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Was Sagt Der Zweite Blutdruckwert Aus


Was Sagt Der Zweite Blutdruckwert Aus

Haben Sie sich jemals gefragt, was diese beiden Zahlen bedeuten, wenn der Arzt Ihren Blutdruck misst? Die obere Zahl, der systolische Wert, bekommt oft die ganze Aufmerksamkeit. Aber was ist mit der unteren Zahl, dem diastolischen Wert? Viele Leute ignorieren ihn oder wissen nicht genau, was er aussagt. Und das ist ein Problem, denn der diastolische Blutdruck ist genauso wichtig für Ihre Gesundheit wie der systolische.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen in der Arztpraxis und die Krankenschwester sagt: "Ihr Blutdruck ist 130 zu 85." Sie nicken, vielleicht haben Sie sich schon einmal mit den Blutdruckwerten auseinandergesetzt, vielleicht auch nicht. Aber diese "85" - der diastolische Wert - verdient Ihre volle Aufmerksamkeit. Dieser Wert spiegelt den Druck in Ihren Arterien wider, wenn Ihr Herz zwischen den Schlägen ruht. Ein dauerhaft erhöhter diastolischer Blutdruck kann ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen.

Was ist der diastolische Blutdruck?

Um es einfach auszudrücken, der diastolische Blutdruck ist der Druck in Ihren Arterien, wenn Ihr Herz zwischen den Schlägen entspannt und sich mit Blut füllt. Er wird in Millimeter Quecksilber (mmHg) gemessen. Im Gegensatz zum systolischen Blutdruck, der den Druck beim Zusammenziehen des Herzens misst, spiegelt der diastolische Wert den Grunddruck in Ihren Blutgefäßen wider.

Denken Sie an ein elastisches Band. Wenn Sie es dehnen (Herzschlag), ist das der systolische Druck. Wenn Sie es loslassen (Herzruhe), ist das der diastolische Druck. Ein gesundes elastisches Band kehrt leicht in seine Ausgangsposition zurück. Ein ausgeleiertes Band behält eine gewisse Dehnung bei. Genauso sollte ein gesundes arterielles System während der Diastole einen gesunden, niedrigeren Druck aufweisen.

Warum ist der diastolische Blutdruck wichtig?

Ein konstant hoher diastolischer Blutdruck belastet Ihre Blutgefäße. Stellen Sie sich vor, Sie würden einen Gartenschlauch ständig unter hohem Druck halten. Irgendwann wird er schwach und kann platzen. Das Gleiche kann mit Ihren Arterien passieren.

Ein erhöhter diastolischer Wert, auch wenn der systolische Wert normal ist, erhöht das Risiko für:

  • Herzkrankheiten: Erhöhte Belastung des Herzens und der Blutgefäße.
  • Schlaganfall: Schädigung und Schwächung der Blutgefäße im Gehirn.
  • Nierenschäden: Beeinträchtigung der Blutversorgung der Nieren.
  • Augenschäden: Schädigung der Blutgefäße in der Netzhaut.

Studien haben gezeigt, dass ein isolierter diastolischer Bluthochdruck (wenn der diastolische Wert hoch und der systolische Wert normal ist) besonders bei jüngeren Erwachsenen ein signifikanter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Eine im Journal of the American College of Cardiology veröffentlichte Studie zeigte beispielsweise, dass ein erhöhter diastolischer Blutdruck bei Menschen unter 50 Jahren mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden ist.

Was sind normale, erhöhte und gefährliche diastolische Blutdruckwerte?

Die Blutdruckwerte werden in Kategorien eingeteilt. Hier ist eine Übersicht, wobei wir uns speziell auf den diastolischen Wert konzentrieren:

  • Normal: Weniger als 80 mmHg
  • Erhöht: 80-89 mmHg
  • Hypertonie Grad 1: 90-99 mmHg
  • Hypertonie Grad 2: 100 mmHg oder höher

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Werte Richtlinien sind und Ihr Arzt Ihre individuellen Risikofaktoren berücksichtigen wird. Für ältere Menschen gelten beispielsweise möglicherweise etwas andere Zielwerte.

Ursachen für einen erhöhten diastolischen Blutdruck

Viele Faktoren können zu einem erhöhten diastolischen Blutdruck beitragen. Einige davon sind:

  • Alter: Mit zunehmendem Alter verlieren die Arterien an Elastizität.
  • Genetik: Bluthochdruck kann familiär bedingt sein.
  • Ernährung: Eine Ernährung mit viel Salz, gesättigten Fetten und Cholesterin kann den Blutdruck erhöhen.
  • Übergewicht: Übergewicht belastet das Herz und die Blutgefäße zusätzlich.
  • Bewegungsmangel: Regelmäßige Bewegung hilft, den Blutdruck zu senken.
  • Stress: Chronischer Stress kann den Blutdruck erhöhen.
  • Rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße.
  • Alkohol: Übermäßiger Alkoholkonsum kann den Blutdruck erhöhen.
  • Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente können den Blutdruck als Nebenwirkung erhöhen.
  • Nierenerkrankungen: Nierenerkrankungen können den Blutdruck regulieren.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Schilddrüsenerkrankungen können den Blutdruck beeinflussen.

Manchmal ist die Ursache für Bluthochdruck nicht bekannt. Dies wird als essentielle Hypertonie bezeichnet. In diesen Fällen konzentriert sich die Behandlung auf die Kontrolle des Blutdrucks durch Lebensstiländerungen und Medikamente.

Symptome eines erhöhten diastolischen Blutdrucks

Das Tückische an Bluthochdruck ist, dass er oft keine Symptome verursacht, insbesondere in den frühen Stadien. Viele Menschen wissen jahrelang nicht, dass sie Bluthochdruck haben, bis er durch eine Routineuntersuchung entdeckt wird oder Komplikationen auftreten. Aus diesem Grund wird Bluthochdruck oft als "stiller Killer" bezeichnet.

Wenn Symptome auftreten, können sie Folgendes umfassen:

  • Starke Kopfschmerzen
  • Nasenbluten
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Brustschmerzen
  • Sehstörungen
  • Blut im Urin

Diese Symptome sind jedoch in der Regel erst bei sehr hohem Blutdruck vorhanden und sollten als Warnsignal betrachtet werden, um sofort einen Arzt aufzusuchen.

Was tun bei erhöhtem diastolischen Blutdruck?

Die gute Nachricht ist, dass Sie Ihren diastolischen Blutdruck durch Lebensstiländerungen und, falls erforderlich, durch Medikamente senken können.

Lebensstiländerungen:

  • Ernährung: Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund. Die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) ist besonders empfehlenswert. Sie beinhaltet viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, mageres Eiweiß und fettarme Milchprodukte. Reduzieren Sie die Aufnahme von Salz, gesättigten Fetten und Cholesterin.
  • Gewichtsabnahme: Wenn Sie übergewichtig sind, kann eine Gewichtsabnahme Ihren Blutdruck senken. Schon kleine Gewichtsverluste können einen großen Unterschied machen.
  • Bewegung: Machen Sie regelmäßig Sport. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate aerobe Aktivität pro Woche, wie z. B. schnelles Gehen, Joggen, Schwimmen oder Radfahren.
  • Salzkonsum reduzieren: Versuchen Sie, Ihre tägliche Salzzufuhr auf weniger als 2.300 mg zu beschränken. Achten Sie auf versteckte Salzquellen in verarbeiteten Lebensmitteln.
  • Alkohol einschränken: Wenn Sie Alkohol trinken, tun Sie dies in Maßen. Für Frauen bedeutet dies bis zu einem Drink pro Tag und für Männer bis zu zwei Drinks pro Tag.
  • Nicht rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck. Wenn Sie rauchen, hören Sie auf.
  • Stressmanagement: Finden Sie gesunde Wege, um Stress abzubauen. Meditation, Yoga, Atemübungen und Hobbys können helfen.

Medikamente:

Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen, um Ihren Blutdruck zu senken, kann Ihr Arzt Ihnen Medikamente verschreiben. Es gibt verschiedene Arten von Blutdruckmedikamenten, die auf unterschiedliche Weise wirken:

  • Diuretika: Sie helfen dem Körper, überschüssiges Natrium und Wasser auszuscheiden.
  • ACE-Hemmer: Sie blockieren die Bildung eines Hormons, das die Blutgefäße verengt.
  • Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB): Sie blockieren die Wirkung eines Hormons, das die Blutgefäße verengt.
  • Betablocker: Sie verlangsamen den Herzschlag und senken den Blutdruck.
  • Kalziumkanalblocker: Sie entspannen die Blutgefäße.

Es ist wichtig, die Medikamente genau nach Anweisung Ihres Arztes einzunehmen und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchzuführen.

Diastolischer Blutdruck und Alter

Die Bedeutung des diastolischen Blutdrucks kann sich mit dem Alter verändern. Früher wurde der diastolische Blutdruck bei älteren Erwachsenen stärker betont. Man dachte, dass ein hoher diastolischer Wert ein größeres Risiko darstellt. Neuere Forschungen zeigen jedoch, dass der systolische Blutdruck im Alter eine größere Rolle spielt. Das liegt daran, dass die Arterien mit zunehmendem Alter steifer werden, was zu einem Anstieg des systolischen Blutdrucks führt. Trotzdem bleibt der diastolische Blutdruck wichtig, besonders bei jüngeren Menschen.

Ein isolierter systolischer Bluthochdruck (hoher systolischer und normaler diastolischer Wert) ist bei älteren Erwachsenen häufig. Das bedeutet aber nicht, dass der diastolische Wert ignoriert werden sollte. Ein zu niedriger diastolischer Blutdruck (unter 60 mmHg) kann bei älteren Menschen ebenfalls problematisch sein, da er zu Schwindel, Müdigkeit und sogar Organschäden führen kann.

Messung des Blutdrucks zu Hause

Die regelmäßige Messung Ihres Blutdrucks zu Hause kann Ihnen und Ihrem Arzt helfen, Ihren Blutdruck besser zu überwachen und die Wirksamkeit Ihrer Behandlung zu beurteilen. Hier sind einige Tipps für die korrekte Messung Ihres Blutdrucks zu Hause:

  • Verwenden Sie ein validiertes Blutdruckmessgerät: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach einem geeigneten Gerät.
  • Messen Sie Ihren Blutdruck immer zur gleichen Tageszeit: Messen Sie Ihren Blutdruck am besten morgens und abends.
  • Sitzen Sie entspannt: Sitzen Sie mindestens 5 Minuten ruhig, bevor Sie Ihren Blutdruck messen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Füße flach auf dem Boden stehen und Ihr Arm auf Herzhöhe ruht.
  • Messen Sie Ihren Blutdruck mehrmals: Messen Sie Ihren Blutdruck zweimal im Abstand von 1-2 Minuten und notieren Sie die Ergebnisse.
  • Führen Sie ein Blutdrucktagebuch: Notieren Sie Ihre Blutdruckwerte und bringen Sie sie zu Ihren Arztterminen mit.

Es ist wichtig zu beachten, dass Blutdruckmessungen zu Hause nur eine Ergänzung zur ärztlichen Untersuchung sind und nicht die professionelle Beratung ersetzen.

Fazit

Der diastolische Blutdruck ist ein wichtiger Indikator für Ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit. Ignorieren Sie ihn nicht! Ein erhöhter diastolischer Blutdruck, ob isoliert oder in Kombination mit einem erhöhten systolischen Blutdruck, kann ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen. Durch Lebensstiländerungen und Medikamente können Sie Ihren diastolischen Blutdruck senken und Ihr Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfall und andere Komplikationen verringern.

Nehmen Sie Ihre Gesundheit in die Hand, kennen Sie Ihre Zahlen und arbeiten Sie mit Ihrem Arzt zusammen, um Ihren Blutdruck im optimalen Bereich zu halten. Es ist nie zu spät, etwas für Ihre Gesundheit zu tun!

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