Unterschied Zwischen Inklusion Und Integration
Der Unterschied zwischen Inklusion und Integration ist wichtig. Beide Begriffe beschreiben, wie Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen in die Gesellschaft eingebunden werden. Aber sie tun dies auf unterschiedliche Weise.
Integration: Angleichung an die Norm
Integration bedeutet, dass Menschen, die anders sind, in eine bestehende Gruppe oder Gesellschaft eingegliedert werden. Das Ziel ist, dass sie sich so gut wie möglich an die Normen und Erwartungen dieser Gruppe anpassen.
Stellen Sie sich eine Schulklasse vor. Ein Kind mit einer körperlichen Beeinträchtigung wird in diese Klasse integriert. Das bedeutet, dass die Schule versucht, dem Kind den Unterricht zu ermöglichen. Vielleicht bekommt es einen speziellen Stuhl oder zusätzliche Hilfe. Aber das Ziel ist, dass das Kind am regulären Unterricht teilnimmt und sich an die bestehende Struktur der Klasse anpasst.
Ein anderes Beispiel ist ein Migrant, der in ein neues Land kommt. Er lernt die Sprache, passt sich den kulturellen Gepflogenheiten an und versucht, Arbeit zu finden. Er wird integriert, indem er sich an die Mehrheitsgesellschaft anpasst.
Integration betont oft die Verantwortung des Einzelnen, sich anzupassen. Die Gesellschaft bietet Unterstützung, erwartet aber auch, dass der Einzelne sich integriert.
Inklusion: Von Anfang an dabei
Inklusion geht einen Schritt weiter. Inklusion bedeutet, dass alle Menschen von Anfang an gleichberechtigt teilhaben und dabei sein können. Es geht nicht darum, sich anzupassen, sondern darum, dass die Umgebung so gestaltet ist, dass alle Menschen, mit all ihren Unterschieden, sich wohlfühlen und aktiv mitmachen können.
Denken Sie wieder an die Schulklasse. Bei Inklusion würde die Klasse von vornherein so gestaltet sein, dass Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen selbstverständlich dabei sind. Der Unterricht wäre flexibler und würde auf die individuellen Stärken und Schwächen jedes Kindes eingehen. Es gäbe keine "normalen" und "besonderen" Kinder, sondern einfach nur Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen.
Ein Beispiel aus dem Berufsleben: Ein Unternehmen, das inklusiv ist, bietet Arbeitsplätze an, die für Menschen mit verschiedenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten geeignet sind. Es gibt flexible Arbeitszeiten, barrierefreie Zugänge und eine Unternehmenskultur, die Vielfalt wertschätzt.
Inklusion bedeutet, dass die Gesellschaft sich an die Bedürfnisse der Menschen anpasst und nicht umgekehrt. Es geht darum, Barrieren abzubauen und eine Umgebung zu schaffen, in der jeder Mensch sein volles Potenzial entfalten kann.
Die wichtigsten Unterschiede zusammengefasst
Hier sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Integration und Inklusion kurz zusammengefasst:
- Integration: Anpassung an die Norm. Die Person muss sich in ein bestehendes System eingliedern.
- Inklusion: System wird so gestaltet, dass alle von Anfang an dabei sein können. Keine Anpassung nötig, Vielfalt wird gefördert.
- Integration: Fokus auf die Person, die integriert wird.
- Inklusion: Fokus auf die Umgebung und die Beseitigung von Barrieren.
Inklusion ist also ein umfassenderer Ansatz als Integration. Sie zielt darauf ab, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Vielfalt selbstverständlich ist und jeder Mensch wertgeschätzt wird. Während Integration weiterhin wichtig ist, geht Inklusion einen Schritt weiter und fordert eine grundlegende Veränderung der Denkweise und der Strukturen in unserer Gesellschaft.
