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Wie Feiert Man Weihnachten In Russland


Wie Feiert Man Weihnachten In Russland

Weihnachten, ein Fest der Besinnlichkeit und der Familie, wird weltweit auf unterschiedliche Weise gefeiert. Auch in Russland hat Weihnachten eine ganz besondere Bedeutung und Tradition, die sich von den westlichen Bräuchen unterscheidet. Dieser Artikel nimmt dich mit auf eine Reise durch das russische Weihnachtsfest und zeigt, wie es gefeiert wird.

Einleitung: Weihnachten auf Russisch – Eine Reise in Traditionen

Hast du dich jemals gefragt, wie Menschen in anderen Teilen der Welt Weihnachten feiern? In Russland ist die Weihnachtszeit ein faszinierendes Zusammenspiel aus religiösen Bräuchen, historischen Ereignissen und einzigartigen Traditionen. Anders als in vielen westlichen Ländern, wo Weihnachten am 25. Dezember gefeiert wird, fällt das russische Weihnachtsfest auf den 7. Januar. Warum das so ist und was diese Verschiebung bedeutet, erfährst du hier.

Der Julianische Kalender und das orthodoxe Weihnachten

Der Hauptgrund für den späteren Termin des russischen Weihnachtsfestes liegt im Julianischen Kalender, der von der Russisch-Orthodoxen Kirche verwendet wird. Dieser Kalender weicht vom Gregorianischen Kalender, der in den meisten westlichen Ländern verwendet wird, um 13 Tage ab. Daher fällt Weihnachten nach dem Julianischen Kalender auf den 7. Januar des Gregorianischen Kalenders. Diese Tatsache prägt das gesamte Fest und seine Vorbereitungen maßgeblich.

Die Vorweihnachtszeit: Eine Zeit der Vorbereitung und des Fastens

Die Vorbereitung auf Weihnachten beginnt in Russland bereits am 28. November mit der 40-tägigen Fastenzeit, bekannt als die Philippus-Fastenzeit oder Adventfastenzeit. Diese Zeit der Enthaltsamkeit dient der spirituellen Reinigung und Vorbereitung auf das Fest der Geburt Christi.

  • Verzicht: Während der Fastenzeit verzichten orthodoxe Christen traditionell auf Fleisch, Milchprodukte, Eier und Fisch.
  • Gebet und Besinnung: Die Fastenzeit ist auch eine Zeit intensiveren Gebets, des Kirchenbesuchs und der Besinnung auf spirituelle Werte.
  • Vorbereitungen im Haus: Neben der spirituellen Vorbereitung beginnen die Menschen auch, ihre Häuser für das Fest zu schmücken und vorzubereiten.

Heiligabend: Der heilige Abend vor dem Fest

Der 6. Januar, der Heiligabend nach dem Julianischen Kalender, ist ein besonders wichtiger Tag. Er ist geprägt von speziellen Gottesdiensten und traditionellen Speisen. Der Tag endet mit dem Erscheinen des ersten Sterns am Himmel, der an den Stern von Bethlehem erinnert und das Ende des strengen Fastens ankündigt.

Traditionelle Speisen am Heiligabend

Nach dem Erscheinen des ersten Sterns versammelt sich die Familie zu einem festlichen Mahl, das Svyat Vechir genannt wird. Dieses Mahl ist traditionell fleischlos und besteht aus zwölf Gerichten, die die zwölf Apostel symbolisieren. Einige der typischen Speisen sind:

  • Kutja: Ein süßer Brei aus Weizenkörnern, Honig, Mohn und Nüssen. Er symbolisiert die Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben.
  • Uzvar: Ein Kompott aus getrockneten Früchten, das die Fruchtbarkeit und das Leben symbolisiert.
  • Borschtsch: Eine traditionelle Rote-Bete-Suppe.
  • Vareniki: Gefüllte Teigtaschen, meist mit Kartoffeln, Kraut oder Pilzen.
  • Fisch: In verschiedenen Zubereitungsarten, da Fisch während der Fastenzeit erlaubt ist.

Weihnachten am 7. Januar: Ein Tag der Freude und des Glaubens

Der 7. Januar ist der eigentliche Weihnachtstag. Er beginnt mit einem festlichen Gottesdienst in der Kirche, der oft sehr lange dauert. Nach dem Gottesdienst kehren die Familien nach Hause zurück, um das Fest mit einem reichhaltigen Mahl zu feiern.

Weihnachtliche Traditionen und Bräuche

Neben dem Essen gibt es auch andere Bräuche, die in Russland zu Weihnachten gehören:

  • Geschenke: Obwohl Geschenke in Russland eher zu Neujahr ausgetauscht werden, gibt es auch an Weihnachten kleine Aufmerksamkeiten für die Familie.
  • Weihnachtslieder: Das Singen von Weihnachtsliedern, sogenannten Kolyadki, ist eine alte Tradition, bei der Kinder von Haus zu Haus ziehen und Lieder singen, um Süßigkeiten und kleine Geschenke zu erhalten.
  • Besuche bei Freunden und Verwandten: Weihnachten ist eine Zeit, um mit Familie und Freunden zusammen zu sein. Man besucht sich gegenseitig und verbringt Zeit miteinander.

Der Unterschied zu westlichen Weihnachtstraditionen

Der auffälligste Unterschied zu den westlichen Weihnachtstraditionen ist natürlich der Termin. Aber auch die Rolle von Väterchen Frost (Ded Moroz) und seiner Enkelin Snegurotschka ist anders. Sie bringen die Geschenke traditionell zu Neujahr, während Weihnachten stärker im Zeichen des religiösen Aspekts steht.

Väterchen Frost und Snegurotschka: Die russischen Gabenbringer

In Russland ist Ded Moroz (Väterchen Frost) der Gabenbringer. Er wird von seiner Enkelin Snegurotschka (Schneeflocke) begleitet. Gemeinsam besuchen sie die Kinder und bringen ihnen Geschenke, aber traditionell eher zu Neujahr als zu Weihnachten.

Die Zeit nach Weihnachten: Die Heiligen Tage

Nach Weihnachten folgen die Svyatki, die Heiligen Tage, die bis zum Dreikönigsfest am 19. Januar dauern. Diese Zeit ist geprägt von weiteren festlichen Gottesdiensten, Besuchen bei Freunden und Verwandten sowie traditionellen Spielen und Bräuchen.

Das Dreikönigsfest und das Eisbaden

Das Dreikönigsfest, auch bekannt als Epiphanias, markiert das Ende der Weihnachtszeit. An diesem Tag wird die Taufe Jesu im Jordanfluss gefeiert. Ein besonders mutiger Brauch ist das Eisbaden, bei dem Gläubige in das eiskalte Wasser tauchen, um sich zu reinigen und zu segnen.

Weihnachten in Russland heute: Eine Mischung aus Tradition und Moderne

Auch in Russland hat sich Weihnachten im Laufe der Zeit verändert. Viele Menschen feiern sowohl das traditionelle orthodoxe Weihnachten am 7. Januar als auch das westliche Weihnachten am 25. Dezember, wenn auch in geringerem Umfang. Die Kommerzialisierung des Festes ist auch in Russland spürbar, aber die religiösen und traditionellen Werte bleiben weiterhin von großer Bedeutung.

Moderne russische Familien integrieren oft Elemente beider Traditionen, um das Beste aus beiden Welten zu genießen. Sie schmücken Weihnachtsbäume, tauschen Geschenke aus und verbringen Zeit mit ihren Lieben, während sie gleichzeitig die religiösen Bräuche und Traditionen pflegen.

Fazit: Weihnachten in Russland – Ein Fest der Spiritualität und Gemeinschaft

Weihnachten in Russland ist mehr als nur ein Fest – es ist eine Zeit der Spiritualität, der Gemeinschaft und der Tradition. Die einzigartige Kombination aus religiösen Bräuchen, historischen Ereignissen und familiären Traditionen macht das russische Weihnachtsfest zu einem besonderen Erlebnis. Wenn du also das nächste Mal an Weihnachten denkst, erinnere dich an die faszinierenden Bräuche und Traditionen in Russland und die Bedeutung dieses Festes für die russische Kultur. Es ist ein Fest, das uns daran erinnert, wie unterschiedlich und doch gleich wir alle sind, wenn es darum geht, die Freude und das Wunder der Weihnachtszeit zu feiern. Das Verständnis der russischen Weihnachtstraditionen bereichert unser eigenes Verständnis der Welt und der Vielfalt menschlicher Erfahrungen. Möge diese Reise in das russische Weihnachtsfest dein Herz erwärmt und dein Verständnis für die Schönheit unterschiedlicher Kulturen erweitert haben.

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