Was Bedeutet Eine Eidesstattliche Versicherung
Eine Eidesstattliche Versicherung, oft auch als Vermögensauskunft oder Offenbarungseid bezeichnet, ist eine feierliche Erklärung, die man vor einem Gericht oder einem Notar abgibt. Kurz gesagt: Es ist eine Versicherung an Eides statt, dass die gemachten Angaben wahr und vollständig sind.
Was bedeutet das genau?
Stell dir vor, du schuldest jemandem Geld und kannst es nicht bezahlen. Der Gläubiger (die Person, der du Geld schuldest) kann dann beim Gericht beantragen, dass du eine Eidesstattliche Versicherung abgibst. Du musst dann umfassend Auskunft über deine finanziellen Verhältnisse geben. Das betrifft dein Einkommen, dein Vermögen (z.B. Bankkonten, Wertpapiere, Immobilien) und deine Schulden.
Du versicherst also, dass alles, was du gesagt hast, der Wahrheit entspricht. Und zwar eidesstattlich. Das bedeutet, dass du die Wahrheit an Eides statt versicherst. Eine Falschaussage ist strafbar!
Wann muss ich eine Eidesstattliche Versicherung abgeben?
Meistens wird die Eidesstattliche Versicherung verlangt, wenn jemand eine offene Forderung gegen dich hat und versucht, diese zu vollstrecken. Das kann passieren, wenn du deine Rechnungen nicht bezahlt hast und der Gläubiger gerichtlich gegen dich vorgeht. Wenn die Zwangsvollstreckung erfolglos war (also nichts gepfändet werden konnte), kann der Gläubiger verlangen, dass du deine Vermögensverhältnisse offenlegst.
Ein Beispiel: Du hast einen Kredit aufgenommen und die Raten nicht bezahlt. Die Bank verklagt dich. Das Gericht gibt der Bank Recht. Der Gerichtsvollzieher versucht, dein Vermögen zu pfänden, findet aber nichts Wertvolles. Dann kann die Bank beantragen, dass du eine Eidesstattliche Versicherung abgibst.
Was passiert, wenn ich die Eidesstattliche Versicherung abgegeben habe?
Deine Angaben werden im Schuldnerverzeichnis des zuständigen Amtsgerichts gespeichert. Diese Eintragung ist öffentlich einsehbar und kann deine Kreditwürdigkeit erheblich beeinträchtigen. Das bedeutet, dass es schwieriger werden kann, einen Kredit zu bekommen, einen Handyvertrag abzuschließen oder eine Wohnung zu mieten.
Der Eintrag bleibt in der Regel drei Jahre lang bestehen, es sei denn, du kannst nachweisen, dass du deine Schulden beglichen hast. In diesem Fall kannst du die vorzeitige Löschung beantragen.
Was, wenn ich falsche Angaben mache?
Falsche Angaben in einer Eidesstattlichen Versicherung sind kein Kavaliersdelikt. Es handelt sich um eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet werden kann. Du begehst damit einen Meineid.
Es ist also sehr wichtig, dass du die Wahrheit sagst und alle deine finanziellen Verhältnisse vollständig offenlegst.
Was tun, wenn ich eine Eidesstattliche Versicherung abgeben muss?
Wenn du aufgefordert wirst, eine Eidesstattliche Versicherung abzugeben, solltest du dich gründlich vorbereiten. Sammle alle relevanten Unterlagen, die deine finanziellen Verhältnisse belegen. Dazu gehören Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge, Verträge und sonstige Vermögensnachweise.
Es ist auch ratsam, sich professionelle Beratung zu suchen. Ein Anwalt oder eine Schuldnerberatungsstelle kann dir helfen, deine Situation einzuschätzen und dich auf die Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung vorzubereiten. Sie können dir auch helfen, Wege aus der Schuldenfalle zu finden.
Die Eidesstattliche Versicherung ist eine ernste Angelegenheit. Nimm sie nicht auf die leichte Schulter und informiere dich gründlich, bevor du eine solche Erklärung abgibst.
