Vordere Und Hintere Scheidenplastik Erfahrungen
Vordere und hintere Scheidenplastik sind zwei verschiedene, aber oft zusammen durchgeführte, operative Eingriffe. Sie dienen dazu, die Scheide zu rekonstruieren und zu straffen. Ziel ist es, die Funktion und das Aussehen der Scheide zu verbessern. Betrachten wir jede Operation einzeln.
Vordere Scheidenplastik
Die vordere Scheidenplastik, auch Kolporrhaphie anterior genannt, konzentriert sich auf den vorderen Bereich der Scheide. Was passiert da? Oftmals kommt es zu einer Vorwölbung der Blase in die Scheide, auch Zystozele genannt. Stellen Sie sich vor, die Wand zwischen Blase und Scheide ist geschwächt. Dann drückt die Blase gegen die Scheidenwand und verursacht eine Art "Beule".
Warum passiert das? Schwangerschaften, Geburten, chronischer Husten, Verstopfung oder einfach der natürliche Alterungsprozess können die Muskeln und das Bindegewebe schwächen.
Was wird gemacht? Bei der Operation wird der überschüssige, gedehnte Teil der Scheidenwand entfernt. Die darunterliegenden Muskeln werden gerafft und gestärkt. Dadurch wird die Blase wieder in ihre ursprüngliche Position gebracht und die Scheidenwand gestrafft. Denken Sie an das Zusammennähen eines zu großen Rocks, um ihn passend zu machen.
Erfahrungen: Patientinnen berichten oft von einer Verbesserung der Blasenkontrolle. Unkontrollierter Urinverlust (Inkontinenz) kann reduziert oder behoben werden. Auch das Gefühl, einen Fremdkörper in der Scheide zu haben, verschwindet. Manche berichten von verbessertem Sexualleben, da die Scheide straffer ist.
Hintere Scheidenplastik
Die hintere Scheidenplastik, oder Kolporrhaphie posterior, befasst sich mit dem hinteren Bereich der Scheide. Hier geht es oft um eine Rektozele, also eine Vorwölbung des Enddarms in die Scheide. Ähnlich wie bei der Zystozele ist die Wand zwischen Enddarm und Scheide geschwächt, und der Enddarm drückt gegen die Scheide.
Warum passiert das? Auch hier sind Schwangerschaften, Geburten und Alterung häufige Ursachen. Starkes Pressen beim Stuhlgang kann die Muskeln ebenfalls schwächen.
Was wird gemacht? Der Chirurg entfernt den überschüssigen, gedehnten Teil der hinteren Scheidenwand. Die Muskeln, die den Beckenboden stützen, werden gestärkt und gerafft. Der Enddarm wird dadurch wieder in seine normale Position gebracht. Man kann es sich wie das Anziehen eines zu weiten Hosenbunds vorstellen.
Erfahrungen: Viele Frauen berichten von einer Verbesserung der Stuhlentleerung. Das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können, kann verschwinden. Auch hier berichten manche von verbessertem Sexualleben durch die Straffung der Scheide.
Gemeinsame Erfahrungen und Risiken
Sowohl bei der vorderen als auch der hinteren Scheidenplastik können ähnliche Risiken auftreten. Dazu gehören Blutungen, Infektionen, Schmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Stuhlgang. In seltenen Fällen kann es zu einer Verletzung der Blase oder des Enddarms kommen. Auch die Wundheilung kann beeinträchtigt sein.
Wichtig: Die Erfahrungen sind sehr individuell. Nicht jede Frau erlebt die gleichen positiven Ergebnisse. Manche benötigen möglicherweise eine weitere Operation, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Es ist wichtig, mit dem Arzt über die Erwartungen und möglichen Risiken zu sprechen. Eine sorgfältige Nachsorge ist entscheidend für den Erfolg der Operation.
Fazit: Vordere und hintere Scheidenplastik sind Operationen, die Frauen helfen können, die unter den Folgen von Geburten oder Alterung leiden. Eine offene Kommunikation mit dem Arzt ist der Schlüssel, um realistische Erwartungen zu haben und die bestmögliche Behandlung zu erhalten.
