Wenn Der Untere Blutdruckwert Zu Hoch Ist
Ein zu hoher unterer Blutdruckwert, auch diastolischer Blutdruck genannt, liegt vor, wenn der Wert regelmäßig über 80 mmHg liegt. Der untere Wert repräsentiert den Druck in den Arterien, wenn das Herz sich zwischen den Schlägen entspannt und wieder mit Blut füllt. Im Gegensatz zum oberen Wert (systolischer Blutdruck), der den Druck beim Zusammenziehen des Herzens misst, gibt der untere Wert Auskunft über den Widerstand in den Blutgefäßen während der Ruhephase des Herzens. Ein chronisch erhöhter diastolischer Blutdruck zwingt das Herz, härter zu arbeiten, was langfristig zu ernsthaften Gesundheitsproblemen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und Augenschäden führen kann. Es ist also wichtig, ihn ernst zu nehmen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen.
Was sind die Ursachen für einen zu hohen unteren Blutdruckwert?
Verschiedene Faktoren können zu einem erhöhten diastolischen Blutdruck beitragen. Dazu gehören:
- Genetische Veranlagung: Bluthochdruck kann familiär bedingt sein.
- Ungesunde Ernährung: Eine Ernährung mit viel Salz, gesättigten Fetten und Cholesterin kann den Blutdruck erhöhen.
- Übergewicht: Übergewicht erhöht das Risiko für Bluthochdruck.
- Bewegungsmangel: Regelmäßige körperliche Aktivität hilft, den Blutdruck zu senken.
- Stress: Chronischer Stress kann den Blutdruck erhöhen.
- Alkohol- und Tabakkonsum: Übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen schädigen die Blutgefäße und erhöhen den Blutdruck.
- Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente, wie z.B. Schmerzmittel und abschwellende Nasensprays, können den Blutdruck erhöhen.
- Grunderkrankungen: Nierenerkrankungen, Schilddrüsenprobleme und Schlafapnoe können ebenfalls zu Bluthochdruck führen.
Was kann ich tun, um meinen unteren Blutdruckwert zu senken? – Ein schrittweiser Ansatz
Die gute Nachricht ist, dass es viele Dinge gibt, die Sie selbst tun können, um Ihren diastolischen Blutdruck zu senken. Hier ist ein schrittweiser Ansatz:
Phase 1: Sofortmaßnahmen für den Alltag
- Ernährung anpassen:
- Reduzieren Sie Ihre Salzzufuhr. Verwenden Sie Kräuter und Gewürze anstelle von Salz zum Würzen. Beispiel: Statt Fertigsuppen oder -saucen, bereiten Sie Ihre Mahlzeiten selbst zu und verwenden Sie frische Zutaten.
- Essen Sie mehr Obst und Gemüse. Diese sind reich an Kalium, das hilft, den Blutdruck zu senken. Beispiel: Fügen Sie jedem Mittag- und Abendessen eine Portion Gemüse hinzu oder snacken Sie mit Obst anstelle von Süßigkeiten.
- Beschränken Sie den Konsum von gesättigten Fetten und Cholesterin. Diese finden sich vor allem in tierischen Produkten wie rotem Fleisch und fetten Milchprodukten. Beispiel: Wählen Sie mageres Fleisch, Geflügel ohne Haut und fettarme Milchprodukte.
- Regelmäßige Bewegung: Versuchen Sie, mindestens 30 Minuten moderate körperliche Aktivität an den meisten Tagen der Woche zu erreichen. Beispiel: Zügiges Spazierengehen, Joggen, Schwimmen oder Radfahren.
- Stressmanagement: Finden Sie gesunde Wege, um Stress abzubauen. Beispiel: Yoga, Meditation, Atemübungen oder Zeit in der Natur verbringen.
- Alkohol- und Tabakkonsum einschränken: Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum auf ein moderates Maß oder verzichten Sie ganz darauf. Am besten: Rauchen Sie nicht.
Phase 2: Langfristige Strategien und ärztliche Beratung
- Gewicht reduzieren: Wenn Sie übergewichtig sind, kann schon eine kleine Gewichtsabnahme Ihren Blutdruck deutlich senken.
- Regelmäßige Blutdruckmessungen: Messen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig zu Hause und notieren Sie die Werte. Dies hilft Ihnen und Ihrem Arzt, den Erfolg Ihrer Maßnahmen zu beurteilen.
- Ärztliche Beratung: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihren hohen unteren Blutdruckwert. Er kann Ihnen weitere Ratschläge geben und gegebenenfalls Medikamente verschreiben. Wichtig: Nehmen Sie verschriebene Medikamente immer gemäß den Anweisungen Ihres Arztes ein.
Phase 3: Vertiefende Maßnahmen und professionelle Unterstützung
- Ernährungsberatung: Ein Ernährungsberater kann Ihnen helfen, einen individuellen Ernährungsplan zu erstellen, der auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.
- Psychologische Unterstützung: Wenn Stress ein großer Faktor ist, kann Ihnen ein Therapeut helfen, gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
- Herzsportgruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann motivierend sein und Ihnen helfen, Ihre Ziele zu erreichen.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Senkung des unteren Blutdruckwertes ein Prozess ist, der Zeit und Engagement erfordert. Seien Sie geduldig mit sich selbst und feiern Sie kleine Erfolge. Mit der richtigen Kombination aus Lebensstiländerungen und ärztlicher Betreuung können Sie Ihren Blutdruck effektiv kontrollieren und Ihre Gesundheit langfristig verbessern. Denken Sie daran: Ein gesunder Lebensstil ist der Schlüssel zu einem gesunden Herzen!
