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Welcher Architekt Gründete Die Bauhaus Kunstschule


Welcher Architekt Gründete Die Bauhaus Kunstschule

Haben Sie sich jemals gefragt, wie ein Gebäude oder ein Möbelstück, das Sie lieben, entstanden ist? Hinter jedem Design, das unsere Welt prägt, steckt eine Idee, eine Vision. Und manchmal, eine ganze Bewegung. Das Bauhaus, eine der einflussreichsten Kunstschulen des 20. Jahrhunderts, ist so eine Bewegung. Aber wer war der Architekt, der den Grundstein für diese revolutionäre Institution legte?

Walter Gropius: Der Gründer des Bauhaus

Der Architekt, der die Bauhaus-Kunstschule gründete, war Walter Gropius. Geboren 1883 in Berlin, war Gropius nicht nur ein Architekt, sondern auch ein Visionär, der die Kunst, das Handwerk und die Technologie miteinander verschmelzen wollte.

Der Hintergrund von Walter Gropius

Bevor wir tiefer in die Gründung des Bauhaus eintauchen, ist es wichtig, den Hintergrund von Gropius zu verstehen. Er studierte Architektur in München und Berlin und arbeitete anschließend im Büro von Peter Behrens, einem der Pioniere der modernen Architektur. Diese Erfahrung prägte sein Verständnis von Industrie und Design maßgeblich.

Gropius' Ideen waren zu dieser Zeit revolutionär. Er glaubte, dass Kunst und Handwerk nicht getrennt, sondern als Einheit betrachtet werden sollten. Dies spiegelte sich auch in seinen frühen architektonischen Arbeiten wider, die oft eine klare, funktionale Ästhetik aufwiesen.

Die Gründung des Bauhaus in Weimar

Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1919, wurde Walter Gropius zum Direktor der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst und der Kunstgewerbeschule in Weimar ernannt. Er vereinte diese beiden Institutionen zur neuen Staatlichen Bauhaus in Weimar.

Warum Weimar? Weimar war zu dieser Zeit ein kulturelles Zentrum, das für seine progressive Denkweise bekannt war. Es bot Gropius den idealen Nährboden für seine Ideen.

Gropius' Manifest zur Gründung des Bauhaus beginnt mit den folgenden Worten:

"Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! Ihn zu schmücken war einst die vornehmste Aufgabe der bildenden Künste, sie waren unablöslich Bestandteile der großen Baukunst. Heute stehen sie in selbstgenügsamer Eigenheit, aus der sie sich nur durch bewußtes und gemeinsames Arbeiten aller Handwerker wieder erretten können."

Dieses Zitat verdeutlicht die zentrale Idee des Bauhaus: Die Einheit von Kunst, Handwerk und Technik. Gropius wollte eine neue Generation von Künstlern und Handwerkern ausbilden, die in der Lage waren, funktionale und ästhetisch ansprechende Produkte zu entwerfen und herzustellen.

Das Bauhaus-Konzept: Eine Revolution in der Kunstausbildung

Das Bauhaus-Konzept war radikal anders als die traditionellen Kunstakademien. Es umfasste:

  • Eine interdisziplinäre Ausbildung: Studenten lernten verschiedene Disziplinen kennen, von Malerei und Bildhauerei bis hin zu Tischlerei und Weberei.
  • Der Vorkurs: Ein obligatorischer Vorkurs, der von Künstlern wie Johannes Itten geleitet wurde, sollte die kreativen Fähigkeiten der Studenten entwickeln.
  • Die Zusammenarbeit mit Handwerkern: Studenten arbeiteten eng mit Handwerksmeistern zusammen, um die praktischen Aspekte der Gestaltung zu erlernen.
  • Die Betonung der Funktionalität: Das Design sollte sich an der Funktion orientieren und nicht an dekorativen Elementen. Der Leitspruch war: "Form folgt Funktion."

Diese Prinzipien führten zu einer völlig neuen Ästhetik, die sich durch klare Linien, einfache Formen und die Verwendung moderner Materialien auszeichnete.

Die wichtigsten Lehrer und Meister am Bauhaus

Gropius gelang es, einige der bedeutendsten Künstler und Architekten seiner Zeit an das Bauhaus zu holen. Dazu gehörten:

  • Lyonel Feininger: Ein expressionistischer Maler, der als Formmeister in der Druckwerkstatt tätig war.
  • Johannes Itten: Ein Schweizer Maler und Kunsttheoretiker, der den Vorkurs leitete.
  • Paul Klee: Ein Schweizer Maler, der für seine farbenfrohen und abstrakten Werke bekannt war.
  • Wassily Kandinsky: Ein russischer Maler, der als einer der Pioniere der abstrakten Kunst gilt.
  • László Moholy-Nagy: Ein ungarischer Maler und Fotograf, der die Metallwerkstatt leitete und später den Vorkurs übernahm.

Diese Meister prägten die Ausbildung am Bauhaus und trugen maßgeblich zum Erfolg der Schule bei.

Der Umzug nach Dessau und die Weiterentwicklung des Bauhaus

Aufgrund politischer Differenzen und finanzieller Schwierigkeiten musste das Bauhaus 1925 Weimar verlassen und zog nach Dessau um. In Dessau erhielt das Bauhaus ein neues, von Gropius entworfenes Gebäude, das selbst zu einem Symbol der modernen Architektur wurde.

In Dessau verstärkte sich die Ausrichtung auf die Industrie und die Serienproduktion. Das Bauhaus entwickelte sich zu einem Zentrum für modernes Design und Architektur.

Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe: Die Nachfolger von Gropius

1928 trat Walter Gropius als Direktor des Bauhaus zurück. Sein Nachfolger wurde Hannes Meyer, ein Architekt und Stadtplaner mit sozialistischen Überzeugungen. Meyer legte noch stärkeren Wert auf die Funktionalität und die soziale Verantwortung des Designs.

1930 wurde Meyer aufgrund politischer Differenzen entlassen und durch Ludwig Mies van der Rohe ersetzt. Mies van der Rohe war ein Architekt, der für seine minimalistischen und eleganten Gebäude bekannt war. Er konzentrierte sich auf die architektonische Ausbildung und reduzierte die anderen Werkstätten.

Die Schließung des Bauhaus und sein Einfluss auf die Moderne

1933 wurde das Bauhaus von den Nationalsozialisten geschlossen. Viele Lehrer und Studenten emigrierten in andere Länder und trugen ihre Ideen und ihr Wissen in die ganze Welt. Der Einfluss des Bauhaus auf die moderne Architektur, das Design und die Kunst ist bis heute spürbar.

Das Bauhaus hat die Art und Weise, wie wir über Design denken, revolutioniert. Es hat die Grundlagen für das moderne Industriedesign gelegt und die Ästhetik unserer Städte und unserer Wohnungen nachhaltig geprägt.

Die Lehren des Bauhaus sind zeitlos. Sie erinnern uns daran, dass gutes Design funktional, ästhetisch ansprechend und sozial verantwortungsbewusst sein sollte. Und es begann alles mit der Vision von Walter Gropius, dem Architekten, der den Mut hatte, die Kunstwelt herauszufordern und eine neue Ära des Designs einzuleiten.

Fazit

Walter Gropius war mehr als nur ein Architekt; er war ein Denker, ein Pädagoge und ein Visionär. Seine Gründung des Bauhaus war ein Wendepunkt in der Geschichte der Kunst und des Designs. Die Prinzipien des Bauhaus prägen unsere Welt bis heute, von unseren Gebäuden über unsere Möbel bis hin zu unseren Gebrauchsgegenständen. Indem er die Einheit von Kunst, Handwerk und Technologie propagierte, schuf Gropius eine Bewegung, die die Welt veränderte. Sein Vermächtnis lebt weiter.

Welcher Architekt Gründete Die Bauhaus Kunstschule www.alamy.de
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Welcher Architekt Gründete Die Bauhaus Kunstschule www.archdaily.com
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