Sie ganz darauf.
- Nicht rauchen: Geben Sie das Rauchen auf. Suchen Sie sich professionelle Hilfe, wenn Sie Schwierigkeiten haben, alleine aufzuhören.
- Stressmanagement: Lernen Sie, mit Stress umzugehen. Probieren Sie Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder Atemübungen aus. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und nehmen Sie sich Zeit für Hobbys und soziale Kontakte.
2. Medikamentöse Behandlung
Wenn Änderungen im Lebensstil nicht ausreichen, um Ihren Blutdruck zu senken, kann Ihr Arzt Ihnen Medikamente verschreiben. Es gibt verschiedene Arten von blutdrucksenkenden Medikamenten, wie beispielsweise:
- Diuretika: Entwässerungsmittel, die helfen, überschüssiges Wasser und Salz aus dem Körper zu entfernen.
- ACE-Hemmer: Medikamente, die die Bildung eines Hormons blockieren, das die Blutgefäße verengt.
- Angiotensin-Rezeptorblocker (ARB): Medikamente, die die Wirkung eines Hormons blockieren, das die Blutgefäße verengt.
- Betablocker: Medikamente, die die Wirkung von Adrenalin blockieren und das Herz langsamer schlagen lassen.
- Kalziumkanalblocker: Medikamente, die die Blutgefäße entspannen.
Es ist wichtig, die Medikamente regelmäßig und gemäß den Anweisungen Ihres Arztes einzunehmen. Brechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig ab, auch wenn Sie sich besser fühlen.
3. Regelmäßige Kontrollen
Lassen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig von Ihrem Arzt überprüfen. Wenn Sie ein Blutdruckmessgerät zu Hause haben, messen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig und notieren Sie die Werte. Besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn:
- Ihr unterer Blutdruck dauerhaft 80 mmHg oder höher ist.
- Sie Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen oder Brustschmerzen haben.
- Sie bereits blutdrucksenkende Medikamente einnehmen und Ihr Blutdruck trotzdem nicht unter Kontrolle ist.
Ihr Arzt kann die Ursache Ihres erhöhten unteren Blutdrucks abklären und eine geeignete Behandlung einleiten.
Zusammenfassung
Ein erhöhter unterer Blutdruck ist ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem, das das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. Die Ursachen sind vielfältig, oft spielen Lebensstilfaktoren, Grunderkrankungen, Medikamente, Alter und Genetik eine Rolle. Durch Änderungen im Lebensstil, eine medikamentöse Behandlung und regelmäßige Kontrollen können Sie Ihren Blutdruck senken und Ihre Gesundheit schützen. Nehmen Sie Ihre Gesundheit selbst in die Hand und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Bedenken haben.
