Was Kann Man Gegen Schluckauf Machen
Schluckauf – fast jeder kennt ihn, diesen ungewollten, krampfartigen Zwerchfellzuckungen, begleitet von einem typischen „Hicks“-Geräusch. Aber was genau passiert da eigentlich? Vereinfacht gesagt, ist der Schluckauf eine unwillkürliche Kontraktion des Zwerchfells, dem wichtigsten Atemmuskel. Diese Kontraktion führt zu einem plötzlichen Einatmen, das durch das sofortige Schließen der Stimmritze (dem Eingang zur Luftröhre) abrupt gestoppt wird – das ist das charakteristische „Hicks“ Geräusch. In den meisten Fällen ist der Schluckauf harmlos und verschwindet von selbst wieder. Aber wenn er länger anhält oder sehr belastend ist, möchte man ihn natürlich schnell loswerden. Zum Glück gibt es viele Hausmittel und Tricks, die helfen können.
Sofortmaßnahmen gegen den Schluckauf
Wenn der Schluckauf beginnt, ist schnelles Handeln gefragt. Hier sind einige bewährte Methoden, die oft Abhilfe schaffen:
- Atem anhalten: Das ist wahrscheinlich der bekannteste Trick. Atmen Sie tief ein, halten Sie die Luft so lange an, wie es angenehm ist (etwa 10-20 Sekunden), und atmen Sie dann langsam aus. Wiederholen Sie dies mehrmals. Der Anstieg des Kohlendioxidgehalts im Blut kann helfen, das Zwerchfell zu entspannen.
- Luft anhalten und schlucken: Atmen Sie tief ein und halten Sie die Luft an. Versuchen Sie dann, mehrmals hintereinander zu schlucken, ohne Luft zu holen.
- In eine Papiertüte atmen: Auch hier geht es darum, den Kohlendioxidgehalt im Blut zu erhöhen. Nehmen Sie eine kleine Papiertüte (keine Plastiktüte!) und atmen Sie mehrmals langsam ein und aus. Achten Sie darauf, dass die Tüte nicht vollständig um Mund und Nase geschlossen ist, damit Sie weiterhin ausreichend Sauerstoff bekommen.
- Ein Glas Wasser trinken: Trinken Sie ein Glas kaltes Wasser in kleinen Schlucken. Die kalte Flüssigkeit kann die Nerven stimulieren und den Schluckauf unterbrechen. Manche schwören auch darauf, das Wasser verkehrt herum zu trinken, also mit dem Glas am Kinnrand und sich nach vorne beugen. Das erfordert zwar etwas Übung, kann aber ebenfalls helfen.
- Einen Löffel Zucker essen: Ein Teelöffel trockener Zucker kann den Vagusnerv stimulieren, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Zwerchfells spielt. Lassen Sie den Zucker langsam im Mund zergehen.
- An etwas Saurem lutschen: Ein Stück Zitrone oder ein Schluck Essig können ebenfalls den Vagusnerv stimulieren und den Schluckauf beenden.
Tiefere Entspannungstechniken
Wenn die Sofortmaßnahmen nicht helfen, können Sie versuchen, sich zu entspannen und den Fokus vom Schluckauf abzulenken. Stress und Aufregung können den Schluckauf nämlich verstärken:
- Achtsamkeitsübungen: Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem und versuchen Sie, Ihre Gedanken zur Ruhe zu bringen. Eine einfache Atemübung ist beispielsweise, langsam bis vier zu zählen, während Sie einatmen, und dann langsam bis sechs zu zählen, während Sie ausatmen.
- Progressive Muskelentspannung: Spannen Sie nacheinander verschiedene Muskelgruppen an und entspannen Sie sie wieder. Beginnen Sie beispielsweise mit den Fäusten, dann mit den Armen, den Schultern usw.
- Ein warmes Bad nehmen: Ein entspannendes Bad kann helfen, die Muskeln zu lockern und den Schluckauf zu lindern.
Was Sie vermeiden sollten
Manchmal kann man den Schluckauf auch durch das vermeiden bestimmter Auslöser verhindern oder zumindest verkürzen:
- Hastiges Essen: Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich. Schlucken Sie nicht zu viel Luft beim Essen.
- Kohlensäurehaltige Getränke: Kohlensäure kann das Zwerchfell reizen.
- Alkohol: Alkohol kann ebenfalls das Zwerchfell reizen und den Schluckauf auslösen.
- Extreme Temperaturen: Vermeiden Sie plötzliche Temperaturwechsel, da diese ebenfalls das Zwerchfell beeinflussen können.
Wann zum Arzt?
In den meisten Fällen ist der Schluckauf harmlos und verschwindet von selbst. Wenn der Schluckauf jedoch länger als 48 Stunden anhält, sehr häufig auftritt oder Ihre Lebensqualität beeinträchtigt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. In seltenen Fällen kann der Schluckauf ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung sein. Der Arzt kann die Ursache abklären und gegebenenfalls eine geeignete Behandlung einleiten.
