Was Tun Bei Eingewachsenen Nägeln
Ein eingewachsener Nagel (Unguis incarnatus) entsteht, wenn die Nagelplatte seitlich in das umliegende Nagelbett einwächst. Das ist oft schmerzhaft und kann sich entzünden.
Was sind die Ursachen?
Mehrere Faktoren können zu einem eingewachsenen Nagel führen. Häufige Gründe sind:
- Falsches Schneiden der Nägel: Zu kurzes oder rundes Schneiden der Nägel, besonders an den Ecken, fördert das Einwachsen. Stell dir vor, du schneidest deine Zehennägel wie kleine Hufeisen – das ist ein No-Go!
- Druck und Enge: Zu enge Schuhe oder Socken üben Druck auf die Zehen aus und können das Einwachsen begünstigen. Denk an High Heels oder spitze Schuhe, die deine Zehen zusammenquetschen.
- Verletzungen: Ein Stoß oder eine Verletzung am Nagel kann die Wachstumsrichtung verändern.
- Nagelpilz: Eine Pilzinfektion kann die Nagelstruktur verändern und das Einwachsen wahrscheinlicher machen.
- Genetische Veranlagung: Manche Menschen haben von Natur aus anfälligere Nägel.
- Übermäßiges Schwitzen: Feuchtigkeit kann die Haut aufweichen und das Einwachsen begünstigen.
Was sind die Symptome?
Typische Anzeichen eines eingewachsenen Nagels sind:
- Schmerzen: Besonders beim Gehen oder wenn Druck auf den Zeh ausgeübt wird.
- Rötung und Schwellung: Die Haut um den Nagel herum ist gerötet und geschwollen.
- Entzündung: Es kann zu einer Entzündung mit Eiterbildung kommen.
- Übermäßige Gewebebildung: Wildes Fleisch (Granulationsgewebe) kann sich um den Nagel herum bilden.
Was kann man selbst tun?
Bei leichten Fällen kannst du versuchen, den eingewachsenen Nagel selbst zu behandeln:
- Fußbad: Weiche den Fuß 10-15 Minuten in warmem Wasser mit etwas Kernseife oder Salz ein. Das weicht die Haut auf und lindert die Entzündung.
- Anheben des Nagels: Versuche, den eingewachsenen Nagel vorsichtig mit einem sterilen Wattestäbchen oder Zahnseide anzuheben und ein kleines Stückchen Watte darunter zu schieben, um ihn vom Nagelbett fernzuhalten.
- Desinfektion: Desinfiziere die betroffene Stelle regelmäßig, um Infektionen zu vermeiden.
- Lockere Schuhe: Trage bequeme, offene Schuhe oder Sandalen, um den Druck auf den Zeh zu reduzieren.
- Schmerzmittel: Bei Bedarf kannst du schmerzlindernde Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol einnehmen.
Wann zum Arzt?
Du solltest einen Arzt aufsuchen, wenn:
- Die Schmerzen sehr stark sind.
- Die Entzündung sich verschlimmert oder Eiter austritt.
- Du an Diabetes leidest. Diabetiker haben ein höheres Risiko für Komplikationen.
- Die Selbstbehandlung nicht innerhalb weniger Tage zu einer Besserung führt.
Was macht der Arzt?
Der Arzt kann verschiedene Behandlungen durchführen:
- Nagelkeilexzision: Der Arzt entfernt den eingewachsenen Nagelteil unter örtlicher Betäubung.
- Phenolisation: Nach der Nagelkeilexzision wird die Nagelmatrix mit Phenol verätzt, um das erneute Einwachsen des Nagels zu verhindern.
- Antibiotika: Bei einer bakteriellen Infektion kann der Arzt Antibiotika verschreiben.
Wie kann man vorbeugen?
Vorbeugen ist besser als heilen. Hier sind einige Tipps, um eingewachsene Nägel zu vermeiden:
- Nägel richtig schneiden: Schneide deine Zehennägel gerade und nicht zu kurz. Vermeide es, die Ecken abzurunden.
- Bequeme Schuhe tragen: Achte darauf, dass deine Schuhe genügend Platz für deine Zehen bieten.
- Regelmäßige Fußpflege: Pflege deine Füße regelmäßig und halte sie sauber und trocken.
- Bei Bedarf eine Podologin aufsuchen: Eine professionelle Fußpflegerin kann dir bei der richtigen Nagelpflege helfen und eingewachsene Nägel frühzeitig erkennen.
Mit der richtigen Pflege und Aufmerksamkeit kannst du eingewachsenen Nägeln vorbeugen und sie effektiv behandeln.
