Was Kann Man Als Student Von Der Steuer Absetzen
Du bist Student und fragst dich, ob du deine Ausgaben für dein Studium von der Steuer absetzen kannst? Die gute Nachricht: Ja, das ist oft möglich! Aber welche Kosten genau? Und wie funktioniert das alles? Keine Sorge, wir erklären dir, wie du als Student bares Geld sparen kannst.
Warum solltest du dich mit dem Thema Steuererklärung beschäftigen?
Klar, Steuererklärung klingt erstmal nicht nach dem spannendsten Thema. Aber gerade als Student, wo jeder Euro zählt, kann es sich lohnen, sich damit auseinanderzusetzen. Durch das Absetzen von Studienkosten kannst du deine Steuerlast mindern und dir Geld vom Finanzamt zurückholen. Stell dir vor, das Geld könntest du für Bücher, Semestergebühren, oder den nächsten Urlaub verwenden! Es ist quasi ein kleiner Geldsegen, den du dir nicht entgehen lassen solltest.
Die Basics: Was sind absetzbare Studienkosten?
Grundsätzlich unterscheidet das Finanzamt zwischen zwei Arten von Studienkosten:
1. Werbungskosten: Das "normale" Studium
Wenn du ein Erststudium absolvierst, das im direkten Zusammenhang mit deiner späteren beruflichen Tätigkeit steht, kannst du deine Ausgaben als Werbungskosten absetzen. Das bedeutet, du kannst sie unbegrenzt geltend machen und bekommst die volle Steuererstattung, wenn du auch Einkommen hattest.
Was zählt zu den Werbungskosten?
- Studiengebühren: Diese sind in voller Höhe absetzbar.
- Semesterbeiträge: Auch hier kannst du den kompletten Betrag angeben.
- Fahrtkosten: Fahrten zur Uni, zur Bibliothek oder zu Lerngruppen kannst du mit 30 Cent pro gefahrenen Kilometer absetzen. Wenn du öffentliche Verkehrsmittel nutzt, kannst du die Kosten für deine Fahrkarten angeben.
- Arbeitsmittel: Hierzu zählen Bücher, Skripte, Fachzeitschriften, Schreibwaren, ein Laptop, ein Drucker und sogar ein Schreibtischstuhl.
- Kosten für ein Arbeitszimmer: Wenn du zu Hause einen separaten Raum hast, den du ausschließlich für dein Studium nutzt, kannst du die Kosten dafür anteilig absetzen.
- Telefon- und Internetkosten: Auch diese kannst du anteilig geltend machen, wenn du sie für dein Studium nutzt.
- Konto- und Prüfungsgebühren: Diese sind ebenfalls absetzbar.
- Bewerbungskosten: Wenn du dich während deines Studiums bewirbst, kannst du auch diese Kosten absetzen.
- Reisekosten: Wenn du beispielsweise an einer Exkursion oder einer Konferenz teilnimmst, kannst du die Reisekosten absetzen.
Wichtig: Du musst alle Ausgaben belegen können. Sammle also alle Rechnungen, Quittungen und Fahrkarten! Am besten legst du dir dafür einen Ordner an, in dem du alle Belege sammelst.
2. Sonderausgaben: Das "zweite" Studium oder die Ausbildung
Wenn du ein Zweitstudium absolvierst oder eine Ausbildung machst, die nicht direkt mit deinem späteren Beruf zusammenhängt, kannst du deine Ausgaben als Sonderausgaben absetzen. Das betrifft beispielsweise den Fall, wenn du nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung ein Studium beginnst oder ein Zweitstudium absolvierst.
Was zählt zu den Sonderausgaben?
Im Prinzip die gleichen Kosten wie bei den Werbungskosten, also Studiengebühren, Semesterbeiträge, Fahrtkosten, Arbeitsmittel etc. Der Unterschied liegt darin, dass du Sonderausgaben nur dann geltend machen kannst, wenn du im gleichen Jahr auch Einkommen hattest. Wenn du also nur studierst und kein Einkommen hast, kannst du die Sonderausgaben zwar angeben, sie wirken sich aber erst in späteren Jahren aus, wenn du dann tatsächlich Einkommen hast. In dem Fall entsteht ein Verlustvortrag.
Verlustvortrag? Was ist das?
Ein Verlustvortrag bedeutet, dass du deine Studienkosten, die du in einem Jahr nicht absetzen konntest, in spätere Jahre vortragen kannst. Wenn du also später anfängst zu arbeiten und Einkommen hast, kannst du diese Kosten dann mit deinem Einkommen verrechnen und so deine Steuerlast mindern. Das ist besonders für Studenten interessant, die während des Studiums kein oder nur wenig Einkommen haben.
Wie funktioniert die Steuererklärung konkret?
Die Steuererklärung ist erstmal ein bisschen Papierkram, aber keine Sorge, mit der richtigen Vorbereitung ist das kein Hexenwerk. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Sammle alle Belege: Rechnungen, Quittungen, Fahrkarten, Immatrikulationsbescheinigung, etc.
- Besorge dir die Steuerformulare: Diese kannst du entweder online herunterladen (z.B. von der Website des Bundeszentralamts für Steuern) oder beim Finanzamt abholen.
- Fülle die Formulare aus: Hier musst du deine persönlichen Daten angeben und deine Einnahmen und Ausgaben eintragen. Achte darauf, dass du alle Angaben korrekt machst.
- Reiche die Steuererklärung ein: Du kannst die Steuererklärung entweder per Post an das Finanzamt schicken oder sie online über ELSTER (Elektronische Steuererklärung) einreichen.
Hilfreiche Tools:
Es gibt mittlerweile viele Online-Steuerprogramme, die dir die Steuererklärung erleichtern können. Diese Programme führen dich Schritt für Schritt durch die Steuererklärung und helfen dir, alle relevanten Angaben zu machen. Einige Programme sind sogar kostenlos.
Tipps und Tricks für Studenten
- Frühzeitig anfangen: Warte nicht bis kurz vor der Frist, sondern fange frühzeitig mit der Steuererklärung an. So hast du genügend Zeit, alle Belege zusammenzusuchen und die Formulare auszufüllen.
- Ordnung halten: Lege dir einen Ordner an, in dem du alle Belege sammelst. So hast du alles griffbereit, wenn du die Steuererklärung machst.
- Nicht vergessen: Denke daran, auch kleine Beträge anzugeben. Auch wenn es sich nur um ein paar Euro handelt, kann sich das am Ende summieren.
- Hilfe suchen: Wenn du Fragen hast oder dir unsicher bist, scheue dich nicht, Hilfe zu suchen. Du kannst dich an das Finanzamt wenden, einen Steuerberater konsultieren oder dich von einem Freund oder Familienmitglied helfen lassen.
- Fristen beachten: Die Frist für die Abgabe der Steuererklärung ist der 31. Juli des Folgejahres. Wenn du die Steuererklärung von einem Steuerberater erstellen lässt, hast du in der Regel länger Zeit.
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
- Fehlende Belege: Ohne Belege kannst du keine Kosten absetzen. Sammle also alle Rechnungen und Quittungen sorgfältig.
- Falsche Angaben: Achte darauf, dass du alle Angaben korrekt machst. Falsche Angaben können zu Nachzahlungen oder sogar zu einem Strafverfahren führen.
- Vergessene Kosten: Denke daran, alle relevanten Kosten anzugeben. Oft werden kleine Beträge vergessen, die sich aber am Ende summieren können.
- Fristversäumnis: Versäume nicht die Frist für die Abgabe der Steuererklärung. Andernfalls musst du mit Verspätungszuschlägen rechnen.
Beispiele aus dem Studentenleben
Beispiel 1: Lena, die fleißige Studentin
Lena studiert im 2. Semester Jura. Sie hat Studiengebühren von 500 Euro pro Semester, einen Semesterbeitrag von 300 Euro, Fahrtkosten zur Uni von 20 Euro pro Monat und Arbeitsmittel (Bücher, Skripte) im Wert von 400 Euro gekauft. Außerdem hat sie ein Arbeitszimmer zu Hause, für das sie anteilig 100 Euro Miete pro Monat zahlt. Lena kann all diese Kosten als Werbungskosten absetzen und so ihre Steuerlast mindern.
Beispiel 2: Max, der berufstätige Student
Max studiert im 4. Semester BWL und arbeitet nebenbei als Werkstudent. Er hat Studiengebühren von 300 Euro pro Semester, einen Semesterbeitrag von 250 Euro, Fahrtkosten zur Uni von 15 Euro pro Monat und Arbeitsmittel im Wert von 300 Euro gekauft. Da Max Einkommen hat, kann er all diese Kosten als Werbungskosten absetzen und so seine Steuerlast mindern.
Beispiel 3: Sarah, die Zweitstudierende
Sarah hat nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester ein Studium der Psychologie begonnen. Sie hat Studiengebühren von 400 Euro pro Semester, einen Semesterbeitrag von 280 Euro, Fahrtkosten zur Uni von 18 Euro pro Monat und Arbeitsmittel im Wert von 350 Euro gekauft. Da es sich um ein Zweitstudium handelt, kann Sarah all diese Kosten als Sonderausgaben absetzen. Wenn sie im gleichen Jahr kein Einkommen hat, kann sie die Kosten als Verlustvortrag in spätere Jahre vortragen.
Fazit: Mach das Beste aus deiner Steuererklärung!
Als Student kannst du von zahlreichen Steuervorteilen profitieren. Nutze diese Möglichkeit, um deine Ausgaben für dein Studium zu senken und dir Geld vom Finanzamt zurückzuholen. Sammle alle Belege, fülle die Steuerformulare sorgfältig aus und scheue dich nicht, Hilfe zu suchen, wenn du Fragen hast. Mit der richtigen Vorbereitung und den richtigen Informationen kannst du deine Steuererklärung erfolgreich meistern und dir ein paar Euro extra sichern. Denk dran: Jeder Euro zählt!
Und jetzt? Ran an die Steuererklärung! Es lohnt sich.
