Welche Impfungen In Der Schwangerschaft Stiko
Die Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission) für Impfungen in der Schwangerschaft sind ein Leitfaden, der werdenden Müttern helfen soll, sich und ihr ungeborenes Kind bestmöglich vor bestimmten Infektionskrankheiten zu schützen. Diese Empfehlungen basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden regelmäßig aktualisiert. Das Ziel ist es, das Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft und nach der Geburt zu minimieren, die durch impfpräventable Krankheiten entstehen können.
Vereinfacht gesagt, definiert die STIKO, welche Impfungen für Schwangere als sicher und wirksam gelten, und wann der optimale Zeitpunkt für diese Impfungen ist. Die STIKO berücksichtigt dabei sowohl die Gesundheit der Mutter als auch die des Kindes. Die Anwendung dieser Empfehlungen erfolgt in der Regel durch den behandelnden Arzt oder die Hebamme im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge.
Phasenweiser Leitfaden zu STIKO-Impfempfehlungen in der Schwangerschaft
Hier ist ein schrittweiser Überblick über die empfohlenen Impfungen während der Schwangerschaft, basierend auf den STIKO-Richtlinien:
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Schritt 1: Überprüfung des Impfstatus vor der Schwangerschaft (idealerweise).
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Wichtig: Vor einer geplanten Schwangerschaft sollte der Impfschutz der Frau überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden. Es ist viel einfacher, bestimmte Impfungen *vor* der Schwangerschaft zu erhalten, da einige Lebendimpfstoffe während der Schwangerschaft kontraindiziert sind.
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Beispiele: MMR (Masern, Mumps, Röteln), Varizellen (Windpocken) sollten vor der Schwangerschaft abgeschlossen sein. Falls dies nicht der Fall ist, ist es nach der Geburt möglich.
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Schritt 2: Impfung gegen Grippe (Influenza) während der Schwangerschaft.
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Wichtig: Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung uneingeschränkt für alle Schwangeren, und zwar ab dem 2. Trimester. Bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung (z.B. chronische Erkrankungen) ist die Impfung bereits ab dem 1. Trimester möglich.
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Warum: Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für schwere Grippeverläufe und Komplikationen. Die Impfung schützt nicht nur die Mutter, sondern auch das Neugeborene in den ersten Lebensmonaten, da es selbst noch nicht geimpft werden kann.
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Beispiel: Frau Müller ist in der 20. Schwangerschaftswoche im November. Ihr Arzt empfiehlt ihr dringend die Grippeimpfung, da die Grippesaison begonnen hat.
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Schritt 3: Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) während der Schwangerschaft.
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Wichtig: Die STIKO empfiehlt eine einmalige Keuchhustenimpfung in jeder Schwangerschaft, idealerweise zwischen der 28. und 36. Schwangerschaftswoche. Es wird in der Regel ein Kombinationsimpfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis (Tdap) verwendet.
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Warum: Keuchhusten ist für Säuglinge lebensbedrohlich. Die Impfung der Mutter führt zu einer Übertragung von Antikörpern auf das Kind, wodurch es in den ersten Lebensmonaten geschützt wird.
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Beispiel: Frau Schmidt ist in der 32. Schwangerschaftswoche. Ihr Arzt rät ihr zur Tdap-Impfung, um ihr Baby vor Keuchhusten zu schützen.
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Schritt 4: Spezifische Empfehlungen bei erhöhten Risiken.
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Wichtig: In bestimmten Situationen können weitere Impfungen angezeigt sein. Dies hängt von der individuellen Risikobewertung durch den Arzt ab.
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Beispiele:
- Reisen: Bei Reisen in bestimmte Regionen können Impfungen gegen Gelbfieber (nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung!), Typhus oder Hepatitis A notwendig sein.
- Kontakt zu bestimmten Erregern: Bei beruflichem oder privatem Kontakt zu bestimmten Erregern kann eine Impfung gegen Hepatitis B in Erwägung gezogen werden.
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Schritt 5: Nach der Geburt.
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Wichtig: Nach der Geburt können fehlende Impfungen (z.B. MMR, Varizellen) nachgeholt werden. Auch Kontaktpersonen des Neugeborenen sollten einen ausreichenden Impfschutz gegen Keuchhusten haben (sogenannte "Kokooning-Strategie").
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Wichtig: Diese Informationen dienen als allgemeine Orientierung. Die individuelle Impfberatung durch den behandelnden Arzt ist unerlässlich. Er kann den Impfstatus der Schwangeren beurteilen, die spezifischen Risiken berücksichtigen und eine maßgeschneiderte Impfempfehlung geben. Bei Fragen und Unsicherheiten sollte man sich immer an seinen Arzt wenden.
