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Was Fehlt Dem Körper Bei Schuppenflechte


Was Fehlt Dem Körper Bei Schuppenflechte

Schuppenflechte, oder Psoriasis, ist mehr als nur eine Hautkrankheit. Sie ist eine chronische, entzündliche Erkrankung, die das Leben vieler Menschen in Deutschland und weltweit beeinflusst. Wenn Sie selbst betroffen sind, wissen Sie, wie belastend der Juckreiz, die Schmerzen und die sichtbaren Hautveränderungen sein können. Aber was genau steckt dahinter? Was fehlt dem Körper eigentlich, wenn Schuppenflechte auftritt?

Oftmals wird die Frage nach dem "Was fehlt?" gestellt, um eine einfache Lösung zu finden: Ein Vitaminmangel? Ein bestimmtes Enzym? Die Realität ist leider komplexer, aber das bedeutet nicht, dass es keine Antworten oder Lösungsansätze gibt. Wir werden uns in diesem Artikel genauer ansehen, welche Faktoren eine Rolle spielen und was Sie tun können, um Ihre Symptome zu lindern.

Die Komplexität der Schuppenflechte

Es ist wichtig zu verstehen, dass Schuppenflechte keine einfache Mangelerscheinung ist. Sie ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der verschiedene Faktoren zusammenwirken. Die häufigste Vermutung ist, dass es sich um einen Defekt handelt, der mit Genetik und dem Immunsystem zusammenhängt. Im Grunde genommen greift das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Hautzellen an, was zu einer beschleunigten Hautzellproduktion und Entzündung führt.

Genetische Veranlagung

Schuppenflechte ist erblich. Das bedeutet nicht, dass jedes Kind von Betroffenen automatisch die Krankheit entwickelt, aber die Wahrscheinlichkeit ist höher. Bestimmte Gene, die mit dem Immunsystem in Verbindung stehen, erhöhen das Risiko. Diese Gene allein reichen jedoch oft nicht aus, um die Krankheit auszulösen. Es braucht zusätzliche Triggerfaktoren.

Immunsystem-Dysfunktion

Der Dreh- und Angelpunkt der Schuppenflechte ist eine Fehlregulation des Immunsystems. Bestimmte Immunzellen, insbesondere T-Zellen, werden überaktiv und setzen Entzündungsstoffe frei. Diese Stoffe, wie z.B. Zytokine, stimulieren die Hautzellen (Keratinozyten) zur schnellen Vermehrung. Dadurch entstehen die typischen Plaques, die sich schuppen und jucken.

Triggerfaktoren

Selbst wenn eine genetische Veranlagung und eine Immunsystem-Dysfunktion vorliegen, muss die Schuppenflechte nicht zwangsläufig ausbrechen. Oft sind es bestimmte Triggerfaktoren, die den Krankheitsprozess in Gang setzen oder verschlimmern. Zu diesen Faktoren gehören:

  • Stress: Psychischer Stress kann das Immunsystem negativ beeinflussen und Schuppenflechte-Schübe auslösen.
  • Infektionen: Bestimmte Infektionen, wie z.B. Streptokokken-Infektionen, können Schuppenflechte verstärken oder auslösen, insbesondere die sogenannte Guttata-Psoriasis.
  • Hautverletzungen: Verletzungen, Schnitte, Verbrennungen oder auch Tätowierungen können an den betroffenen Stellen Schuppenflechte verursachen (Köbner-Phänomen).
  • Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente, wie z.B. Betablocker, Lithium oder bestimmte Malariamedikamente, können Schuppenflechte auslösen oder verschlimmern.
  • Umweltfaktoren: Kälte, trockenes Klima und Sonneneinstrahlung (in manchen Fällen) können die Haut reizen und Schübe begünstigen.
  • Ernährung: Obwohl die Forschung hier noch nicht abgeschlossen ist, gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Nahrungsmittel, wie z.B. stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker oder Alkohol, Entzündungen im Körper fördern und somit auch Schuppenflechte beeinflussen können.

Was fehlt dem Körper wirklich?

Nachdem wir die komplexen Ursachen der Schuppenflechte beleuchtet haben, können wir uns der Frage nähern, was dem Körper "fehlt". Es ist weniger ein einzelner fehlender Stoff, sondern eher ein Ungleichgewicht in verschiedenen Bereichen:

Ein Gleichgewicht im Immunsystem

Das Immunsystem ist aus dem Gleichgewicht geraten. Es ist überaktiv und greift fälschlicherweise die eigenen Hautzellen an. Es fehlt ihm die Fähigkeit, zwischen "Freund" und "Feind" zu unterscheiden. Hier fehlen also nicht einzelne Stoffe, sondern vielmehr die regulatorischen Mechanismen, die das Immunsystem im Zaum halten.

Eine intakte Hautbarriere

Die Hautbarriere, die Schutzschicht der Haut, ist bei Schuppenflechte oft gestört. Sie ist durchlässiger und anfälliger für Reizstoffe und Entzündungen. Es fehlt ihr an Feuchtigkeit, an Lipiden und an einer ausgewogenen Zusammensetzung der Hautflora. Eine gesunde Hautbarriere ist entscheidend, um das Eindringen von Allergenen und Krankheitserregern zu verhindern und die Entzündung zu reduzieren.

Entzündungshemmende Mechanismen

Der Körper ist nicht in der Lage, die Entzündungsprozesse effektiv zu kontrollieren. Es fehlen ihm die endogenen Entzündungshemmer, die normalerweise dafür sorgen, dass die Entzündung nicht überhandnimmt. Hier spielen auch oxidativer Stress und ein Mangel an Antioxidantien eine Rolle.

Nährstoffe für die Hautgesundheit

Obwohl Schuppenflechte keine klassische Mangelerscheinung ist, können bestimmte Nährstoffe die Hautgesundheit unterstützen und die Entzündung reduzieren. Dazu gehören:

  • Omega-3-Fettsäuren: Wirken entzündungshemmend und können die Hautbarriere stärken. Enthalten in Fischöl, Leinsamenöl und Chiasamen.
  • Vitamin D: Spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem und bei der Hautzellreifung. Viele Menschen mit Schuppenflechte haben einen Vitamin-D-Mangel.
  • Vitamin A: Wichtig für die Hautregeneration und die Bildung einer gesunden Hautbarriere.
  • Zink: Wirkt entzündungshemmend und unterstützt die Wundheilung.
  • Selen: Ein wichtiges Antioxidans, das die Zellen vor Schäden schützt.
  • Probiotika: Können die Darmflora positiv beeinflussen und somit indirekt das Immunsystem stärken und Entzündungen reduzieren.

Was können Sie tun? Lösungsansätze für ein besseres Leben mit Schuppenflechte

Auch wenn die Ursachen der Schuppenflechte komplex sind, gibt es viele Dinge, die Sie tun können, um Ihre Symptome zu lindern und Ihre Lebensqualität zu verbessern:

Ärztliche Behandlung

Eine ärztliche Behandlung ist unerlässlich. Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt über die verschiedenen Therapieoptionen. Diese reichen von topischen Cremes und Salben über Lichttherapie bis hin zu systemischen Medikamenten, die das Immunsystem beeinflussen.

Stressmanagement

Stressreduktion ist ein wichtiger Baustein der Behandlung. Finden Sie Wege, um Stress abzubauen, z.B. durch Entspannungsübungen, Yoga, Meditation oder Sport.

Hautpflege

Eine konsequente Hautpflege ist entscheidend. Verwenden Sie milde, feuchtigkeitsspendende Cremes und Lotionen, die die Hautbarriere stärken. Vermeiden Sie aggressive Seifen und Duschgels, die die Haut austrocknen.

Ernährung

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und gesunden Fetten. Reduzieren Sie den Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln, Zucker und Alkohol. Erwägen Sie, entzündungshemmende Lebensmittel wie Omega-3-Fettsäuren in Ihre Ernährung zu integrieren. Manche Menschen profitieren von einer glutenfreien oder milchfreien Ernährung, aber das sollte individuell mit einem Arzt oder Ernährungsberater abgeklärt werden.

Nahrungsergänzungsmittel

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein könnten. Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Probiotika können in bestimmten Fällen hilfreich sein.

Triggerfaktoren vermeiden

Identifizieren Sie Ihre individuellen Triggerfaktoren und versuchen Sie, diese zu vermeiden. Führen Sie ein Tagebuch, um herauszufinden, welche Faktoren Ihre Schuppenflechte verschlimmern.

Selbsthilfegruppen

Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann sehr hilfreich sein. Sie können sich gegenseitig unterstützen, Erfahrungen austauschen und von den Strategien anderer lernen.

Counterpoints: Was ist mit alternativen Therapien?

Es gibt viele alternative Therapien, die bei Schuppenflechte angepriesen werden, wie z.B. Akupunktur, Homöopathie oder pflanzliche Mittel. Während manche Menschen von diesen Therapien profitieren, ist die wissenschaftliche Evidenz oft begrenzt. Es ist wichtig, kritisch zu bleiben und sich nicht auf Versprechungen zu verlassen, die nicht belegt sind. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt, bevor Sie alternative Therapien ausprobieren, um sicherzustellen, dass diese sicher sind und nicht mit Ihrer regulären Behandlung interagieren.

Ein häufig geäußerter Standpunkt ist, dass Schuppenflechte ausschließlich durch Ernährung geheilt werden kann. Während die Ernährung eine Rolle spielen kann, ist sie selten die alleinige Ursache oder Lösung. Eine ausgewogene Ernährung kann die Symptome lindern und die allgemeine Gesundheit verbessern, aber sie ersetzt in der Regel nicht die Notwendigkeit einer ärztlichen Behandlung.

Abschluss

Schuppenflechte ist eine komplexe Erkrankung, bei der es nicht um einen einzelnen fehlenden Stoff geht, sondern um ein Ungleichgewicht in verschiedenen Bereichen des Körpers, insbesondere im Immunsystem und in der Hautbarriere. Durch eine Kombination aus ärztlicher Behandlung, Stressmanagement, Hautpflege, Ernährung und der Vermeidung von Triggerfaktoren können Sie Ihre Symptome lindern und Ihre Lebensqualität verbessern.

Welche kleinen Schritte können Sie heute unternehmen, um Ihr Wohlbefinden mit Schuppenflechte zu verbessern?

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