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Was Bedeutet Zu Viele Rote Blutkörperchen


Was Bedeutet Zu Viele Rote Blutkörperchen

Was bedeutet es, zu viele rote Blutkörperchen zu haben? Das nennt man im medizinischen Fachjargon Polyzythämie oder auch Erythrozytose. Einfach gesagt, bedeutet es, dass dein Blut zu viele rote Blutkörperchen enthält. Diese roten Blutkörperchen sind lebenswichtig, da sie Sauerstoff durch deinen Körper transportieren.

Aber zu viele rote Blutkörperchen können Probleme verursachen. Dein Blut wird dadurch dicker. Denk an Honig im Vergleich zu Wasser. Dickeres Blut fließt langsamer. Das kann zu verstopften Blutgefäßen führen. Dies erhöht das Risiko für Blutgerinnsel, Schlaganfälle und Herzinfarkte.

Wie stellt man fest, ob man zu viele rote Blutkörperchen hat? Das wird durch einen Bluttest festgestellt. Genauer gesagt, misst der Arzt den Hämatokritwert. Der Hämatokritwert gibt an, welcher Anteil deines Blutes aus roten Blutkörperchen besteht. Ein erhöhter Hämatokritwert deutet auf Polyzythämie hin. Auch die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozytenzahl) wird gemessen.

Es gibt verschiedene Ursachen für Polyzythämie. Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Polyzythämie.

Primäre Polyzythämie ist oft genetisch bedingt. Das bedeutet, dass ein Fehler in deinen Genen dazu führt, dass dein Körper zu viele rote Blutkörperchen produziert. Ein bekanntes Beispiel ist die Polyzythämia Vera, eine seltene Knochenmarkserkrankung.

Sekundäre Polyzythämie ist eine Reaktion auf andere Erkrankungen oder Faktoren. Zum Beispiel kann ein chronischer Sauerstoffmangel dazu führen, dass der Körper mehr rote Blutkörperchen produziert, um den Sauerstoffmangel auszugleichen. Dies kann bei Menschen mit Lungenerkrankungen wie COPD oder bei Höhenaufenthalten der Fall sein. Auch Rauchen kann eine sekundäre Polyzythämie verursachen.

Weitere Ursachen für sekundäre Polyzythämie können Tumore sein, die das Hormon Erythropoetin (EPO) produzieren. EPO stimuliert die Bildung roter Blutkörperchen. Auch die Einnahme von EPO als Dopingmittel kann zu einer Polyzythämie führen.

Was sind die Symptome? Viele Menschen mit Polyzythämie haben zunächst keine Symptome. Wenn Symptome auftreten, können sie vielfältig sein. Dazu gehören Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Juckreiz (besonders nach dem Baden), Sehstörungen und eine rötliche Hautfarbe, insbesondere im Gesicht.

Die Behandlung hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Polyzythämie ab. Bei Polyzythämia Vera wird oft eine Aderlass durchgeführt, um die Anzahl der roten Blutkörperchen zu reduzieren. Auch Medikamente, die die Blutbildung hemmen, können eingesetzt werden. Bei sekundärer Polyzythämie steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Zum Beispiel, wenn die Polyzythämie durch Rauchen verursacht wird, ist der Rauchstopp die wichtigste Maßnahme. Die Prognose hängt stark von der Ursache und der Effektivität der Behandlung ab.

Es ist wichtig, bei Verdacht auf Polyzythämie einen Arzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können helfen, Komplikationen zu vermeiden. Bluttests sind dabei das wichtigste Instrument.

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