Was Sind Die Ersten Anzeichen Von Osteoporose
Osteoporose, oft auch als Knochenschwund bezeichnet, ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine verminderte Knochendichte und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes gekennzeichnet ist. Dies führt zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit und einem erhöhten Risiko für Frakturen. Vereinfacht gesagt: Die Knochen werden porös und verlieren an Stabilität, ähnlich einem Bimsstein.
Die Tücke der Osteoporose liegt darin, dass sie sich oft über Jahre hinweg unbemerkt entwickelt, ohne auffällige Symptome zu verursachen. Deshalb ist es wichtig, die ersten Anzeichen zu kennen, um frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.
Die ersten Anzeichen von Osteoporose – Eine schrittweise Erkennung:
Da Osteoporose anfangs meist keine offensichtlichen Beschwerden verursacht, sind die ersten Anzeichen oft subtil und werden leicht übersehen. Hier eine Übersicht, worauf man achten sollte:
- 1. Abnehmende Körpergröße:
Ein Verlust der Körpergröße von mehr als 4 cm im Laufe des Lebens kann ein Hinweis auf Wirbelkörperfrakturen sein, die oft durch Osteoporose verursacht werden. Diese Frakturen entstehen, weil die Wirbelkörper, die Knochen der Wirbelsäule, durch den Knochenschwund in sich zusammensinken.
Beispiel: Du stellst fest, dass deine Hose, die früher perfekt gepasst hat, plötzlich zu lang ist, oder dass du dich im Spiegel "kleiner" vorkommst.
- 2. Veränderte Körperhaltung:
Eine zunehmend gekrümmte Körperhaltung, oft als Witwenbuckel bezeichnet (Kyphose), ist ein weiteres Zeichen für Wirbelkörperfrakturen. Diese Frakturen führen dazu, dass sich die Wirbelsäule nach vorne beugt.
Beispiel: Du bemerkst, dass du Schwierigkeiten hast, dich aufzurichten, oder dass dein Rücken immer runder wird.
- 3. Unerklärliche Knochenschmerzen:
Obwohl Osteoporose selbst nicht schmerzt, können Knochenschmerzen auftreten, insbesondere im Rücken oder in den Hüften. Diese Schmerzen können auf Mikrofrakturen oder Belastungsreaktionen hinweisen.
Beispiel: Du hast ohne ersichtlichen Grund chronische Rückenschmerzen, die sich bei Belastung verstärken und in Ruhe etwas bessern.
- 4. Häufige Knochenbrüche:
Ein Knochenbruch nach einem Sturz aus geringer Höhe oder ohne erkennbaren Grund (z.B. beim Heben eines leichten Gegenstandes) ist ein starkes Warnsignal. Typische Frakturen sind Oberschenkelhals-, Wirbelkörper- oder Unterarmbrüche.
Beispiel: Du stürzt beim Gehen auf ebener Fläche und brichst dir dabei das Handgelenk. Ein solcher Bruch wäre ohne Osteoporose möglicherweise nicht passiert.
- 5. Zurückgehendes Zahnfleisch:
Da der Kieferknochen auch von Osteoporose betroffen sein kann, kann zurückgehendes Zahnfleisch ein indirektes Anzeichen sein. Der Kieferknochen verliert an Dichte, was zu Zahnfleischrückgang und Zahnlockerung führen kann.
Beispiel: Dein Zahnarzt weist dich auf einen Knochenabbau im Kiefer hin, der nicht durch Parodontitis allein erklärt werden kann.
- 6. Erhöhtes Risiko für Stürze:
Osteoporose kann indirekt das Sturzrisiko erhöhen. Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und Muskelabbau (Sarkopenie), die oft mit Osteoporose einhergehen, können das Gleichgewicht beeinträchtigen und Stürze begünstigen.
Beispiel: Du fühlst dich unsicher beim Gehen, hast Gleichgewichtsprobleme oder bist häufiger gestürzt als früher.
Was tun bei Verdacht auf Osteoporose?
Wenn du eines oder mehrere dieser Anzeichen bei dir feststellst, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann eine Knochendichtemessung (DXA-Messung) durchführen, um die Knochendichte zu bestimmen und eine Diagnose zu stellen.
Wichtig: Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Osteoporose kann das Risiko für Frakturen deutlich reduzieren und die Lebensqualität verbessern. Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung umfassen eine kalzium- und vitamin-D-reiche Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität (insbesondere Krafttraining) und gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie.
