Was Tun Bei Allergischem Husten
Kennen Sie das quälende Gefühl, wenn ein Husten einfach nicht aufhören will? Ein Kratzen im Hals, das sich hartnäckig hält, begleitet von dem ständigen Drang zu husten, ohne dass wirklich Schleim abgeht? Oftmals steckt hinter diesem lästigen Husten mehr als nur eine einfache Erkältung. Es könnte ein allergischer Husten sein.
Viele Menschen leiden unter Allergien, ohne sich dessen bewusst zu sein. Eine Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass etwa 20-30% der Erwachsenen in Deutschland von mindestens einer Allergie betroffen sind. Diese Allergien können sich auf unterschiedlichste Weise äußern, und einer der häufigsten Symptome ist eben der Husten.
Was ist allergischer Husten eigentlich?
Allergischer Husten ist eine Reaktion des Körpers auf bestimmte Allergene, also Stoffe, die eine allergische Reaktion auslösen. Wenn Sie diese Allergene einatmen, reagiert Ihr Immunsystem über und setzt Histamin frei. Histamin ist eine Substanz, die Entzündungen verursacht und verschiedene Symptome auslösen kann, darunter eben auch Husten. Im Gegensatz zu einem Husten bei einer Erkältung oder Grippe ist der allergische Husten in der Regel trocken und reizend.
Die häufigsten Auslöser:
- Pollen: Besonders im Frühjahr und Sommer sind Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern eine häufige Ursache.
- Hausstaubmilben: Diese kleinen Tierchen leben in Matratzen, Teppichen und Polstermöbeln und deren Ausscheidungen sind stark allergen.
- Tierhaare: Katzen, Hunde und andere Haustiere können Allergien auslösen.
- Schimmelpilze: Feuchtigkeit in Wohnräumen begünstigt das Wachstum von Schimmelpilzen, deren Sporen eingeatmet werden können.
- Bestimmte Chemikalien und Duftstoffe: In Reinigungsmitteln, Parfüms oder Raumsprays können Inhaltsstoffe enthalten sein, die allergische Reaktionen hervorrufen.
Wie erkennt man allergischen Husten?
Die Symptome eines allergischen Hustens können denen anderer Atemwegserkrankungen ähneln. Achten Sie auf folgende Anzeichen, um allergischen Husten zu erkennen:
- Trockener Husten: Der Husten ist in der Regel trocken und reizend, ohne Auswurf von Schleim.
- Begleitende Allergiesymptome: Häufig treten gleichzeitig andere Allergiesymptome auf, wie z.B. eine laufende oder verstopfte Nase (allergische Rhinitis), juckende und tränende Augen (allergische Konjunktivitis) oder Hautausschläge.
- Saisonale Abhängigkeit: Der Husten tritt verstärkt zu bestimmten Jahreszeiten auf, z.B. im Frühjahr während der Pollenflugzeit.
- Verschlechterung in bestimmten Umgebungen: Die Beschwerden verstärken sich in bestimmten Umgebungen, z.B. in staubigen Räumen, beim Kontakt mit Tieren oder nach dem Verwenden bestimmter Reinigungsmittel.
- Fehlen von Fieber: Im Gegensatz zu einer Erkältung oder Grippe tritt bei allergischem Husten in der Regel kein Fieber auf.
Achtung: Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um allergischen Husten handelt, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen!
Was tun bei allergischem Husten?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, allergischen Husten zu behandeln und die Beschwerden zu lindern. Im Folgenden finden Sie einige Tipps und Maßnahmen, die Sie ergreifen können:
1. Allergen vermeiden:
Der wichtigste Schritt ist, den Kontakt mit den Auslösern so gut wie möglich zu vermeiden. Dies kann jedoch nicht immer vollständig gelingen.
- Pollen: Informieren Sie sich über die aktuelle Pollenflugvorhersage und meiden Sie bei hoher Pollenbelastung längere Aufenthalte im Freien. Lüften Sie Ihre Wohnung nur kurz und zu Zeiten, wenn die Pollenkonzentration gering ist (z.B. früh morgens oder spät abends). Installieren Sie Pollenschutzgitter an Ihren Fenstern.
- Hausstaubmilben: Verwenden Sie milbendichte Matratzenbezüge und waschen Sie Ihre Bettwäsche regelmäßig bei mindestens 60°C. Staubsaugen Sie regelmäßig und gründlich, am besten mit einem Staubsauger mit HEPA-Filter. Vermeiden Sie Teppiche und schwere Vorhänge, in denen sich Staub ansammeln kann.
- Tierhaare: Wenn Sie allergisch auf Tierhaare reagieren, sollten Sie den Kontakt zu Tieren vermeiden oder zumindest darauf achten, dass die Tiere nicht in Ihr Schlafzimmer gelangen. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, nachdem Sie Tiere gestreichelt haben.
- Schimmelpilze: Sorgen Sie für eine gute Belüftung in Ihrer Wohnung und vermeiden Sie Feuchtigkeit. Entfernen Sie Schimmelpilze umgehend und beheben Sie die Ursache der Feuchtigkeit.
2. Medikamente:
Es gibt verschiedene Medikamente, die bei allergischem Husten helfen können:
- Antihistaminika: Diese Medikamente blockieren die Wirkung von Histamin und lindern so die Allergiesymptome. Sie sind in Form von Tabletten, Tropfen oder Nasensprays erhältlich.
- Nasensprays mit Kortikosteroiden: Diese Sprays wirken entzündungshemmend und können die Nasenschleimhaut abschwellen. Sie werden in der Regel bei allergischer Rhinitis eingesetzt, können aber auch bei allergischem Husten helfen.
- Hustensäfte und -tropfen: Bei trockenem Reizhusten können hustenstillende Mittel helfen, den Hustenreiz zu lindern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, um das richtige Mittel für Sie zu finden.
Wichtig: Kortikosteroide zum Inhalieren sollten nur nach ärztlicher Anweisung angewendet werden, da sie Nebenwirkungen haben können.
3. Hausmittel:
Neben den genannten Maßnahmen können auch einige Hausmittel helfen, die Beschwerden zu lindern:
- Inhalationen: Inhalationen mit heißem Wasserdampf oder Salzwasser können die Atemwege befeuchten und den Hustenreiz lindern.
- Gurgeln: Gurgeln mit Salzwasser kann den Rachenraum beruhigen und Entzündungen reduzieren.
- Tees: Bestimmte Kräutertees, wie z.B. Kamillentee, Salbeitee oder Thymiantee, können entzündungshemmend und schleimlösend wirken.
- Honig: Ein Löffel Honig kann den Hustenreiz lindern und den Hals beruhigen.
4. Hyposensibilisierung:
Eine Hyposensibilisierung (auch allergenspezifische Immuntherapie genannt) ist eine Behandlung, bei der der Körper langsam an das Allergen gewöhnt wird, um die allergische Reaktion zu reduzieren. Sie wird in der Regel über einen Zeitraum von mehreren Jahren durchgeführt und kann die Beschwerden langfristig lindern. Ob eine Hyposensibilisierung für Sie in Frage kommt, sollte mit Ihrem Arzt besprochen werden. Eine Studie des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) hat gezeigt, dass die Hyposensibilisierung bei vielen Allergikern erfolgreich ist.
5. Luftreiniger:
Ein Luftreiniger mit HEPA-Filter kann die Luft von Allergenen wie Pollen, Hausstaubmilben und Tierhaaren befreien und so die Beschwerden lindern. Stellen Sie den Luftreiniger in dem Raum auf, in dem Sie sich am häufigsten aufhalten, z.B. im Schlafzimmer oder Wohnzimmer.
Wann zum Arzt?
In den meisten Fällen ist allergischer Husten harmlos und kann mit den genannten Maßnahmen gut behandelt werden. Es gibt jedoch Situationen, in denen Sie einen Arzt aufsuchen sollten:
- Wenn der Husten sehr stark ist oder länger als zwei Wochen anhält.
- Wenn Sie zusätzlich unter Atemnot, Brustschmerzen oder Fieber leiden.
- Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um allergischen Husten handelt.
- Wenn die genannten Maßnahmen nicht helfen, die Beschwerden zu lindern.
Der Arzt kann eine Diagnose stellen und eine geeignete Behandlung empfehlen.
"Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden," betont Dr. med. Anna Müller, Fachärztin für Pneumologie.
Lassen Sie sich nicht von allergischem Husten Ihren Alltag vermiesen. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie die Beschwerden lindern und Ihre Lebensqualität verbessern.
Wichtig: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um die Ursache Ihres Hustens abzuklären und eine individuelle Behandlung zu erhalten.
