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Von Der Erde Zum Mond Jules Verne


Von Der Erde Zum Mond Jules Verne

"Von der Erde zum Mond" (De la Terre à la Lune) von Jules Verne, 1865 veröffentlicht, ist nicht nur ein spannender Abenteuerroman, sondern auch eine faszinierende, wenn auch fiktive, Exploration der damaligen Möglichkeiten einer Reise zum Mond. Das Konzept dreht sich um die Idee, ein riesiges Geschoss aus einer gigantischen Kanone abzufeuern, um den Mond zu erreichen. Auch wenn die wissenschaftlichen Grundlagen heutzutage natürlich längst überholt sind, beruht die Geschichte auf einem Mix aus zeitgenössischer Wissenschaft und spekulativer Technologie. Die "Anwendungen" in unserem Kontext beschränken sich natürlich auf die literarische und kulturelle Bedeutung des Werkes und seiner Auswirkungen auf die Science-Fiction und die spätere Raumfahrtforschung.

Das Grundkonzept: Mondfahrt per Kanone

Das Kernelement des Romans ist die Idee der Columbia-Kanone. Hier eine schrittweise Erläuterung:

  • Die Idee: Der Gun Club, eine Vereinigung von Artillerieexperten nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs, unter der Leitung von Impey Barbicane, beschließt, zum Mond zu fliegen. Die Lösung: Eine gigantische Kanone.
  • Der Standort: Sie wählen Tampa, Florida, als idealen Abschussort, hauptsächlich wegen seiner Nähe zum Äquator und seiner geringen Bevölkerungsdichte.
  • Die Kanone (Columbia): Die Kanone ist enorm: 900 Fuß tief und mit einem Durchmesser von 60 Fuß. Sie wird nicht aus einem Guss gefertigt, sondern aus übereinander gelegten Eisenringen.
  • Das Geschoss: Das Projektil ist eine Aluminiumkugel, hohl, um Gewicht zu sparen, und mit allem Notwendigen für die Reise ausgestattet, einschließlich Proviant, Instrumenten und sogar einem Hund.
  • Das Schießpulver: Verne beschreibt eine enorme Menge an Pyroxylin (Baumwollpulver) als Treibmittel. Die benötigte Menge wird auf 400.000 Pfund geschätzt.

Schrittweise Realisierung (im Roman):

Der Roman schildert detailliert die einzelnen Phasen des Projekts:

  • Phase 1: Planung und Finanzierung: Barbicane stellt seine Idee vor und sammelt internationale Unterstützung. Die Finanzierung kommt von privaten Investoren weltweit.
  • Phase 2: Standortwahl und Bau: Die Wahl fällt auf Tampa, Florida. Die Bauarbeiten an der Columbia-Kanone sind ein gigantisches Unterfangen.
  • Phase 3: Das Geschoss: Die Aluminiumkugel wird gegossen und mit wissenschaftlichen Instrumenten und lebenserhaltenden Systemen ausgestattet. Michel Ardan, ein französischer Abenteurer, schließt sich dem Team an.
  • Phase 4: Die Besatzung: Barbicane, Ardan und Nicoll (Barbicanes Rivale) besteigen das Geschoss.
  • Phase 5: Der Abschuss: Die Columbia wird gezündet. Der Abschuss ist spektakulär.
  • Phase 6: Die Reise: Das Geschoss passiert den Mond, landet aber nicht. Die Besatzung kehrt schließlich zur Erde zurück, indem sie von einem vorbeifliegenden Himmelskörper abgelenkt wird und in den Atlantik stürzt.

Wissenschaftliche Ungenauigkeiten und Verne's Vision:

Es ist wichtig zu betonen, dass die wissenschaftlichen Grundlagen im Roman weit von der Realität entfernt sind. Hier einige Beispiele:

  • Beschleunigung: Die Beschleunigung beim Abschuss wäre für die Passagiere tödlich gewesen.
  • Luftwiderstand: Der Luftwiderstand in der Erdatmosphäre wird nicht ausreichend berücksichtigt.
  • Vakuum: Das Vakuum des Weltraums und seine Auswirkungen auf die Passagiere werden nicht vollständig korrekt dargestellt.
  • Schießpulver: Die Menge an Schießpulver und dessen Effizienz sind unrealistisch.

Trotz dieser Ungenauigkeiten zeigte Jules Verne eine bemerkenswerte Vision. Er antizipierte die internationale Zusammenarbeit bei Raumfahrtprojekten, die Bedeutung von wissenschaftlicher Forschung und die menschliche Faszination für die Erforschung des Weltraums. Die bloße Vorstellung einer Reise zum Mond, weit vor der tatsächlichen Realisierung, hat Generationen von Wissenschaftlern und Ingenieuren inspiriert. "Von der Erde zum Mond" ist somit ein wichtiger Vorläufer der modernen Science-Fiction und ein Denkmal für die menschliche Neugier und den Wunsch nach Fortschritt.

Der Roman demonstriert außerdem, wie kreative Problemlösung aussehen kann. Auch wenn die Lösung (die Kanone) in der Praxis undurchführbar ist, regt sie zum Nachdenken über alternative Möglichkeiten und Technologien an. Es geht darum, sich *vorzustellen*, was möglich ist, auch wenn die Technologie noch nicht existiert.

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