Was Wir Dachten Was Wir Taten Charakterisierung
Was Wir Dachten Was Wir Taten (WWWDWT) ist ein deutschsprachiges Konzept der Charakterisierung, das wörtlich übersetzt "Was wir dachten, was wir taten" bedeutet. Im Kern beschreibt es, wie Erwartungen und Annahmen unser Verhalten beeinflussen und wie wir dieses Verhalten im Nachhinein rationalisieren oder rechtfertigen.
Der Fokus liegt also nicht nur auf der Handlung selbst, sondern vor allem auf den inneren Prozessen, die zu dieser Handlung geführt haben. Es geht darum, die Denkmuster, Motivationen und subjektiven Wahrnehmungen zu verstehen, die unser Tun prägen.
Die Grundidee lässt sich in drei Hauptpunkte unterteilen:
- Gedanken und Erwartungen: Bevor wir handeln, haben wir bestimmte Vorstellungen, Annahmen und Erwartungen. Diese können bewusst oder unbewusst sein und beeinflussen massgeblich unsere Entscheidungen. Denken Sie an eine Person, die aufgrund einer negativen Erfahrung erwartet, in einer ähnlichen Situation erneut enttäuscht zu werden. Diese Erwartung kann ihr Verhalten verändern, sodass sie sich defensiver verhält.
- Handlung: Die tatsächliche Handlung selbst. Es ist wichtig zu beachten, dass die Handlung nicht immer rational oder logisch im objektiven Sinne sein muss. Sie kann von Emotionen, Impulsen oder äusseren Umständen beeinflusst werden. Ein Beispiel: Jemand handelt im Affekt und bereut es später.
- Rationalisierung und Rechtfertigung: Nachdem wir gehandelt haben, neigen wir dazu, unser Verhalten im Nachhinein zu erklären und zu rechtfertigen. Dies dient dazu, unser Selbstbild aufrechtzuerhalten und kognitive Dissonanz zu vermeiden. Zum Beispiel: Eine Person, die eine Diät bricht, könnte sich sagen, dass sie es verdient hat oder dass es nur eine Ausnahme war.
WWWDWT betont, dass unsere subjektive Wahrnehmung der Realität entscheidend ist. Was wir "dachten", ist nicht immer das, was tatsächlich passiert ist. Unsere Erinnerungen und Interpretationen können verzerrt sein, um unser Verhalten in einem positiveren Licht darzustellen. Dies kann zu Missverständnissen und Konflikten führen.
Ein einfaches Beispiel: Zwei Kollegen streiten sich. Der eine Kollege "denkt", dass der andere ihn absichtlich ignoriert hat, was zu einer gereizten Reaktion führt. Tatsächlich war der andere Kollege nur in Gedanken versunken. Die WWWDWT-Analyse würde hier untersuchen, *warum* der erste Kollege annahm, ignoriert zu werden (vielleicht aufgrund früherer Erfahrungen oder einer bestehenden Unsicherheit).
Praktische Anwendungen:
- Selbstreflexion: WWWDWT kann uns helfen, unsere eigenen Verhaltensmuster besser zu verstehen. Indem wir unsere Gedanken und Erwartungen vor und nach einer Handlung analysieren, können wir erkennen, wo unsere subjektiven Wahrnehmungen uns in die Irre führen.
- Kommunikation: Indem wir uns bewusst machen, dass andere Menschen ihre eigenen WWWDWT-Prozesse durchlaufen, können wir empathischer und verständnisvoller kommunizieren. Versuchen Sie, die Perspektive des anderen zu verstehen, anstatt nur Ihr eigenes Verhalten zu rechtfertigen.
- Konfliktlösung: WWWDWT kann in Konfliktsituationen helfen, die eigentlichen Ursachen des Konflikts zu ergründen. Anstatt sich auf die Schuldzuweisung zu konzentrieren, können wir versuchen, die unterschiedlichen Erwartungen und Interpretationen der Beteiligten zu verstehen.
Indem wir uns mit WWWDWT auseinandersetzen, können wir lernen, bewusstere Entscheidungen zu treffen, effektiver zu kommunizieren und ein tieferes Verständnis für uns selbst und andere zu entwickeln. Es ist ein Werkzeug zur Verbesserung der Selbstwahrnehmung und der zwischenmenschlichen Beziehungen.
