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Wann Ziehen Störche In Den Süden


Wann Ziehen Störche In Den Süden

Haben Sie sich jemals gefragt, wann diese majestätischen Vögel, die Störche, sich auf ihre lange Reise in den Süden begeben? Viele von uns verbinden den Anblick eines Storches fest mit dem Frühling und Sommer. Doch wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, stellt sich die Frage: Wann ziehen Störche in den Süden, und warum tun sie das überhaupt?

Warum ziehen Störche überhaupt in den Süden?

Bevor wir uns dem genauen Zeitpunkt widmen, ist es wichtig zu verstehen, warum Störche diese beschwerliche Reise antreten. Der Hauptgrund ist die Nahrungssuche. Im Winter werden die Nahrungsquellen in unseren Breitengraden knapp. Frösche, Insekten und kleine Nagetiere, die Hauptnahrungsquellen der Störche, sind dann entweder nicht mehr vorhanden oder schwer zu finden. Die südlichen Regionen, insbesondere Afrika, bieten hingegen auch im Winter ein reichhaltiges Nahrungsangebot.

"Der Zug der Störche ist eine Überlebensstrategie, um den Winter in nahrungsreichen Gebieten zu verbringen," erklärt Dr. Anna Meyer, Ornithologin am Max-Planck-Institut für Ornithologie.

Der Zeitpunkt des Abzugs: Kein fixes Datum

Es gibt kein fixes Datum, an dem alle Störche gleichzeitig in den Süden aufbrechen. Der Zeitpunkt des Abzugs variiert je nach verschiedenen Faktoren:

  • Wetterbedingungen: Ein früher Kälteeinbruch kann den Abzug beschleunigen.
  • Nahrungsangebot: Wenn das Nahrungsangebot bereits früh im Herbst knapp wird, ziehen die Störche früher los.
  • Alter der Störche: Jüngere Störche neigen dazu, später zu ziehen als ältere, erfahrene Störche.
  • Zugroute: Die Zugroute beeinflusst ebenfalls den Zeitpunkt. Störche, die eine kürzere Strecke zurücklegen, können später aufbrechen.

Im Allgemeinen beginnen die Störche Ende August oder Anfang September mit dem Abzug. Der Großteil der Störche hat Deutschland und Mitteleuropa dann bis Ende Oktober verlassen.

Die Zugrouten: Ost- und Westroute

Es gibt zwei Hauptzugrouten, die von den Störchen genutzt werden: die Ostroute und die Westroute.

Die Westroute:

  • Führt über Spanien und die Straße von Gibraltar nach Afrika.
  • Ist die kürzere Route, aber auch gefährlicher, da die Störche die Meerenge überqueren müssen.
  • Westzieher profitieren von den Müllkippen in Spanien und Portugal, wo sie zusätzliche Nahrung finden.

Die Ostroute:

  • Führt über den Balkan, die Türkei und den Nahen Osten nach Afrika.
  • Ist die längere Route, aber bietet den Störchen mehr Möglichkeiten zur Rast und Nahrungsaufnahme.
  • Ostzieher sind stärker auf natürliche Nahrungsquellen angewiesen.

Satellitenortung: Einblicke in das Zugverhalten

Dank moderner Technologien wie der Satellitenortung können Wissenschaftler das Zugverhalten der Störche detailliert verfolgen. Die gewonnenen Daten liefern wertvolle Informationen über die Routen, die Rastplätze und die Herausforderungen, denen die Störche auf ihrer Reise begegnen. Diese Erkenntnisse helfen dabei, Schutzmaßnahmen zu entwickeln und die Lebensbedingungen der Störche zu verbessern.

Was können wir tun, um Störche zu schützen?

Der Schutz der Störche ist eine wichtige Aufgabe, die uns alle betrifft. Hier sind einige konkrete Maßnahmen, die wir ergreifen können:

  • Erhaltung von Feuchtgebieten: Feuchtgebiete sind wichtige Nahrungsquellen und Lebensräume für Störche. Der Schutz und die Renaturierung von Feuchtgebieten sind daher von großer Bedeutung.
  • Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft: Eine Landwirtschaft, die auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet und die Artenvielfalt fördert, trägt dazu bei, das Nahrungsangebot für Störche zu sichern.
  • Vermeidung von Stromleitungen und anderen Gefahrenquellen: Stromleitungen sind eine häufige Todesursache für Störche. Die Kennzeichnung von Stromleitungen und die Verlegung von Erdkabeln können das Risiko minimieren.
  • Unterstützung von Naturschutzorganisationen: Naturschutzorganisationen leisten wichtige Arbeit beim Schutz der Störche und ihrer Lebensräume. Durch Spenden oder ehrenamtliche Mitarbeit können wir diese Organisationen unterstützen.
  • Melden von Beobachtungen: Wenn Sie einen beringten Storch beobachten, melden Sie dies bitte an die zuständige Vogelwarte. Die Daten helfen den Wissenschaftlern, das Zugverhalten der Störche besser zu verstehen.

Der Einfluss des Klimawandels

Der Klimawandel stellt eine zusätzliche Bedrohung für die Störche dar. Veränderungen im Klima können die Nahrungsquellen beeinflussen und die Zugrouten verändern. Extremwetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen können die Lebensräume der Störche zerstören und ihre Überlebenschancen verringern.

Einige Störche, insbesondere in Westeuropa, zeigen bereits ein verändertes Zugverhalten. Sie verbringen den Winter zunehmend in Spanien oder Portugal, wo sie von den Müllkippen profitieren. Ob diese Anpassung langfristig erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.

Störche im Winter: Bleiben manche hier?

In den letzten Jahren beobachten wir immer häufiger, dass einige Störche auch im Winter in Deutschland bleiben. Dies ist vor allem auf die milderen Winter und das reichhaltige Nahrungsangebot zurückzuführen, das sie auf Müllkippen und in der Nähe von Städten finden. Diese Störche sind jedoch oft auf menschliche Hilfe angewiesen und können bei strengen Wintern Schwierigkeiten haben, zu überleben.

Die Entscheidung, ob ein Storch in den Süden zieht oder nicht, ist eine komplexe Abwägung verschiedener Faktoren. Jeder Storch entscheidet individuell, wann und wohin er zieht.

Die Rückkehr der Störche: Ein Zeichen des Frühlings

Nachdem die Störche den Winter in ihren Überwinterungsgebieten verbracht haben, kehren sie im Frühjahr nach Deutschland zurück. Die ersten Störche treffen meist Ende Februar oder Anfang März ein. Ihre Ankunft ist ein Zeichen des Frühlings und ein willkommener Anblick für viele Menschen.

Der Zeitpunkt der Rückkehr hängt ebenfalls von den Wetterbedingungen und dem Nahrungsangebot ab. Je früher der Frühling beginnt, desto früher kehren die Störche zurück.

Die lange Reise der Störche ist ein beeindruckendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit und den Überlebenswillen der Natur. Indem wir die Störche und ihre Lebensräume schützen, können wir dazu beitragen, dass diese faszinierenden Vögel auch in Zukunft unseren Himmel bevölkern.

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