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Ursachen Für Zu Hohen Augendruck


Ursachen Für Zu Hohen Augendruck

Stell dir vor, deine Augen sind wie prall gefüllte Luftballons. Ein gewisser Druck in ihnen ist normal und notwendig, um ihre Form zu erhalten und richtig zu funktionieren. Aber was passiert, wenn dieser Druck zu hoch wird? Das ist, vereinfacht gesagt, der Zustand des erhöhten Augendrucks, auch bekannt als okuläre Hypertension. Und auch wenn du vielleicht noch keine Symptome spürst, ist es wichtig, die Ursachen zu kennen, um mögliche Schäden am Sehnerv und die Entwicklung eines Glaukoms (Grüner Star) zu verhindern.

Viele Menschen leben jahrelang mit erhöhtem Augendruck, ohne es zu wissen. Laut der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) ist das Glaukom eine der häufigsten Ursachen für Erblindung weltweit. Frühzeitige Erkennung und Behandlung sind daher entscheidend.

Was genau ist Augendruck und warum ist er wichtig?

Der Augendruck, medizinisch als intraokularer Druck (IOD) bezeichnet, ist der Druck der Flüssigkeit im Inneren des Auges, des sogenannten Kammerwassers. Dieses Kammerwasser wird ständig produziert und abgeleitet, um die Augen mit Nährstoffen zu versorgen und Abfallprodukte abzutransportieren. Ein Gleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss sorgt für einen normalen IOD, der in der Regel zwischen 10 und 21 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) liegt.

Wenn der Abfluss des Kammerwassers behindert ist, steigt der Druck im Auge. Dieser erhöhte Druck kann den empfindlichen Sehnerv schädigen, der die visuellen Informationen vom Auge zum Gehirn transportiert. Die Schädigung des Sehnervs führt zu Gesichtsfeldausfällen und im schlimmsten Fall zur Erblindung. Genau das ist es, was beim Glaukom passiert.

Die häufigsten Ursachen für erhöhten Augendruck

Es gibt verschiedene Faktoren, die zu einem erhöhten Augendruck beitragen können. Einige sind genetisch bedingt, andere hängen mit dem Lebensstil oder bestimmten Erkrankungen zusammen. Hier sind die häufigsten Ursachen:

1. Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers

Wie bereits erwähnt, ist ein gestörter Abfluss des Kammerwassers die häufigste Ursache für erhöhten Augendruck. Der Abfluss kann durch verschiedene Faktoren behindert werden:

  • Offenwinkelglaukom: Dies ist die häufigste Form des Glaukoms. Der Kammerwinkel, in dem das Kammerwasser abfließt, ist zwar offen, aber der Abflussmechanismus ist verlangsamt oder blockiert. Dies kann durch Ablagerungen im Trabekelwerk (ein schwammartiges Gewebe im Kammerwinkel) oder durch andere Faktoren verursacht werden.
  • Winkelblockglaukom: Bei dieser Form ist der Kammerwinkel blockiert, sodass das Kammerwasser nicht abfließen kann. Dies kann plötzlich (akutes Winkelblockglaukom) oder allmählich (chronisches Winkelblockglaukom) auftreten. Ein akuter Winkelblockglaukom ist ein Notfall, der sofort behandelt werden muss.
  • Sekundäres Glaukom: Dies tritt als Folge anderer Erkrankungen oder Medikamente auf (siehe unten).

2. Medikamente

Bestimmte Medikamente können den Augendruck erhöhen, insbesondere:

  • Kortikosteroide: Diese entzündungshemmenden Medikamente, die oral, intravenös, als Augentropfen oder als Inhalatoren verabreicht werden können, sind bekannt dafür, den Augendruck zu erhöhen. Langfristige Anwendung von Kortikosteroiden ist besonders riskant.
  • Antidepressiva: Einige Antidepressiva, insbesondere trizyklische Antidepressiva, können den Kammerwinkel verengen und den Abfluss des Kammerwassers behindern.
  • Antihistaminika: Einige Antihistaminika, die zur Behandlung von Allergien eingesetzt werden, können ebenfalls den Augendruck erhöhen.

Es ist wichtig, deinen Arzt über alle Medikamente zu informieren, die du einnimmst, damit er das Risiko eines erhöhten Augendrucks beurteilen kann.

3. Andere Erkrankungen

Einige Erkrankungen können indirekt zu einem erhöhten Augendruck führen:

  • Diabetes: Menschen mit Diabetes haben ein höheres Risiko, an Glaukom zu erkranken. Diabetes kann die Blutgefäße im Auge schädigen und den Abfluss des Kammerwassers beeinträchtigen.
  • Bluthochdruck: Obwohl der Zusammenhang nicht eindeutig belegt ist, deuten einige Studien darauf hin, dass Bluthochdruck das Risiko eines erhöhten Augendrucks erhöhen kann.
  • Uveitis: Eine Entzündung der Uvea (mittlere Augenhaut) kann den Abfluss des Kammerwassers behindern und zu einem sekundären Glaukom führen.
  • Pseudoexfoliationssyndrom: Dieses Syndrom führt zur Ablagerung von flockigem Material im Auge, was den Abfluss des Kammerwassers behindern kann.
  • Pigmentdispersionssyndrom: Bei diesem Syndrom lösen sich Pigmentpartikel von der Iris (Regenbogenhaut) und verstopfen den Kammerwinkel.

4. Verletzungen am Auge

Verletzungen am Auge, sowohl stumpfe als auch penetrierende, können den Augendruck erhöhen. Die Verletzung kann den Kammerwinkel beschädigen oder zu einer Entzündung führen, die den Abfluss des Kammerwassers behindert.

5. Genetische Veranlagung

Die genetische Veranlagung spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Glaukom. Wenn Familienmitglieder an Glaukom erkrankt sind, ist das Risiko, selbst daran zu erkranken, deutlich erhöht. Die Deutsche Glaukom Gesellschaft betont die Bedeutung der Familienanamnese bei der Risikoeinschätzung.

6. Alter

Das Risiko für Glaukom steigt mit dem Alter. Mit zunehmendem Alter können sich die Strukturen im Auge verändern und den Abfluss des Kammerwassers beeinträchtigen.

7. Kurzsichtigkeit (Myopie)

Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Kurzsichtigkeit ein höheres Risiko für Glaukom haben. Der genaue Mechanismus ist noch nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass die Dehnung des Augapfels bei Kurzsichtigkeit den Sehnerv anfälliger für Schäden macht.

Wie wird erhöhter Augendruck festgestellt?

Erhöhter Augendruck verursacht in der Regel keine Symptome, insbesondere in den frühen Stadien. Deshalb sind regelmäßige Augenuntersuchungen so wichtig. Dein Augenarzt kann den Augendruck mit verschiedenen Methoden messen:

  • Applanationstonometrie: Dies ist die gebräuchlichste Methode zur Messung des Augendrucks. Dabei wird die Hornhaut mit einem kleinen Stempel leicht abgeflacht.
  • Non-Contact-Tonometrie (Luftstoss-Tonometrie): Bei dieser Methode wird ein kurzer Luftstoss auf das Auge geblasen.
  • Pachymetrie: Mit diesem Test wird die Dicke der Hornhaut gemessen. Die Hornhautdicke kann die Messung des Augendrucks beeinflussen.

Zusätzlich zur Messung des Augendrucks wird dein Augenarzt auch deinen Sehnerv untersuchen und dein Gesichtsfeld testen, um festzustellen, ob bereits Schäden vorliegen.

Was tun bei erhöhtem Augendruck?

Die Behandlung von erhöhtem Augendruck zielt darauf ab, den Augendruck zu senken und das Risiko einer Schädigung des Sehnervs zu minimieren. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen:

  • Augentropfen: Dies ist die häufigste Form der Behandlung. Es gibt verschiedene Arten von Augentropfen, die den Augendruck auf unterschiedliche Weise senken. Einige Augentropfen reduzieren die Produktion des Kammerwassers, während andere den Abfluss verbessern.
  • Laserbehandlung: Eine Laserbehandlung kann den Abfluss des Kammerwassers verbessern. Es gibt verschiedene Arten von Laserbehandlungen für Glaukom, wie z.B. die selektive Lasertrabekuloplastik (SLT).
  • Operation: In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern. Eine häufige Operation ist die Trabekulektomie.

Die Wahl der Behandlung hängt von der Ursache des erhöhten Augendrucks, dem Ausmaß der Schädigung des Sehnervs und anderen Faktoren ab. Dein Augenarzt wird die beste Behandlung für dich empfehlen.

Kann man erhöhtem Augendruck vorbeugen?

Es gibt keine sichere Möglichkeit, erhöhtem Augendruck vorzubeugen. Allerdings kannst du einige Maßnahmen ergreifen, um dein Risiko zu senken und eine frühzeitige Erkennung zu gewährleisten:

  • Regelmäßige Augenuntersuchungen: Lass deine Augen regelmäßig von einem Augenarzt untersuchen, insbesondere wenn du Risikofaktoren für Glaukom hast. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) empfiehlt regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab dem 40. Lebensjahr.
  • Informiere deinen Arzt über Medikamente: Informiere deinen Arzt über alle Medikamente, die du einnimmst, auch über rezeptfreie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.
  • Gesunder Lebensstil: Ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung und dem Vermeiden von Rauchen kann dazu beitragen, dein allgemeines Gesundheitsrisiko zu senken, was sich auch positiv auf deine Augengesundheit auswirken kann.
  • Augen vor Verletzungen schützen: Trage beim Sport oder bei Arbeiten, bei denen ein Verletzungsrisiko besteht, eine Schutzbrille.

Fazit: Erhöhter Augendruck ist ein ernstes Problem, das unbehandelt zu schweren Sehschäden führen kann. Regelmäßige Augenuntersuchungen, Kenntnis der Risikofaktoren und eine frühzeitige Behandlung sind entscheidend, um dein Sehvermögen zu schützen. Sprich mit deinem Augenarzt, wenn du Bedenken hast oder Fragen zu deinem Augendruck hast.

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