Was Verdient Eine Erzieherin In Der Ausbildung
Du träumst davon, Erzieher*in zu werden? Das ist eine wunderbare Entscheidung! Du wirst einen echten Unterschied im Leben junger Menschen machen. Aber lass uns ehrlich sein: Geld spielt auch eine Rolle. Du fragst dich also: Was verdient eine Erzieherin in der Ausbildung? Eine wichtige Frage, die wir hier beantworten wollen.
Die Ausbildungsvergütung – Ein Überblick
Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass es verschiedene Ausbildungswege gibt, um Erzieher*in zu werden. Und je nach Weg unterscheidet sich auch die Ausbildungsvergütung. Grob gesagt unterscheidet man zwischen:
- Schulischer Ausbildung: Diese findet an einer Fachschule oder einem Berufskolleg statt.
- Dualer Ausbildung: Hier wechselst du zwischen der Schule und einer praktischen Ausbildungsstelle.
- Praxisintegrierter Ausbildung (PIA): Eine spezielle Form, die Theorie und Praxis eng miteinander verbindet und in der Regel vergütet wird.
Die schlechte Nachricht: Die schulische Ausbildung ist in den meisten Fällen unvergütet. Das heißt, du bekommst kein Gehalt während deiner Ausbildung an der Fachschule. Du musst also selbst für deinen Lebensunterhalt aufkommen. Das kann natürlich eine Herausforderung sein.
Die gute Nachricht: Die duale und praxisintegrierte Ausbildung werden in der Regel vergütet. Und das ist natürlich ein großer Vorteil.
Was beeinflusst die Höhe der Ausbildungsvergütung?
Selbst wenn du eine vergütete Ausbildung absolvierst, gibt es Faktoren, die die Höhe deines Gehalts beeinflussen:
- Träger der Einrichtung: Ist dein Ausbildungsbetrieb ein öffentlicher Träger (z.B. eine Kommune) oder ein freier Träger (z.B. ein Verein, eine Kirche oder ein privates Unternehmen)? Öffentliche Träger zahlen in der Regel nach Tarifvertrag, was in den meisten Fällen ein höheres Gehalt bedeutet.
- Tarifvertrag: Ist dein Ausbildungsbetrieb an einen Tarifvertrag gebunden (z.B. den TVöD – Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst)? Wenn ja, ist dein Gehalt festgeschrieben und du kannst dich darauf verlassen.
- Bundesland: Die Gehälter für Erzieher*innen (und damit auch die Ausbildungsvergütungen) können sich zwischen den Bundesländern unterscheiden.
- Ausbildungsjahr: In der Regel steigt deine Ausbildungsvergütung mit jedem Ausbildungsjahr.
Konkrete Zahlen – Was kannst du erwarten?
Okay, genug der Theorie. Lass uns über konkrete Zahlen sprechen. Bitte beachte, dass die folgenden Angaben Richtwerte sind und je nach den oben genannten Faktoren variieren können.
Duale Ausbildung und PIA (Praxisintegrierte Ausbildung):
- 1. Ausbildungsjahr: ca. 1.100 - 1.250 € brutto
- 2. Ausbildungsjahr: ca. 1.150 - 1.300 € brutto
- 3. Ausbildungsjahr: ca. 1.200 - 1.400 € brutto
Diese Zahlen beziehen sich auf Ausbildungen im öffentlichen Dienst oder bei Trägern, die sich an Tarifverträge anlehnen. Bei freien Trägern kann die Vergütung niedriger ausfallen.
Wichtig: Von diesem Bruttogehalt gehen noch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge ab. Was dir netto bleibt, hängt von deiner individuellen Situation ab (z.B. Steuerklasse, Krankenversicherung).
Alternative Finanzierungsmöglichkeiten bei schulischer Ausbildung
Wenn du dich für die schulische Ausbildung entscheidest und keine Vergütung erhältst, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um deinen Lebensunterhalt zu finanzieren:
- BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz): BAföG ist eine staatliche Unterstützung für Schüler*innen und Studierende. Ob du BAföG-berechtigt bist und wie viel du bekommst, hängt von deinem Einkommen und dem deiner Eltern ab.
- Wohngeld: Wenn du eine eigene Wohnung hast, kannst du Wohngeld beantragen.
- Jobben: Viele angehende Erzieher*innen jobben neben der Ausbildung, um sich etwas dazuzuverdienen. Achte aber darauf, dass dein Job nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt und deine Ausbildung darunter leidet.
- Kredit: Ein Bildungskredit kann eine Option sein, wenn du keine andere Möglichkeit hast, deine Ausbildung zu finanzieren. Informiere dich aber genau über die Konditionen und Zinsen.
- Unterstützung durch Familie: Vielleicht können dich deine Eltern oder andere Verwandte finanziell unterstützen.
Der Gegenwind – Kritik an der Ausbildungsvergütung
Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Ausbildungsvergütung für Erzieher*innen in Deutschland oft kritisiert wird. Viele finden, dass sie angesichts der hohen Verantwortung und der wichtigen Arbeit, die Erzieher*innen leisten, zu niedrig ist. Das Argument ist, dass eine angemessene Vergütung mehr Menschen motivieren würde, diesen Beruf zu ergreifen, und somit dem Fachkräftemangel entgegenwirken würde.
Es gibt auch die Auffassung, dass die schulische Ausbildung, die oft unvergütet ist, soziale Ungleichheit verstärkt. Denn nur wer es sich leisten kann, eine unvergütete Ausbildung zu absolvieren, hat die Chance, Erzieher*in zu werden. Das benachteiligt Menschen aus einkommensschwachen Familien.
Allerdings gibt es auch Gegenargumente. Manche Träger und Politiker argumentieren, dass die finanziellen Mittel begrenzt sind und dass eine höhere Ausbildungsvergütung zu Lasten anderer Bereiche gehen würde. Außerdem wird argumentiert, dass eine gute Ausbildung auch ohne Vergütung möglich ist und dass die Motivation, Erzieher*in zu werden, nicht nur vom Geld abhängen sollte.
Lösungsansätze – Was kann verbessert werden?
Trotz der genannten Herausforderungen gibt es Lösungsansätze, um die Situation für angehende Erzieher*innen zu verbessern:
- Erhöhung der Ausbildungsvergütung: Eine generelle Erhöhung der Ausbildungsvergütung, insbesondere bei öffentlichen Trägern, würde den Beruf attraktiver machen.
- Abschaffung der unvergüteten schulischen Ausbildung: Die Umwandlung der schulischen Ausbildung in eine vergütete Form (z.B. durch die Einführung der PIA) würde soziale Ungleichheit reduzieren.
- Förderung von Stipendien und anderen Finanzierungsmöglichkeiten: Die Bereitstellung von Stipendien und anderen finanziellen Hilfen für angehende Erzieher*innen würde die finanzielle Belastung reduzieren.
- Stärkere Anerkennung der Leistung von Erzieher*innen: Eine höhere gesellschaftliche Anerkennung der Arbeit von Erzieher*innen würde auch zu einer besseren Wertschätzung (und damit auch Vergütung) führen.
Du kannst selbst aktiv werden! Informiere dich über die verschiedenen Ausbildungswege und Finanzierungsmöglichkeiten. Sprich mit Erzieher*innen, die bereits im Beruf sind, und lass dich von ihnen beraten. Engagiere dich in Verbänden und Initiativen, die sich für eine bessere Bezahlung und Anerkennung von Erzieher*innen einsetzen.
Fazit – Dein Weg zum Traumberuf
Die Frage "Was verdient eine Erzieherin in der Ausbildung?" ist komplex und hängt von vielen Faktoren ab. Aber lass dich davon nicht entmutigen! Der Beruf des Erziehers/der Erzieherin ist unglaublich erfüllend und wichtig. Mit der richtigen Planung und Information kannst du deinen Weg zum Traumberuf finden – trotz finanzieller Herausforderungen.
Informiere dich gut über die verschiedenen Ausbildungswege und Finanzierungsmöglichkeiten. Vergleiche die Angebote verschiedener Träger und Einrichtungen. Und scheue dich nicht, Fragen zu stellen und dich beraten zu lassen. Deine Zukunft als Erzieher*in beginnt jetzt!
Welche Frage zur Ausbildung als Erzieher*in beschäftigt dich am meisten und was sind deine nächsten Schritte?
