Wie Oft Kann Man Eine Gürtelrose Bekommen
Wie oft kann man eine Gürtelrose bekommen? Kurz gesagt: Ja, man kann mehr als einmal an Gürtelrose erkranken. Es ist zwar weniger wahrscheinlich, aber definitiv möglich.
Gürtelrose, medizinisch Herpes Zoster genannt, ist eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV), des gleichen Virus, das Windpocken verursacht. Nach einer Windpockeninfektion bleibt das Virus lebenslang inaktiv in Nervenzellen im Körper bestehen. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann das Virus reaktiviert werden und sich entlang eines Nervs zur Hautoberfläche bewegen, wo es die schmerzhaften Bläschen der Gürtelrose verursacht.
Schritt für Schritt: Warum eine zweite Gürtelrose möglich ist:
- Das Virus bleibt im Körper: Wie bereits erwähnt, verschwindet das Varizella-Zoster-Virus nach einer Windpockeninfektion nicht. Es bleibt latent, also inaktiv, in den Nervenganglien.
- Immunsystem-Schwächung: Eine erneute Aktivierung des Virus tritt in der Regel auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Dies kann durch Alterung, Stress, bestimmte Medikamente (z.B. Immunsuppressiva) oder Krankheiten (z.B. HIV/AIDS) bedingt sein. Das schwächere Immunsystem ist nicht mehr in der Lage, das Virus wirksam unter Kontrolle zu halten.
- Reaktivierung des Virus: Wenn das Immunsystem nachlässt, kann das Virus "aufwachen" und sich entlang eines Nervs ausbreiten. Dies führt zu den typischen Symptomen der Gürtelrose.
- Keine vollständige Immunität: Eine durchgemachte Gürtelrose verleiht zwar eine gewisse Immunität, aber diese ist nicht immer lebenslang oder ausreichend stark. Einige Menschen entwickeln nicht genügend Antikörper oder ihre Immunität nimmt im Laufe der Zeit ab.
Beispiele zur Verdeutlichung:
Beispiel 1: Frau Müller hatte im Alter von 60 Jahren eine Gürtelrose. Zehn Jahre später, nach einer längeren Behandlung mit Kortison wegen einer Autoimmunerkrankung, erkrankte sie erneut an Gürtelrose. Die Kortisontherapie hatte ihr Immunsystem geschwächt und das Virus reaktiviert.
Beispiel 2: Herr Schmidt, 75 Jahre alt, hatte vor 20 Jahren eine Gürtelrose. Infolge des natürlichen Alterungsprozesses und einer damit verbundenen Abnahme der Immunfunktion erkrankte er ein zweites Mal an Gürtelrose.
Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Gürtelrose ist zwar geringer als beim ersten Mal, aber sie besteht. Studien zeigen, dass etwa 1 bis 5 % der Menschen im Laufe ihres Lebens mehr als einmal an Gürtelrose erkranken.
Warum ist das wichtig zu wissen? Es ist wichtig, sich der Möglichkeit einer erneuten Gürtelrose bewusst zu sein, um bei ersten Anzeichen frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Behandlung mit antiviralen Medikamenten kann den Verlauf der Erkrankung verkürzen und Komplikationen, wie z.B. die Postzosterneuralgie (Nervenschmerzen nach der Gürtelrose), reduzieren. Außerdem ist es wichtig, die Möglichkeit einer Impfung gegen Gürtelrose mit seinem Arzt zu besprechen, da diese das Risiko einer Erkrankung und ihrer Komplikationen deutlich senken kann.
