Welche Blutwerte Bei Zöliakie Kontrollieren
Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, der Körper greift sich selbst an. Auslöser ist das Gluten. Gluten ist ein Protein. Es kommt in Weizen, Gerste und Roggen vor.
Bei Zöliakie schädigt Gluten den Dünndarm. Die Dünndarmschleimhaut entzündet sich. Dadurch kann der Körper Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen. Das führt zu Mangelerscheinungen.
Welche Blutwerte sind bei Zöliakie wichtig?
Um Zöliakie festzustellen, sind Bluttests wichtig. Sie zeigen, ob bestimmte Antikörper im Blut vorhanden sind. Diese Antikörper bildet der Körper, wenn er Gluten angreift.
Hier sind die wichtigsten Blutwerte, die bei Zöliakie kontrolliert werden:
1. Transglutaminase-Antikörper (tTG-IgA)
Das ist der wichtigste Antikörper. tTG-IgA ist oft der erste Test, der durchgeführt wird. Er ist sehr zuverlässig, um Zöliakie zu erkennen. Ein hoher Wert deutet stark auf Zöliakie hin.
Wichtig: Der Test ist nur aussagekräftig, wenn man glutenhaltige Nahrungsmittel isst. Verzichtet man schon auf Gluten, kann der Wert falsch niedrig sein.
2. Endomysium-Antikörper (EMA-IgA)
EMA-IgA ist ein weiterer wichtiger Antikörper. Er ist sehr spezifisch für Zöliakie. Das heißt, er kommt fast nur bei dieser Erkrankung vor. Ist der EMA-IgA Wert erhöht, ist die Wahrscheinlichkeit für Zöliakie sehr hoch.
Auch hier gilt: Der Test ist nur zuverlässig, wenn man vorher Gluten gegessen hat.
3. Gesamt-IgA
Manchmal haben Menschen einen IgA-Mangel. IgA ist eine bestimmte Art von Antikörper. Wenn jemand zu wenig IgA hat, können die tTG-IgA und EMA-IgA Tests falsch negativ sein. Das bedeutet, die Tests zeigen kein Zöliakie an, obwohl sie vorhanden ist.
Deshalb wird immer auch das Gesamt-IgA gemessen. Ist es zu niedrig, werden andere Tests gemacht, zum Beispiel tTG-IgG und EMA-IgG. Diese messen IgG-Antikörper anstatt IgA-Antikörper.
4. Gliadin-Antikörper (AGA)
AGA misst Antikörper gegen Gliadin. Gliadin ist ein Bestandteil von Gluten. Dieser Test ist weniger zuverlässig als tTG-IgA und EMA-IgA. Er wird seltener verwendet, kann aber in bestimmten Fällen hilfreich sein, besonders bei Kindern.
5. Weitere Blutwerte
Neben den Antikörpern werden oft auch andere Blutwerte kontrolliert. Diese geben Hinweise auf mögliche Mangelerscheinungen, die durch die Zöliakie entstanden sind.
Dazu gehören:
- Eisen und Ferritin (Speichereisen): Zeigen einen Eisenmangel an.
- Vitamin B12: Ein Mangel kann zu Nervenschäden führen.
- Folsäure: Wichtig für die Zellteilung.
- Calcium und Vitamin D: Wichtig für die Knochengesundheit.
- Albumin: Ein Protein, das im Blut transportiert wird. Ein niedriger Wert kann auf eine gestörte Nährstoffaufnahme hindeuten.
- Leberwerte (GOT, GPT): Können bei Zöliakie erhöht sein.
Was passiert nach dem Bluttest?
Sind die Blutwerte auffällig, ist das noch keine sichere Diagnose. Oft folgt eine Dünndarmspiegelung. Dabei wird eine Gewebeprobe entnommen und untersucht. Diese Untersuchung gibt endgültig Aufschluss darüber, ob Zöliakie vorliegt.
Zusammenfassung
Bluttests sind ein wichtiger Schritt, um Zöliakie zu erkennen. Die wichtigsten Werte sind tTG-IgA und EMA-IgA. Auch andere Blutwerte, die Mangelerscheinungen anzeigen, werden kontrolliert. Bei Verdacht auf Zöliakie sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.
Wichtig: Vor den Tests sollte man sich normal ernähren und Gluten zu sich nehmen. Nur so sind die Ergebnisse aussagekräftig.
