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Verpressen Von Rissen Im Mauerwerk


Verpressen Von Rissen Im Mauerwerk

Rissverpressung im Mauerwerk ist eine Methode, um Risse in Mauerwerk dauerhaft zu verschließen und zu stabilisieren. Dabei wird ein spezielles Injektionsmaterial unter Druck in den Riss gepresst, um ihn vollständig auszufüllen und eine feste Verbindung zwischen den Rissflanken herzustellen. Das Verfahren dient nicht nur der reinen Abdichtung, sondern auch der strukturellen Verstärkung des Mauerwerks. Es findet Anwendung bei:

  • Statisch relevanten Rissen: Risse, die die Tragfähigkeit des Gebäudes beeinträchtigen (z.B. durch Setzungen, Erschütterungen).
  • Feuchtigkeitsproblemen: Risse, durch die Wasser eindringt und Schäden verursacht (z.B. Frostschäden, Schimmelbildung).
  • Ästhetischen Mängeln: Risse, die das Erscheinungsbild des Mauerwerks beeinträchtigen.
  • Abdichtung gegen Radon: In seltenen Fällen zur Reduktion des Radoneintrags.

Hier ist eine schrittweise Anleitung zur Rissverpressung:

Schritt 1: Rissbeurteilung und Vorbereitung

  • Rissart bestimmen: Handelt es sich um einen Setzriss, einen Schwindriss, einen Mauerriss oder einen Riss durch Erschütterungen? Die Rissart gibt Aufschluss über die Ursache und die notwendige Vorgehensweise.
  • Rissverlauf analysieren: Wie breit ist der Riss? Wie tief ist er? Verläuft er gerade oder verzweigt er sich?
  • Umgebung prüfen: Ist das Mauerwerk trocken und sauber? Sind lose Teile vorhanden, die entfernt werden müssen?
  • Reinigung des Risses: Der Riss muss von Staub, Schmutz und losen Teilen befreit werden. Dies kann mit einem Staubsauger, einer Bürste oder einem Druckluftkompressor erfolgen.

Beispiel: Ein horizontal verlaufender Riss unterhalb eines Fenstersturzes könnte ein Hinweis auf eine mangelhafte Lastabtragung des Sturzes sein. In diesem Fall müsste zuerst die Ursache behoben werden, bevor der Riss verpresst wird.

Schritt 2: Setzen der Injektionspacker

  • Bohrungen anbringen: Entlang des Risses werden in regelmäßigen Abständen Bohrungen gesetzt. Der Abstand richtet sich nach der Rissbreite und dem verwendeten Injektionsmaterial (in der Regel alle 10-30 cm). Die Bohrungen sollten schräg zum Riss verlaufen, um ihn optimal zu erreichen.
  • Injektionspacker einsetzen: In die Bohrungen werden Injektionspacker eingesetzt. Diese dienen als Verbindung zwischen dem Riss und der Injektionspumpe. Es gibt verschiedene Arten von Injektionspackern (z.B. Schraubpacker, Schlagpacker). Der Packer muss fest und dicht sitzen.

Beispiel: Bei einem sehr feinen Riss können Sie anstelle von Bohrungen sogenannte Klebpakcer verwenden. Diese werden direkt auf das Mauerwerk geklebt und benötigen keine Bohrungen.

Schritt 3: Verpressen des Risses

  • Injektionsmaterial auswählen: Je nach Rissart und Anwendungsbereich kommen verschiedene Injektionsmaterialien zum Einsatz. Häufig verwendet werden Epoxidharze (für statisch relevante Risse), Polyurethane (für wasserführende Risse) oder Zementsuspensionen (für größere Risse).
  • Injektionspumpe vorbereiten: Das Injektionsmaterial wird in die Injektionspumpe gefüllt. Die Pumpe wird auf den richtigen Druck eingestellt.
  • Verpressen durchführen: Das Injektionsmaterial wird über die Injektionspacker in den Riss gepresst. Begonnen wird mit dem untersten Packer. Sobald das Material aus dem darüberliegenden Packer austritt, wird dieser verschlossen und der nächste Packer bearbeitet.
  • Druckkontrolle: Der Druck sollte während des Verpressens konstant gehalten werden. Zu hoher Druck kann zu Schäden am Mauerwerk führen.

Beispiel: Wenn Wasser aus dem Riss austritt, deutet dies auf eine Undichtigkeit hin. In diesem Fall ist ein Polyurethan-Injektionsmaterial empfehlenswert, da es sich bei Kontakt mit Wasser ausdehnt und den Riss zusätzlich abdichtet.

Schritt 4: Nachbehandlung

  • Entfernen der Injektionspacker: Nachdem das Injektionsmaterial vollständig ausgehärtet ist (siehe Herstellerangaben), können die Injektionspacker entfernt werden.
  • Verschließen der Bohrlöcher: Die Bohrlöcher werden mit geeignetem Mörtel verschlossen.
  • Oberflächenbearbeitung: Die Oberfläche wird geglättet und gegebenenfalls dem umliegenden Mauerwerk angepasst.

Beispiel: Nach dem Entfernen der Injektionspacker können die Bohrlöcher mit einem farblich passenden Reparaturmörtel verschlossen werden, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu erzielen.

Wichtig: Die Rissverpressung sollte nur von Fachleuten durchgeführt werden, da eine falsche Ausführung zu weiteren Schäden führen kann. Eine sorgfältige Planung und die Auswahl des richtigen Injektionsmaterials sind entscheidend für den Erfolg der Maßnahme. Bei statisch relevanten Rissen ist die Hinzuziehung eines Statikers unerlässlich.

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