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Warum Niesen Wir Bei Schnupfen


Warum Niesen Wir Bei Schnupfen

Fühlt es sich an, als würde Ihre Nase einen Dauerlauf veranstalten, und jeder Nieser ist wie ein kleiner Marathon? Wenn Sie unter einer Erkältung leiden, kennen Sie das Gefühl nur allzu gut. Aber haben Sie sich jemals gefragt, *warum* wir eigentlich so viel niesen, wenn wir einen Schnupfen haben? Es ist mehr als nur ein lästiges Symptom; es ist ein cleverer Abwehrmechanismus unseres Körpers!

Der Niesreflex: Ein Verteidigungsmechanismus im Detail

Der Niesreflex, wissenschaftlich als *sternutatorischer Reflex* bezeichnet, ist ein mächtiges Werkzeug unseres Körpers, um sich gegen Eindringlinge zu verteidigen. Er dient dazu, die Atemwege von irritierenden Stoffen wie Viren, Bakterien, Staub, Pollen oder eben auch den Schleimsekreten, die bei einer Erkältung entstehen, zu befreien. Stellen Sie sich das Niesen wie eine Art "Reset-Knopf" für Ihre Nase vor.

Der Prozess ist faszinierend und komplex. Hier ist eine vereinfachte Darstellung:

  1. Reizung: Reizstoffe gelangen in die Nase und stimulieren die Nervenenden der Trigeminusnerven, die für die sensorische Wahrnehmung im Gesichtsbereich zuständig sind.
  2. Signalübertragung: Diese Nerven senden ein Signal an das Nieszentrum im Gehirn, das sich im Hirnstamm befindet.
  3. Koordination: Das Nieszentrum koordiniert dann eine Reihe von Ereignissen, an denen verschiedene Muskelgruppen beteiligt sind.
  4. Der Nieser: Ein tiefer Atemzug wird genommen, die Augen werden geschlossen, die Zunge drückt gegen den Gaumen, und die Atemmuskulatur kontrahiert sich explosionsartig, um Luft, Speichel und Schleim mit hoher Geschwindigkeit aus Nase und Mund zu schleudern.

Die Geschwindigkeit, mit der ein Nieser aus Nase und Mund austritt, kann beeindruckende 160 km/h erreichen! Das erklärt auch, warum es so wichtig ist, beim Niesen ein Taschentuch zu verwenden, um die Verbreitung von Keimen zu minimieren.

Warum Niesen Wir Bei Schnupfen so oft?

Bei einem Schnupfen ist die Schleimhaut in der Nase entzündet und gereizt. Diese Entzündung macht die Nervenenden in der Nase noch empfindlicher. Das bedeutet, dass selbst kleinste Reize, die normalerweise keinen Niesreflex auslösen würden, jetzt dazu führen können. Stellen Sie sich vor, Ihre Nase wäre auf einmal extrem kitzlig!

Zusätzlich produziert der Körper bei einer Erkältung vermehrt Schleim, um die Viren oder Bakterien auszuspülen. Dieser Schleim selbst wirkt als Reizstoff und trägt dazu bei, dass wir häufiger niesen.

Kurz gesagt: Wir niesen bei Schnupfen häufiger, weil unsere Nase entzündet, überempfindlich und voller Schleim ist.

Die Rolle von Viren und Bakterien

Die meisten Erkältungen werden durch Viren verursacht, hauptsächlich durch Rhinoviren. Diese Viren dringen in die Zellen der Nasenschleimhaut ein und vermehren sich dort. Dieser Prozess führt zu Entzündungen und einer erhöhten Schleimproduktion, was wiederum den Niesreflex auslöst.

In selteneren Fällen können auch Bakterien eine Rolle spielen, insbesondere wenn es zu einer sekundären bakteriellen Infektion kommt. In diesem Fall ist der Schleim oft gelblich oder grünlich verfärbt, was ein Zeichen für eine bakterielle Beteiligung sein kann. Auch hier ist das Niesen ein Versuch des Körpers, die Erreger loszuwerden.

Es ist wichtig zu betonen, dass das Niesen zwar ein Abwehrmechanismus ist, aber gleichzeitig auch zur Verbreitung von Viren und Bakterien beiträgt. Deshalb ist es so wichtig, hygienische Maßnahmen zu beachten, um andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen.

Statistiken und Fakten rund ums Niesen

  • Ein einzelner Nieser kann bis zu 40.000 Tröpfchen in die Luft schleudern.
  • Diese Tröpfchen können je nach Größe und Luftfeuchtigkeit mehrere Meter weit fliegen.
  • Rhinoviren, die häufigsten Erkältungsviren, können bis zu 24 Stunden auf Oberflächen überleben.
  • Studien haben gezeigt, dass das Abdecken von Nase und Mund beim Niesen die Ausbreitung von Keimen deutlich reduziert.

Was Sie gegen das Niesen tun können (und was nicht)

Auch wenn das Niesen ein wichtiger Abwehrmechanismus ist, kann es natürlich sehr lästig sein, insbesondere wenn es ständig auftritt. Hier sind einige Dinge, die Sie ausprobieren können, um das Niesen zu reduzieren oder zumindest erträglicher zu machen:

  • Luftbefeuchter: Trockene Luft kann die Nasenschleimhaut zusätzlich reizen. Ein Luftbefeuchter kann helfen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und die Nase zu beruhigen.
  • Nasenspülungen: Nasenspülungen mit einer Kochsalzlösung können helfen, Schleim und Reizstoffe aus der Nase zu entfernen.
  • Inhalationen: Das Inhalieren von heißem Dampf, eventuell mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus oder Pfefferminze (vorsichtig bei kleinen Kindern!), kann die Atemwege befeuchten und die Schleimhaut beruhigen.
  • Viel trinken: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft, den Schleim zu verflüssigen und ihn leichter abzutransportieren.
  • Reizstoffe vermeiden: Versuchen Sie, Tabakrauch, Staub und andere Reizstoffe zu meiden, die das Niesen zusätzlich verstärken könnten.
  • Antihistaminika: Obwohl Antihistaminika primär gegen Allergien eingesetzt werden, können sie in manchen Fällen auch bei Erkältungen helfen, indem sie die Entzündung der Schleimhaut reduzieren (bitte mit Ihrem Arzt absprechen).

Was Sie vermeiden sollten:

  • Das Niesen unterdrücken: Das Unterdrücken eines Niesers kann zu erhöhtem Druck im Kopfbereich und sogar zu Verletzungen führen. Lassen Sie es lieber raus!
  • Antibiotika bei Erkältungen: Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Sie sind bei einer normalen Erkältung wirkungslos und können sogar schädlich sein, da sie zur Entwicklung von Antibiotikaresistenzen beitragen.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

In den meisten Fällen ist ein Schnupfen harmlos und klingt von selbst wieder ab. Es gibt jedoch Situationen, in denen Sie einen Arzt aufsuchen sollten:

  • Hohes Fieber: Wenn Sie hohes Fieber (über 39 Grad Celsius) haben, das länger als ein paar Tage anhält.
  • Starke Schmerzen: Wenn Sie starke Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen oder Schmerzen im Gesichtsbereich haben.
  • Atemnot: Wenn Sie Schwierigkeiten beim Atmen haben oder unter starkem Husten leiden.
  • Anhaltende Symptome: Wenn Ihre Symptome nach mehr als 10 Tagen nicht besser werden oder sich sogar verschlimmern.
  • Chronische Erkrankungen: Wenn Sie unter chronischen Erkrankungen wie Asthma, COPD oder Diabetes leiden und sich Ihre Symptome verschlimmern.

Prävention: Schnupfen vermeiden und Niesen reduzieren

Die beste Strategie gegen das Niesen bei Schnupfen ist natürlich, den Schnupfen von vornherein zu vermeiden. Hier sind einige bewährte Tipps zur Prävention:

  • Regelmäßiges Händewaschen: Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Seife und Wasser, insbesondere nach dem Kontakt mit öffentlichen Oberflächen oder kranken Menschen.
  • Hygienische Maßnahmen: Vermeiden Sie es, sich ins Gesicht zu fassen, insbesondere in Nase, Mund und Augen.
  • Abstand halten: Halten Sie Abstand zu kranken Menschen, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern.
  • Stärkung des Immunsystems: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung, um Ihr Immunsystem zu stärken.
  • Impfungen: Lassen Sie sich gegen Grippe impfen, um sich vor einer schweren Grippeinfektion zu schützen.

Indem Sie diese Tipps befolgen, können Sie das Risiko einer Erkältung und damit auch das häufige Niesen reduzieren.

Zusammenfassung: Niesen – mehr als nur ein Ärgernis

Das Niesen bei Schnupfen ist zwar lästig, aber es ist ein wichtiger und effektiver Abwehrmechanismus unseres Körpers. Es hilft, die Atemwege von Reizstoffen und Erregern zu befreien. Durch das Verständnis des Niesreflexes und der Ursachen für das häufige Niesen bei einer Erkältung können wir besser mit diesem Symptom umgehen und Maßnahmen ergreifen, um uns vor Ansteckung zu schützen. Denken Sie daran: Beim Niesen immer ein Taschentuch benutzen und auf eine gute Hygiene achten, um die Verbreitung von Keimen zu minimieren!

Und wenn Sie das nächste Mal niesen müssen, denken Sie daran: Ihr Körper arbeitet hart daran, Sie gesund zu halten!

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