Was Verdient Ein Elektriker In Der Ausbildung
Stell dir vor: Du reparierst nicht nur kaputte Steckdosen, sondern baust die Zukunft mit. Die Ausbildung zum Elektriker ist nicht nur handwerklich anspruchsvoll, sondern auch zukunftssicher. Aber was verdienst du eigentlich während dieser wichtigen Lehrjahre? Dieser Artikel gibt dir einen klaren Überblick über die Ausbildungsvergütung für Elektriker in Deutschland.
Zielgruppe: Dieser Artikel richtet sich an alle, die sich für eine Ausbildung zum Elektriker interessieren, sich im Bewerbungsprozess befinden oder bereits eine Zusage für eine Lehrstelle haben und sich über ihr Gehalt informieren möchten. Wir möchten dir eine realistische Einschätzung der finanziellen Aspekte der Ausbildung geben.
Was beeinflusst dein Gehalt als angehender Elektriker?
Die Ausbildungsvergütung für Elektriker ist nicht in Stein gemeißelt. Sie hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Ausbildungsjahr: Je weiter du in deiner Ausbildung voranschreitest, desto höher wird dein Gehalt.
- Bundesland: In einigen Bundesländern werden höhere Ausbildungsvergütungen gezahlt als in anderen.
- Betriebsgröße: Größere Unternehmen zahlen oft mehr als kleinere Betriebe.
- Tarifbindung: Betriebe, die an einen Tarifvertrag gebunden sind, zahlen in der Regel höhere Vergütungen.
Tarifbindung: Ein wichtiger Faktor
Die Tarifbindung ist ein entscheidender Faktor. Wenn dein Ausbildungsbetrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist (oft der Tarifvertrag der IG Metall oder des ZDH), profitierst du von festen Gehaltssteigerungen und zusätzlichen Leistungen. Informiere dich also im Vorfeld, ob dein Betrieb tarifgebunden ist!
"Eine tarifgebundene Ausbildung bietet Sicherheit und klare Perspektiven für die finanzielle Entwicklung während der Lehrzeit."
Die konkreten Zahlen: Was kannst du erwarten?
Die Ausbildungsvergütung für Elektriker ist gestaffelt und steigt mit jedem Lehrjahr. Die folgenden Zahlen sind Durchschnittswerte und können je nach den oben genannten Faktoren variieren:
- 1. Ausbildungsjahr: Zwischen 700 und 950 Euro brutto.
- 2. Ausbildungsjahr: Zwischen 800 und 1.050 Euro brutto.
- 3. Ausbildungsjahr: Zwischen 900 und 1.150 Euro brutto.
- 4. Ausbildungsjahr: Zwischen 1.000 und 1.250 Euro brutto (gilt für Ausbildungen, die auf 3,5 Jahre verlängert wurden).
Es ist wichtig zu beachten, dass es sich um Bruttobeträge handelt. Von diesen Beträgen werden noch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Dein tatsächliches Netto-Gehalt ist also etwas geringer.
Beispielrechnung: Vom Brutto zum Netto
Nehmen wir an, du verdienst im 1. Ausbildungsjahr 800 Euro brutto. Nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen bleiben dir etwa 600 bis 650 Euro netto übrig. Dieser Betrag kann je nach Steuerklasse und individuellen Faktoren variieren.
Zusätzliche Leistungen: Mehr als nur Gehalt
Neben der reinen Ausbildungsvergütung bieten viele Betriebe zusätzliche Leistungen an, die dein Gehaltspaket attraktiver machen können:
- Fahrtkostenzuschüsse: Unterstützung bei den Kosten für den Weg zur Arbeit oder zur Berufsschule.
- Vermögenswirksame Leistungen (VL): Arbeitgeber zahlen einen Teil deines Gehalts in einen Sparvertrag ein.
- Weihnachts- und Urlaubsgeld: Zusätzliche Zahlungen am Jahresende oder vor dem Urlaub.
- Kostenübernahme für Lernmittel: Der Betrieb übernimmt die Kosten für Schulbücher und andere Lernmaterialien.
- Betriebliche Altersvorsorge: Der Betrieb zahlt Beiträge in eine Altersvorsorge ein.
- Werkzeug und Arbeitskleidung: Oftmals stellt der Betrieb dir Werkzeug und Arbeitskleidung kostenlos zur Verfügung.
Frag bei deinem Ausbildungsbetrieb unbedingt nach, welche zusätzlichen Leistungen angeboten werden. Sie können dein Gehaltspaket erheblich aufwerten!
Vergleich mit anderen Ausbildungsberufen
Wie schneidet die Ausbildungsvergütung für Elektriker im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen ab? Im Allgemeinen liegt sie im mittleren bis oberen Bereich. Im Vergleich zu Berufen im Einzelhandel oder im Friseurhandwerk verdienst du als angehender Elektriker in der Regel mehr. Im Vergleich zu Ausbildungen im IT-Bereich oder im Bankwesen kann die Vergütung geringer sein.
Die Zukunftsaussichten: Lohnen sich die Mühen?
Auch wenn die Ausbildungsvergütung nicht riesig ist, solltest du die Zukunftsaussichten im Auge behalten. Elektriker sind gefragt und haben nach der Ausbildung gute Chancen auf einen gut bezahlten Job. Mit Weiterbildungen und Spezialisierungen kannst du dein Gehalt noch weiter steigern.
So verhandelst du dein Gehalt (vor Ausbildungsbeginn)
Auch wenn die Ausbildungsvergütung oft festgelegt ist, gibt es Möglichkeiten, dein Gehalt (oder zumindest die Zusatzleistungen) zu verhandeln:
- Informiere dich: Kenne die üblichen Vergütungen in deiner Region und Branche.
- Sei selbstbewusst: Zeige, dass du motiviert und engagiert bist.
- Sprich über Zusatzleistungen: Frage nach Fahrtkostenzuschüssen, VL oder anderen Leistungen.
- Argumentiere mit deinen Stärken: Hebe deine besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen hervor.
- Sei realistisch: Erwarte keine Wunder, aber versuche, das Beste für dich herauszuholen.
Tipps für angehende Elektriker
Hier sind noch einige abschließende Tipps für angehende Elektriker:
- Nutze die Berufsschule: Lerne fleißig und nutze die Möglichkeiten, dich weiterzubilden.
- Suche dir einen guten Ausbildungsbetrieb: Achte auf ein gutes Arbeitsklima und eine fundierte Ausbildung.
- Sei engagiert und zuverlässig: Zeige, dass du bereit bist, Verantwortung zu übernehmen.
- Knüpfe Kontakte: Baue dir ein Netzwerk mit anderen Auszubildenden und Fachkräften auf.
- Denke langfristig: Die Ausbildung ist nur der Anfang. Plane deine berufliche Zukunft und bilde dich regelmäßig weiter.
Die Ausbildung zum Elektriker ist eine investition in deine Zukunft. Mit Engagement, Fleiß und einer guten Ausbildung stehen dir alle Türen offen. Auch wenn das Gehalt während der Ausbildung nicht riesig ist, die Perspektiven danach sind ausgezeichnet. Wir hoffen, dieser Artikel hat dir einen guten Überblick über die finanziellen Aspekte der Ausbildung zum Elektriker gegeben. Viel Erfolg bei deiner Ausbildung!
