Was Ist Krätze Und Woher Kommt Sie
Krätze, auch bekannt als Skabies, ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch die Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei hominis) verursacht wird. Diese winzigen Parasiten graben sich in die oberste Hautschicht ein, wo sie Eier legen und starken Juckreiz verursachen. Die Erkrankung ist weit verbreitet und kann Menschen jeden Alters und jeder Herkunft betreffen.
Der Juckreiz ist das charakteristischste Symptom der Krätze. Er ist besonders nachtsintensiv, da die Milben in der Wärme aktiver sind. Der Juckreiz wird durch eine allergische Reaktion des Körpers auf die Milben, deren Kot und Eier ausgelöst. Typische Stellen für den Befall sind Fingerzwischenräume, Handgelenke, Achselhöhlen, Genitalbereich und Knöchel. Manchmal sind auch andere Körperstellen betroffen.
Die Übertragung von Krätze erfolgt hauptsächlich durch direkten, längeren Hautkontakt mit einer infizierten Person. Kurzer Hautkontakt, wie z.B. ein Händedruck, ist weniger wahrscheinlich, um die Krätze zu übertragen. Die Milben können aber auch durch kontaminierte Gegenstände wie Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher übertragen werden, allerdings ist dies seltener. In Pflegeheimen, Kindergärten oder Krankenhäusern, wo enger Kontakt häufiger vorkommt, kann sich die Krätze schneller ausbreiten.
Das typische Erscheinungsbild der Krätze sind kleine, rote Papeln (Knötchen) und winzige, geschlängelte Linien auf der Haut, die die Milbengänge darstellen. Diese Gänge sind oft schwer zu erkennen, da sie durch das Kratzen verwischt werden können. Durch das Kratzen können sich auch sekundäre bakterielle Infektionen entwickeln, die die Diagnose erschweren.
Ein Beispiel: Ein Kind in der Kindertagesstätte entwickelt plötzlich starken Juckreiz, besonders nachts. Die Eltern bemerken kleine rote Punkte zwischen den Fingern und am Bauch. Der Arzt diagnostiziert Krätze und verschreibt eine spezielle Creme für das Kind und die gesamte Familie. Ein anderes Beispiel wäre, dass ein Bewohner eines Pflegeheims über starken Juckreiz klagt. Nach einer Untersuchung werden bei ihm und einigen anderen Bewohnern Krätzmilben gefunden. Die Einrichtung leitet sofort Maßnahmen ein, um die Ausbreitung zu stoppen und alle Betroffenen zu behandeln.
Die Diagnose wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung und die Identifizierung von Milben, Eiern oder Milbenkot unter dem Mikroskop gestellt. Dazu wird ein oberflächlicher Hautabkratz entnommen und untersucht. Manchmal kann auch eine Dermatoskopie hilfreich sein. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um die Ausbreitung der Krätze zu verhindern.
Die Behandlung der Krätze erfolgt in der Regel mit verschreibungspflichtigen Cremes oder Lotionen, die Permethrin oder Ivermectin enthalten. Diese Mittel werden auf den gesamten Körper aufgetragen, von Hals abwärts, und müssen für eine bestimmte Zeit einwirken, bevor sie abgewaschen werden. Oft ist eine Wiederholungsbehandlung nach einer Woche erforderlich, um sicherzustellen, dass alle Milben abgetötet werden. Wichtig ist auch, dass alle Kontaktpersonen gleichzeitig behandelt werden, auch wenn sie keine Symptome haben.
Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung ist es wichtig, Kleidung, Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen, um die Milben abzutöten. Gegenstände, die nicht gewaschen werden können, sollten für mindestens 72 Stunden in einem verschlossenen Plastiksack aufbewahrt werden, da die Milben außerhalb des Körpers nicht lange überleben. Auch das Staubsaugen von Teppichen und Polstermöbeln kann helfen, die Milben zu entfernen.
In der Praxis ist die Bekämpfung von Krätze wichtig, um Epidemien, besonders in Gemeinschaftseinrichtungen, zu verhindern. Durch Aufklärung über die Übertragungswege und konsequente Behandlung können Ausbrüche eingedämmt und das Leid der Betroffenen gelindert werden. Die korrekte Anwendung der Medikamente und die Einhaltung der Hygienemaßnahmen sind entscheidend für den Behandlungserfolg.
