Unterschied Zwischen Ordentlicher Und Außerordentlicher Kündigung
Einführung: Kündigung im Arbeitsrecht
Hallo zusammen! Wir bereiten uns heute auf die Prüfung vor und schauen uns die ordentliche und außerordentliche Kündigung genauer an. Keine Sorge, wir gehen das Schritt für Schritt durch, sodass es wirklich jeder versteht. Los geht's!
Die Ordentliche Kündigung: Der "Regelfall"
Die ordentliche Kündigung ist die häufigste Form der Kündigung. Sie ist auch als fristgemäße Kündigung bekannt. Das bedeutet, dass die Kündigung unter Einhaltung einer bestimmten Kündigungsfrist erfolgt.
Die Kündigungsfrist ist die Zeitspanne zwischen der Kündigungserklärung und dem tatsächlichen Ende des Arbeitsverhältnisses. Die Länge der Kündigungsfrist ist oft im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder gesetzlich geregelt. Es ist wichtig, diese Fristen zu kennen und einzuhalten.
Ein Beispiel: Im Gesetz steht, dass Arbeitnehmer mit einer Betriebszugehörigkeit von zwei Jahren eine Kündigungsfrist von einem Monat zum Monatsende haben. Der Arbeitgeber hat oft längere Fristen, die sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit richten. Das schauen wir uns aber gleich noch an.
Die Außerordentliche Kündigung: Der "Notfall"
Die außerordentliche Kündigung ist etwas Besonderes. Sie wird auch als fristlose Kündigung bezeichnet. Sie beendet das Arbeitsverhältnis sofort, also ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist.
Eine außerordentliche Kündigung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Diese Voraussetzungen sind im § 626 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt. Es muss ein wichtiger Grund vorliegen, der es dem Kündigenden unzumutbar macht, das Arbeitsverhältnis bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist fortzusetzen.
Stell dir vor, ein Mitarbeiter stiehlt regelmäßig Geld aus der Kasse. Oder ein Arbeitgeber zahlt den Lohn nicht. Das könnten wichtige Gründe für eine außerordentliche Kündigung sein. Aber Achtung: Die Gründe müssen wirklich schwerwiegend sein.
Der Unterschied im Detail: Frist und Grund
Der Hauptunterschied zwischen der ordentlichen und außerordentlichen Kündigung liegt also in der Kündigungsfrist und dem Grund für die Kündigung.
Ordentliche Kündigung:
- Einhaltung einer Kündigungsfrist.
- Kein besonderer Grund erforderlich (außer bei Sonderkündigungsschutz, z.B. bei Schwangeren).
Außerordentliche Kündigung:
- Keine Kündigungsfrist.
- Wichtiger Grund erforderlich, der die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar macht.
Denk daran: Eine außerordentliche Kündigung muss immer gut begründet sein. Im Streitfall muss der Kündigende den wichtigen Grund vor Gericht beweisen können. Das ist oft nicht einfach!
Beispiele zur Veranschaulichung
Beispiel Ordentliche Kündigung: Frau Müller arbeitet seit 5 Jahren in einem Unternehmen. Ihr Arbeitgeber möchte sich von ihr trennen. Er kündigt ihr unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist (die sich nach der Betriebszugehörigkeit richtet) zum Monatsende. Es ist kein besonderer Grund erforderlich.
Beispiel Außerordentliche Kündigung: Herr Schmidt wird dabei erwischt, wie er Firmeneigentum stiehlt. Der Arbeitgeber kann ihm fristlos kündigen, da der Diebstahl einen wichtigen Grund darstellt, der die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar macht.
Wichtig: Der Kündigungsschutz
In Deutschland gibt es den Kündigungsschutz. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Betriebszugehörigkeit über 6 Monate, Betrieb mit mehr als 10 Mitarbeitern) vor ungerechtfertigten Kündigungen geschützt sind. Der Kündigungsschutz gilt sowohl für die ordentliche als auch für die außerordentliche Kündigung.
Der Arbeitgeber muss bei einer Kündigung, die unter den Kündigungsschutz fällt, einen sozial gerechtfertigten Grund haben. Das kann betriebsbedingt, personenbedingt oder verhaltensbedingt sein. Fehlt ein solcher Grund, kann der Arbeitnehmer gegen die Kündigung klagen.
Zusammenfassung und Tipps für die Prüfung
Fassen wir zusammen: Die ordentliche Kündigung ist der Regelfall mit Frist, die außerordentliche Kündigung ist der Notfall ohne Frist. Beide Arten der Kündigung können durch den Kündigungsschutz eingeschränkt sein.
Für die Prüfung solltest du dir folgende Punkte merken:
- Was ist der Unterschied zwischen ordentlich und außerordentlich?
- Welche Voraussetzungen müssen für die jeweilige Kündigungsart erfüllt sein?
- Was bedeutet Kündigungsfrist?
- Was bedeutet Kündigungsschutz?
Ich drücke dir die Daumen für die Prüfung! Du schaffst das!
