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Wie Heißt Die Spritze Gegen Schuppenflechte


Wie Heißt Die Spritze Gegen Schuppenflechte

Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, kann eine echte Belastung sein. Der quälende Juckreiz, die schuppigen Hautstellen, das Gefühl, sich unwohl in der eigenen Haut zu fühlen – viele Betroffene kennen diese Probleme nur zu gut. Vielleicht haben Sie schon Cremes und Salben ausprobiert, aber der gewünschte Erfolg bleibt aus. In solchen Fällen stellt sich oft die Frage: Gibt es eine Spritze, die wirklich hilft?

Die Suche nach der "Wunderspritze" gegen Schuppenflechte

Die gute Nachricht ist: Ja, es gibt Spritzen gegen Schuppenflechte. Aber es gibt keine einzelne "Wunderspritze", die für jeden gleich gut wirkt. Vielmehr handelt es sich um eine Gruppe von Medikamenten, die systemisch wirken, das heißt, sie beeinflussen den gesamten Körper und nicht nur die betroffenen Hautstellen.

Diese Spritzen enthalten sogenannte Biologika oder Biosimilars. Biologika sind biotechnologisch hergestellte Medikamente, die gezielt in das Immunsystem eingreifen und Entzündungsprozesse unterdrücken, die bei Schuppenflechte eine zentrale Rolle spielen. Biosimilars sind Nachahmerprodukte von Biologika, die in ihrer Wirkung und Sicherheit vergleichbar sind.

Welche Spritzen gibt es und wie wirken sie?

Es gibt verschiedene Arten von Biologika und Biosimilars, die bei Schuppenflechte eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich in ihrem Wirkmechanismus und der Art, wie sie in das Immunsystem eingreifen:

TNF-alpha-Inhibitoren

Diese Medikamente blockieren den Tumornekrosefaktor alpha (TNF-α), ein Zytokin, das eine wichtige Rolle bei Entzündungsprozessen spielt. Durch die Blockade von TNF-α wird die Entzündung in der Haut reduziert.

Beispiele für TNF-alpha-Inhibitoren, die als Spritze verabreicht werden:

  • Etanercept (Enbrel®)
  • Adalimumab (Humira®)
  • Infliximab (Remicade®) – wird intravenös verabreicht, nicht als Spritze im eigentlichen Sinne.
  • Certolizumab Pegol (Cimzia®)

IL-17-Inhibitoren

Interleukin-17 (IL-17) ist ein weiteres Zytokin, das bei der Entstehung von Schuppenflechte eine wichtige Rolle spielt. IL-17-Inhibitoren blockieren dieses Zytokin und reduzieren so die Entzündung.

Beispiele für IL-17-Inhibitoren, die als Spritze verabreicht werden:

  • Secukinumab (Cosentyx®)
  • Ixekizumab (Taltz®)
  • Brodalumab (Siliq®) – wird aufgrund möglicher schwerwiegender Nebenwirkungen (Suizidalität) nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen eingesetzt.

IL-23-Inhibitoren

Interleukin-23 (IL-23) spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Aktivierung des Immunsystems und der Entstehung von Schuppenflechte. IL-23-Inhibitoren blockieren dieses Zytokin und reduzieren so die Entzündung.

Beispiele für IL-23-Inhibitoren, die als Spritze verabreicht werden:

  • Guselkumab (Tremfya®)
  • Tildrakizumab (Ilumetri®)
  • Risankizumab (Skyrizi®)

IL-12/23-Inhibitoren

Ustekinumab (Stelara®) ist ein Inhibitor von IL-12 und IL-23 und wirkt somit auf zwei Zytokine gleichzeitig. Es wird ebenfalls als Spritze verabreicht.

Für wen sind diese Spritzen geeignet?

Nicht jeder Patient mit Schuppenflechte benötigt eine Behandlung mit Biologika. Diese Medikamente werden in der Regel dann eingesetzt, wenn:

  • ...die Schuppenflechte mittelschwer bis schwer ausgeprägt ist.
  • ...andere Behandlungen, wie z.B. Cremes, Salben und Lichttherapie, nicht ausreichend wirksam waren.
  • ...die Schuppenflechte die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.
  • ...Begleiterkrankungen wie Psoriasis-Arthritis (Gelenkentzündung) vorliegen.

Die Entscheidung für eine Behandlung mit Biologika sollte immer in Absprache mit einem Hautarzt getroffen werden. Der Arzt wird die individuelle Situation des Patienten beurteilen, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Medikamente abwägen und die am besten geeignete Therapie auswählen.

Was sind die Risiken und Nebenwirkungen?

Wie alle Medikamente können auch Biologika Nebenwirkungen haben. Da sie in das Immunsystem eingreifen, besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Erkältungen
  • Husten
  • Harnwegsinfektionen
  • Reaktionen an der Injektionsstelle

Seltenere, aber potenziell schwerwiegendere Nebenwirkungen sind:

  • Schwere Infektionen (z.B. Tuberkulose)
  • Allergische Reaktionen
  • Neurologische Erkrankungen (in sehr seltenen Fällen)

Vor Beginn einer Behandlung mit Biologika wird der Arzt den Patienten über die möglichen Risiken und Nebenwirkungen aufklären. Außerdem sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen während der Behandlung wichtig, um eventuelle Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Wie wird die Spritze angewendet?

Die meisten Biologika werden als subkutane Injektion verabreicht, d.h. sie werden unter die Haut gespritzt. Der Patient kann die Spritze nach einer entsprechenden Einweisung durch den Arzt oder das medizinische Fachpersonal in der Regel selbst zu Hause verabreichen. Manche Biologika, wie z.B. Infliximab, werden als Infusion in die Vene gegeben, was in einer Arztpraxis oder Klinik erfolgt.

Die Häufigkeit der Injektionen variiert je nach Medikament. Manche Biologika werden einmal pro Woche gespritzt, andere alle zwei Wochen, alle vier Wochen oder sogar nur alle drei Monate.

Was ist zu beachten vor und während der Behandlung?

Vor Beginn einer Behandlung mit Biologika sind einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Gründliche Anamnese und Untersuchung: Der Arzt wird die Krankengeschichte des Patienten erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen, um festzustellen, ob eine Behandlung mit Biologika geeignet ist.
  • Ausschluss von Infektionen: Vor Beginn der Behandlung müssen aktive Infektionen ausgeschlossen werden, z.B. Tuberkulose oder Hepatitis.
  • Impfungen: Der Impfstatus sollte überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden. Lebendimpfstoffe sollten während der Behandlung mit Biologika vermieden werden.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, um den Therapieerfolg zu überwachen und eventuelle Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.

Während der Behandlung sollten Patienten auf folgende Symptome achten und den Arzt informieren, wenn sie auftreten:

  • Fieber
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Hautausschläge
  • Gelenkschmerzen
  • Schwellungen

Erfolgschancen und Alternativen

Die Behandlung mit Biologika kann bei vielen Patienten mit Schuppenflechte zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führen. Studien haben gezeigt, dass Biologika bei einem Großteil der Patienten zu einer deutlichen Reduktion der Hautveränderungen und einer Verbesserung der Lebensqualität führen können.

Eine Studie im *Journal of the American Academy of Dermatology* zeigte beispielsweise, dass ein Großteil der Patienten, die mit IL-17-Inhibitoren behandelt wurden, eine 75-prozentige Verbesserung (PASI 75) oder sogar eine 90-prozentige Verbesserung (PASI 90) der Hautveränderungen erreichten.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Biologika nicht bei jedem Patienten gleich gut wirken. Bei manchen Patienten kann es zu einem Therapieversagen kommen, d.h. die Medikamente wirken nicht oder verlieren im Laufe der Zeit ihre Wirkung.

Es gibt auch alternative Behandlungen für Schuppenflechte, die je nach Schweregrad der Erkrankung und individuellen Bedürfnissen in Betracht gezogen werden können:

  • Topische Therapien: Cremes und Salben mit Kortikosteroiden, Vitamin D-Analoga oder Calcineurin-Inhibitoren.
  • Lichttherapie: Bestrahlung der Haut mit UV-Licht.
  • Systemische Therapien: Medikamente in Tablettenform oder als Injektion, die den gesamten Körper beeinflussen, z.B. Methotrexat, Ciclosporin oder Apremilast.

Die Wahl der geeigneten Therapie sollte immer in Absprache mit einem Hautarzt getroffen werden.

Fazit: Spritzen können helfen, aber es gibt keine Einheitslösung

Spritzen gegen Schuppenflechte, insbesondere Biologika und Biosimilars, können eine wirksame Behandlungsoption für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte sein, bei denen andere Behandlungen nicht ausreichend wirksam waren. Sie können zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome und einer Steigerung der Lebensqualität führen.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es keine Einheitslösung gibt. Die Wahl des geeigneten Medikaments und die Entscheidung für eine Behandlung mit Biologika sollten immer in Absprache mit einem erfahrenen Hautarzt getroffen werden, der die individuelle Situation des Patienten beurteilen und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Therapieoptionen abwägen kann.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um herauszufinden, ob eine Behandlung mit Biologika für Sie in Frage kommt. Ein offenes Gespräch und eine umfassende Beratung sind der erste Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung Ihrer Schuppenflechte.

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