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Was Tun Bei Einem Gichtanfall


Was Tun Bei Einem Gichtanfall

Ein stechender Schmerz im großen Zeh, der Sie nachts aus dem Schlaf reißt? Eine geschwollene, gerötete und extrem schmerzhafte Gelenkentzündung? Das könnte ein Gichtanfall sein. Gicht ist eine schmerzhafte Form der Arthritis, die auftritt, wenn sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern. Aber keine Panik! Auch wenn ein Gichtanfall äußerst unangenehm ist, gibt es effektive Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zu bekämpfen. Dieser Artikel richtet sich an alle, die unter Gicht leiden oder jemanden kennen, der betroffen ist, und bietet praktische Ratschläge, was Sie bei einem akuten Gichtanfall tun können.

Was ist ein Gichtanfall eigentlich?

Um die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können, ist es wichtig zu verstehen, was während eines Gichtanfalls im Körper passiert. Gicht entsteht durch einen zu hohen Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie). Harnsäure ist ein Abbauprodukt von Purinen, die in vielen Lebensmitteln vorkommen und auch vom Körper selbst hergestellt werden. Normalerweise wird Harnsäure über die Nieren ausgeschieden. Wenn aber zu viel Harnsäure produziert oder zu wenig ausgeschieden wird, kann sie sich in Form von Kristallen in den Gelenken ablagern. Diese Kristalle lösen eine heftige Entzündungsreaktion aus – den Gichtanfall.

Typische Symptome eines Gichtanfalls sind:

  • Plötzlich einsetzender, intensiver Schmerz, meist im großen Zeh (Podagra), kann aber auch andere Gelenke betreffen, wie Knie, Knöchel, Finger oder Handgelenke.
  • Schwellung, Rötung und Überwärmung des betroffenen Gelenks.
  • Extreme Berührungsempfindlichkeit – selbst das Gewicht einer Bettdecke kann unerträglich sein.
  • Bewegungseinschränkung des betroffenen Gelenks.

Erste Hilfe bei einem akuten Gichtanfall

Wenn Sie einen Gichtanfall vermuten, ist schnelles Handeln gefragt. Die folgenden Maßnahmen können helfen, die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zu reduzieren:

1. Kühlen Sie das betroffene Gelenk

Die Anwendung von Kälte kann helfen, die Entzündung zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern. Wickeln Sie Eis oder Kühlpacks in ein Tuch und legen Sie es für 15-20 Minuten auf das betroffene Gelenk. Wiederholen Sie dies mehrmals täglich. Achten Sie darauf, das Eis nicht direkt auf die Haut zu legen, um Erfrierungen zu vermeiden!

2. Hochlagern des betroffenen Gelenks

Lagern Sie das betroffene Gelenk hoch, um die Schwellung zu reduzieren. Dies fördert den Abfluss von Flüssigkeit aus dem Gelenk und kann die Schmerzen lindern. Sie können das Bein beispielsweise auf ein Kissen legen.

3. Schmerzmittel

Rezeptfreie Schmerzmittel können helfen, die Schmerzen zu lindern. Geeignet sind:

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) wie Ibuprofen oder Diclofenac. Beachten Sie jedoch, dass NSAIDs Nebenwirkungen haben können, insbesondere bei längerer Einnahme. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie NSAIDs einnehmen, besonders wenn Sie andere Erkrankungen haben oder Medikamente einnehmen.
  • Paracetamol kann bei leichten bis mittelschweren Schmerzen helfen, wirkt aber nicht entzündungshemmend.

4. Viel Trinken

Trinken Sie viel Wasser, um die Nierenfunktion zu unterstützen und die Harnsäureauscheidung zu fördern. Empfohlen werden mindestens 2-3 Liter Wasser pro Tag. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke, da diese den Harnsäurespiegel erhöhen können.

5. Entzündungshemmende Ernährung

Bestimmte Lebensmittel können Entzündungen im Körper fördern, während andere entzündungshemmend wirken. Versuchen Sie, während eines Gichtanfalls folgende Lebensmittel zu vermeiden:

  • Purinreiche Lebensmittel wie rotes Fleisch, Innereien, Meeresfrüchte (besonders Sardinen, Anchovis, Hering), Hefeextrakt und bestimmte Gemüsesorten (z.B. Spargel, Spinat, Pilze).
  • Alkohol, insbesondere Bier, da es purinreich ist und die Harnsäureauscheidung behindert.
  • Zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel, da sie den Harnsäurespiegel erhöhen können.

Konzentrieren Sie sich stattdessen auf entzündungshemmende Lebensmittel wie:

  • Kirschen: Studien haben gezeigt, dass Kirschen oder Kirschsaft den Harnsäurespiegel senken und die Entzündung reduzieren können.
    Eine Studie im Arthritis & Rheumatology Journal zeigte, dass der Konsum von Kirschen mit einem geringeren Risiko für Gichtanfälle verbunden war.
  • Gemüse: Viele Gemüsesorten, insbesondere grünes Blattgemüse, sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen und wirken entzündungshemmend.
  • Obst: Viele Obstsorten, insbesondere Beeren, sind reich an Antioxidantien und wirken entzündungshemmend.
  • Wasser: Wie bereits erwähnt, ist ausreichend Flüssigkeitszufuhr entscheidend für die Harnsäureauscheidung.

6. Ruhe

Schonen Sie das betroffene Gelenk und vermeiden Sie unnötige Belastung. Dies kann helfen, die Entzündung zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

In vielen Fällen können die oben genannten Maßnahmen die Symptome eines Gichtanfalls lindern. Es ist jedoch wichtig, einen Arzt aufzusuchen, wenn:

  • Die Schmerzen unerträglich sind und sich trotz der oben genannten Maßnahmen nicht bessern.
  • Sie Fieber oder andere Anzeichen einer Infektion haben.
  • Sie andere gesundheitliche Probleme haben, die die Behandlung von Gicht erschweren könnten.
  • Sie häufige Gichtanfälle haben.
  • Sie noch nie einen Gichtanfall hatten und sich nicht sicher sind, ob es sich tatsächlich um einen Gichtanfall handelt.

Ihr Arzt kann Ihnen stärkere Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente verschreiben, wie z.B. Colchicin oder Kortikosteroide. Darüber hinaus kann Ihr Arzt Ihnen Medikamente verschreiben, die den Harnsäurespiegel senken und so zukünftige Gichtanfälle verhindern sollen. Allopurinol und Febuxostat sind gängige Medikamente zur Harnsäuresenkung.

Langfristige Maßnahmen zur Vorbeugung von Gichtanfällen

Neben der Behandlung akuter Gichtanfälle ist es wichtig, langfristige Maßnahmen zu ergreifen, um zukünftige Anfälle zu verhindern. Dazu gehören:

  • Ernährungsumstellung: Vermeiden Sie purinreiche Lebensmittel und zuckerhaltige Getränke.
  • Gewichtsabnahme: Übergewicht erhöht das Risiko für Gicht.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann helfen, den Harnsäurespiegel zu senken.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser.
  • Medikamentöse Therapie: Nehmen Sie Medikamente zur Harnsäuresenkung ein, wenn von Ihrem Arzt verschrieben.
  • Regelmäßige Arztbesuche: Lassen Sie Ihren Harnsäurespiegel regelmäßig kontrollieren.

Gicht ist eine chronische Erkrankung, die jedoch gut behandelt werden kann. Indem Sie die oben genannten Ratschläge befolgen, können Sie die Schmerzen und Entzündungen eines akuten Gichtanfalls lindern und langfristig Ihre Lebensqualität verbessern. Denken Sie daran, dass die Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt entscheidend ist, um einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen, der auf Ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Hören Sie auf Ihren Körper und passen Sie Ihren Lebensstil entsprechend an. Mit dem richtigen Ansatz können Sie Gicht in den Griff bekommen und ein aktives und erfülltes Leben führen.

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