web page hit counter

Was Tun Bei Epileptischen Anfall


Was Tun Bei Epileptischen Anfall

Haben Sie schon einmal miterlebt, wie jemand einen epileptischen Anfall hatte? Es ist eine beängstigende Erfahrung, die viele Menschen hilflos zurücklässt. Laut der Deutschen Epilepsievereinigung e.V. erleben schätzungsweise 5 bis 10 % der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens einen einzelnen epileptischen Anfall. Doch was tun, wenn es passiert? Dieser Artikel soll Ihnen das nötige Wissen und die Sicherheit vermitteln, um in solch einer Situation richtig zu handeln.

Was ist ein epileptischer Anfall?

Epileptische Anfälle sind vorübergehende Funktionsstörungen des Gehirns, die durch abnorme, synchrone Entladungen von Nervenzellen verursacht werden. Sie können sich in vielfältiger Weise äußern – von kurzen Bewusstseinsaussetzern (Absencen) bis hin zu tonisch-klonischen Anfällen mit Muskelzuckungen und Bewusstseinsverlust.

Es ist wichtig zu verstehen, dass ein einzelner Anfall nicht gleichbedeutend mit Epilepsie ist. Epilepsie liegt erst dann vor, wenn wiederholt Anfälle auftreten, die nicht durch eine akute Ursache wie beispielsweise Fieber oder Drogenkonsum ausgelöst werden.

Erste Hilfe bei einem epileptischen Anfall: Das Wichtigste zuerst

Ruhe bewahren ist der erste und wichtigste Schritt. Ihre Gelassenheit hilft dem Betroffenen und den Umstehenden. Panik verschlimmert die Situation. Hier sind die wichtigsten Schritte, die Sie unternehmen sollten:

Während des Anfalls

  • Sorgen Sie für Sicherheit: Entfernen Sie gefährliche Gegenstände (z.B. Möbel, scharfe Gegenstände) aus der Umgebung des Betroffenen, um Verletzungen zu vermeiden.
  • Schützen Sie den Kopf: Legen Sie etwas Weiches unter den Kopf des Betroffenen (z.B. eine Jacke, ein Kissen).
  • Achten Sie auf freie Atemwege: Lockern Sie beengende Kleidung (z.B. Krawatte, Kragen). Versuchen Sie nicht, den Kiefer zu öffnen oder etwas in den Mund des Betroffenen zu schieben. Die Gefahr von Verletzungen ist dabei hoch.
  • Beobachten Sie den Anfall genau: Achten Sie auf die Art des Anfalls (z.B. Zuckungen, Bewusstseinsverlust), die Dauer und die Körperteile, die betroffen sind. Diese Informationen sind später für den Arzt wichtig.
  • Bleiben Sie ruhig und beruhigend: Sprechen Sie beruhigend auf den Betroffenen ein, auch wenn er nicht reagiert. Ihre Stimme kann helfen, die Angst zu reduzieren.

Nach dem Anfall

  • Bringen Sie den Betroffenen in eine stabile Seitenlage: Dies hilft, die Atemwege freizuhalten und das Risiko des Verschluckens von Erbrochenem zu reduzieren.
  • Bleiben Sie beim Betroffenen: Viele Menschen sind nach einem Anfall desorientiert, verwirrt oder müde. Bleiben Sie bei der Person, bis sie vollständig wach und orientiert ist.
  • Beruhigen Sie den Betroffenen: Erklären Sie ruhig, was passiert ist. Vermeiden Sie es, den Betroffenen zu hetzen oder zu drängen.
  • Bieten Sie Hilfe an: Fragen Sie, ob der Betroffene Hilfe benötigt, z.B. beim Aufstehen oder beim Kontaktieren von Angehörigen.

Wann muss ein Notarzt gerufen werden?

In den meisten Fällen enden epileptische Anfälle von selbst und sind nicht lebensbedrohlich. Es gibt jedoch Situationen, in denen Sie sofort einen Notarzt (112) rufen müssen:

  • Der Anfall dauert länger als 5 Minuten (Status epilepticus).
  • Der Betroffene erleidet mehrere Anfälle hintereinander, ohne zwischen den Anfällen das Bewusstsein wiederzuerlangen.
  • Der Betroffene verletzt sich während des Anfalls schwer.
  • Der Betroffene hat Atemnot oder Schwierigkeiten beim Atmen nach dem Anfall.
  • Der Betroffene ist schwanger oder hat eine bekannte Grunderkrankung (z.B. Diabetes, Herzerkrankung).
  • Es ist der erste Anfall des Betroffenen.
  • Sie sind sich unsicher, ob es sich um einen epileptischen Anfall handelt.

Wichtig: Beschreiben Sie dem Notarzt am Telefon genau, was Sie beobachtet haben. Diese Informationen sind für die weitere Behandlung entscheidend.

Was Sie nicht tun sollten

Es gibt einige Dinge, die Sie bei einem epileptischen Anfall unbedingt vermeiden sollten:

  • Versuchen Sie nicht, den Anfall zu unterbrechen: Sie können den Anfall nicht stoppen, indem Sie den Betroffenen festhalten oder schütteln.
  • Geben Sie dem Betroffenen nichts zu trinken oder zu essen: Die Gefahr des Verschluckens ist groß.
  • Versuchen Sie nicht, den Kiefer zu öffnen oder etwas in den Mund zu schieben: Dies kann zu Verletzungen führen. Die alte Empfehlung, einen Gegenstand zwischen die Zähne zu schieben, ist veraltet und gefährlich.
  • Ignorieren Sie den Betroffenen nicht: Auch wenn der Betroffene nicht reagiert, ist Ihre Anwesenheit und Unterstützung wichtig.

Epilepsie und der Alltag

Für Menschen mit Epilepsie ist es wichtig, ihren Alltag so zu gestalten, dass das Risiko von Anfällen minimiert wird. Dazu gehören:

  • Regelmäßige Medikamenteneinnahme: Die Einnahme von Antiepileptika ist entscheidend, um Anfälle zu kontrollieren. Setzen Sie die Medikamente niemals ohne Rücksprache mit dem Arzt ab.
  • Ausreichend Schlaf: Schlafmangel kann Anfälle auslösen. Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Vermeidung von Stress: Stress kann ebenfalls Anfälle begünstigen. Finden Sie gesunde Wege, um Stress abzubauen (z.B. Sport, Entspannungsübungen).
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung trägt zur allgemeinen Gesundheit bei und kann das Anfallsrisiko reduzieren.
  • Vermeidung von Alkohol und Drogen: Alkohol und Drogen können Anfälle auslösen oder die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen.

Es ist auch ratsam, einen Epilepsiepass bei sich zu tragen. Dieser enthält wichtige Informationen über die Erkrankung, die Medikamente und den behandelnden Arzt. Im Notfall können diese Informationen Leben retten.

"Die meisten Menschen mit Epilepsie können ein ganz normales Leben führen. Mit der richtigen Behandlung und einem verantwortungsvollen Umgang mit der Erkrankung ist vieles möglich." - Deutsche Epilepsievereinigung e.V.

Was können Sie tun, um zu helfen?

Neben der Ersten Hilfe im Akutfall gibt es viele andere Möglichkeiten, Menschen mit Epilepsie zu unterstützen:

  • Informieren Sie sich: Je mehr Sie über Epilepsie wissen, desto besser können Sie Betroffenen helfen und Vorurteile abbauen.
  • Zeigen Sie Verständnis: Epilepsie ist eine Erkrankung, die oft mit Stigma und Diskriminierung verbunden ist. Zeigen Sie Verständnis und Respekt gegenüber Menschen mit Epilepsie.
  • Bieten Sie Unterstützung an: Fragen Sie, ob Sie helfen können, z.B. bei der Organisation des Alltags oder bei der Begleitung zu Arztterminen.
  • Engagieren Sie sich: Unterstützen Sie Organisationen, die sich für die Belange von Menschen mit Epilepsie einsetzen.

Ein epileptischer Anfall kann beängstigend sein, aber mit dem richtigen Wissen und der richtigen Vorbereitung können Sie helfen, die Situation zu meistern und dem Betroffenen die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Denken Sie daran: Ruhe bewahren, Sicherheit gewährleisten und im Zweifelsfall den Notarzt rufen!

Dieser Artikel soll Ihnen eine erste Orientierung geben. Für eine individuelle Beratung und weiterführende Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder eine Epilepsieberatungsstelle. Informieren ist der erste Schritt!

Was Tun Bei Epileptischen Anfall www.aok.de
www.aok.de
Was Tun Bei Epileptischen Anfall www.epilepsie-beratung-opf.de
www.epilepsie-beratung-opf.de
Was Tun Bei Epileptischen Anfall simulationcenters.com
simulationcenters.com
Was Tun Bei Epileptischen Anfall www.epi.ch
www.epi.ch

Articles connexes