Wann Bewirbt Man Sich Für Eine Ausbildung
Die Frage "Wann bewirbt man sich für eine Ausbildung?" ist entscheidend für deinen Erfolg. Im Kern geht es darum, den optimalen Zeitpunkt zu finden, um deine Bewerbung für eine Ausbildung einzureichen, damit deine Chancen maximiert werden. Das gilt für nahezu alle Ausbildungsberufe, von handwerklichen Berufen wie Schreiner oder Elektriker bis hin zu kaufmännischen Berufen wie Bürokaufmann/-frau oder Industriekaufmann/-frau. Der richtige Zeitpunkt hängt von verschiedenen Faktoren ab, die wir uns genauer ansehen werden.
Phase 1: Information und Orientierung (ca. 18-24 Monate vor Ausbildungsbeginn)
Diese Phase ist die Grundlage für eine erfolgreiche Bewerbung. Es geht darum, herauszufinden, welcher Beruf zu dir passt und welche Unternehmen in Frage kommen.
- Berufswahl: Beginne frühzeitig mit der Berufsorientierung. Nutze Online-Tests (z.B. bei der Bundesagentur für Arbeit), Praktika und Gespräche mit Freunden, Familie und Lehrern, um deine Interessen und Stärken zu erkennen. Frage dich: Was macht mir Spaß? Wo bin ich gut? Welche Tätigkeiten möchte ich ausüben?
- Recherche: Informiere dich über verschiedene Ausbildungsberufe. Welche Voraussetzungen sind erforderlich? Welche Inhalte werden vermittelt? Wie sind die Zukunftsaussichten? Nutze die Webseiten der Bundesagentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de), Berufenet und die Webseiten von Unternehmen.
- Betriebserkundung: Besuche Unternehmen, die Ausbildungsberufe anbieten, die dich interessieren. Viele Unternehmen bieten Tage der offenen Tür oder Praktika an, bei denen du einen Einblick in den Arbeitsalltag erhältst.
- Notizen machen: Halte deine Erkenntnisse in einem Notizbuch oder einer digitalen Liste fest. Was hat dir gefallen? Was hat dich abgeschreckt? Diese Informationen helfen dir später bei der Erstellung deiner Bewerbung.
Beispiel: Du interessierst dich für eine Ausbildung als Fachinformatiker. Du machst ein Praktikum in einem IT-Unternehmen und stellst fest, dass dir das Programmieren Spaß macht, aber der Kundenkontakt weniger. Das hilft dir, deine Berufswahl zu konkretisieren.
Phase 2: Bewerbungsvorbereitung (ca. 12-18 Monate vor Ausbildungsbeginn)
Jetzt geht es darum, die Grundlagen für deine Bewerbung zu schaffen. Sammle alle notwendigen Dokumente und bereite dich auf das Schreiben von Anschreiben und Lebenslauf vor.
- Schulzeugnisse: Stelle sicher, dass du deine letzten Schulzeugnisse hast. Falls du noch kein Abschlusszeugnis hast, benötigst du dein Halbjahreszeugnis.
- Praktikumsbescheinigungen: Sammle alle Praktikumsbescheinigungen, die du hast. Diese belegen deine Erfahrungen und dein Engagement.
- Weitere Nachweise: Hast du an Kursen teilgenommen oder Zertifikate erworben, die für den Ausbildungsberuf relevant sind? Füge diese deiner Bewerbung bei.
- Anschreiben und Lebenslauf: Beginne mit dem Entwurf deines Anschreibens und Lebenslaufs. Recherchiere, wie ein gutes Anschreiben und ein guter Lebenslauf aussehen. Nutze Vorlagen und Beispiele, aber passe sie unbedingt an deine individuelle Situation an.
- Bewerbungsfoto: Lass professionelle Bewerbungsfotos machen. Ein gutes Foto ist ein wichtiger Bestandteil deiner Bewerbung.
Beispiel: Du möchtest dich für eine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker bewerben. Du suchst deine Praktikumsbescheinigung von deinem Praktikum in einer Autowerkstatt heraus und beginnst, dein Anschreiben zu formulieren, in dem du deine Begeisterung für Autos und dein technisches Interesse hervorhebst.
Phase 3: Bewerbungsphase (ca. 6-12 Monate vor Ausbildungsbeginn)
Jetzt wird es ernst: Reiche deine Bewerbungen ein!
- Recherche nach Ausbildungsstellen: Suche aktiv nach Ausbildungsstellen in deinem Wunschberuf. Nutze Online-Jobportale (z.B. StepStone, Indeed, Monster), die Webseiten der Unternehmen und die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit.
- Bewerbungsfristen beachten: Informiere dich genau über die Bewerbungsfristen der Unternehmen. Die meisten Unternehmen beginnen etwa ein Jahr vor Ausbildungsbeginn mit dem Bewerbungsverfahren.
- Bewerbungen versenden: Sende deine Bewerbungen rechtzeitig ab. Je früher du dich bewirbst, desto besser sind deine Chancen.
- Bewerbung nachverfolgen: Kontaktiere das Unternehmen nach ein bis zwei Wochen, um dich nach dem Stand deiner Bewerbung zu erkundigen. Zeige dein Interesse und deine Motivation.
Beispiel: Du möchtest dich für eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann/-frau bewerben. Du findest eine interessante Stelle in einem großen Supermarkt und reichst deine Bewerbung drei Monate vor dem regulären Bewerbungsschluss ein. Du bekommst eine Einladung zum Vorstellungsgespräch!
Phase 4: Vorstellungsgespräch und Zusage (ca. 0-6 Monate vor Ausbildungsbeginn)
Wenn du eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhältst, hast du bereits einen großen Schritt geschafft. Bereite dich sorgfältig vor!
- Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch: Informiere dich über das Unternehmen, übe typische Fragen und überlege dir eigene Fragen.
- Vorstellungsgespräch: Sei pünktlich, höflich und selbstbewusst. Zeige dein Interesse und deine Motivation.
- Zusage: Wenn du eine Zusage erhältst, lies dir den Ausbildungsvertrag sorgfältig durch, bevor du ihn unterschreibst.
Beispiel: Du hast ein Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung als Koch. Du informierst dich über das Restaurant, übst, wie man ein perfektes Omelett zubereitet, und überlegst dir Fragen zum Team und den Arbeitszeiten. Du überzeugst im Gespräch und erhältst die Zusage!
Merke: Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf die Frage "Wann bewirbt man sich für eine Ausbildung?". Viele große Unternehmen starten ihre Bewerbungsphasen sehr früh, teilweise über ein Jahr im Voraus. Kleinere Betriebe sind oft flexibler. Wichtig ist, dass du dich frühzeitig informierst und dich rechtzeitig bewirbst, um deine Chancen zu maximieren. Viel Erfolg bei deiner Ausbildungsplatzsuche!
