Wie Viel Verdient Man Als Automobilkaufmann In Der Ausbildung
Du träumst davon, in der glänzenden Welt der Autos zu arbeiten, Verkaufsgespräche zu führen und Kunden glücklich zu machen? Dann ist die Ausbildung zum Automobilkaufmann/zur Automobilkauffrau vielleicht genau das Richtige für dich. Aber bevor du dich voller Enthusiasmus bewirbst, ist eine wichtige Frage: Wie viel verdient man eigentlich während der Ausbildung? Das ist verständlich, denn schließlich möchtest du nicht nur deinen Traumjob finden, sondern auch finanziell gut aufgestellt sein. Lass uns das Thema genauer beleuchten.
Was beeinflusst das Ausbildungsgehalt?
Das Gehalt während der Ausbildung zum Automobilkaufmann/zur Automobilkauffrau ist nicht festgeschrieben und kann variieren. Es gibt mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen:
- Die Größe des Autohauses: Größere Autohäuser, oft Teil einer großen Kette oder Konzerns, zahlen tendenziell mehr als kleinere, familiengeführte Betriebe. Sie haben in der Regel mehr finanzielle Ressourcen.
- Der Standort: In Regionen mit höheren Lebenshaltungskosten (z.B. in Großstädten) sind die Ausbildungsgehälter oft höher als in ländlichen Gebieten. Das liegt daran, dass die Betriebe mit den höheren Lebenshaltungskosten konkurrieren müssen, um Auszubildende zu gewinnen.
- Der Tarifvertrag: Viele Autohäuser sind an Tarifverträge gebunden, die die Ausbildungsvergütung regeln. Diese Verträge bieten oft eine gewisse Sicherheit und garantieren eine jährliche Erhöhung des Gehalts.
- Dein Verhandlungsgeschick (bedingt): In einigen Fällen, insbesondere bei kleineren Betrieben, kann dein Verhandlungsgeschick eine Rolle spielen. Allerdings solltest du realistisch sein und dich an den üblichen Gehältern orientieren.
- Dein Schulabschluss: Obwohl nicht immer direkt ausschlaggebend, kann ein höherer Schulabschluss (z.B. Abitur) in einigen Fällen zu einem etwas höheren Einstiegsgehalt führen.
Durchschnittliche Ausbildungsgehälter: Ein Überblick
Obwohl die Gehälter variieren können, gibt es Richtwerte, an denen du dich orientieren kannst. Die folgenden Zahlen sind Durchschnittswerte und dienen als Orientierung:
- 1. Ausbildungsjahr: Zwischen 850 € und 1.000 € brutto
- 2. Ausbildungsjahr: Zwischen 950 € und 1.100 € brutto
- 3. Ausbildungsjahr: Zwischen 1.050 € und 1.200 € brutto
Wichtig: Diese Zahlen sind Schätzungen. Informiere dich am besten bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) oder bei der Bundesagentur für Arbeit über die aktuellen Durchschnittsgehälter in deiner Region.
Tarifvertrag: Ein sicherer Hafen
Wenn das Autohaus, in dem du deine Ausbildung absolvierst, an einen Tarifvertrag gebunden ist, profitierst du in der Regel von festen Gehaltssteigerungen während der Ausbildung. Diese Verträge legen nicht nur die Höhe der Ausbildungsvergütung fest, sondern auch andere wichtige Arbeitsbedingungen wie Urlaubsanspruch und Arbeitszeiten.
Ein Tarifvertrag bietet dir die Sicherheit, dass du fair bezahlt wirst und deine Rechte als Auszubildender geschützt sind. Informiere dich vor deiner Bewerbung, ob das Autohaus tarifgebunden ist.
Realistische Erwartungen und finanzielle Planung
Es ist wichtig, realistische Erwartungen an dein Ausbildungsgehalt zu haben. Die Ausbildung dient in erster Linie dazu, dir das nötige Wissen und die Fähigkeiten für deinen zukünftigen Beruf zu vermitteln. Das Gehalt ist dabei ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor.
Plane deine Finanzen sorgfältig. Bedenke, dass von deinem Bruttogehalt noch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Erstelle einen Budgetplan, um zu sehen, wie viel Geld dir für Miete, Lebensmittel, Freizeit und andere Ausgaben zur Verfügung steht.
Zusätzliche finanzielle Unterstützung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung während der Ausbildung zu erhalten:
- Berufsausbildungsbeihilfe (BAB): BAB ist eine staatliche Leistung, die du beantragen kannst, wenn du während der Ausbildung nicht bei deinen Eltern wohnst und dein Einkommen nicht ausreicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken.
- Kindergeld: Deine Eltern erhalten in der Regel weiterhin Kindergeld, solange du dich in Ausbildung befindest.
- Nebenjob: Wenn dein Ausbildungsgehalt nicht ausreicht, kannst du einen Nebenjob annehmen. Achte jedoch darauf, dass du deine Ausbildung nicht vernachlässigst und die gesetzlichen Arbeitszeitgrenzen einhältst.
Nach der Ausbildung: Die Gehaltsaussichten
Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zum Automobilkaufmann/zur Automobilkauffrau erwarten dich deutlich bessere Gehaltsaussichten. Dein Einstiegsgehalt hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. deiner Qualifikation, der Größe des Unternehmens und deiner Leistung im Job.
Mit zunehmender Berufserfahrung und Weiterbildungen kannst du dein Gehalt weiter steigern. Spezialisierungen, wie z.B. im Bereich Verkauf, Service oder Marketing, können dir zusätzliche Karrieremöglichkeiten eröffnen und sich positiv auf dein Gehalt auswirken.
Der Einfluss von Weiterbildungen
Investiere in deine Weiterbildung! Durch Kurse, Seminare und Lehrgänge kannst du deine Fachkenntnisse erweitern und dich für anspruchsvollere Aufgaben qualifizieren. Mögliche Weiterbildungen sind:
- Fachkaufmann/-frau für Marketing: Für alle, die sich im Bereich Marketing spezialisieren möchten.
- Betriebswirt/in: Eine umfassende Weiterbildung im Bereich Betriebswirtschaft.
- Studium: Ein Studium im Bereich Betriebswirtschaft oder Automobilwirtschaft kann dir weitere Karrieremöglichkeiten eröffnen.
Der Wert der Ausbildung: Mehr als nur das Gehalt
Die Ausbildung zum Automobilkaufmann/zur Automobilkauffrau bietet dir eine solide Grundlage für eine erfolgreiche Karriere in der Automobilbranche. Du lernst nicht nur alles über Autos, sondern auch über Verkauf, Marketing, Service und Kundenbetreuung.
Die Arbeit im Autohaus ist abwechslungsreich und spannend. Du hast Kontakt zu vielen verschiedenen Menschen, lernst neue Technologien kennen und bist immer am Puls der Zeit.
Alternativen und Gegenargumente
Es gibt natürlich auch andere Ausbildungsberufe im kaufmännischen Bereich, die möglicherweise ein höheres Ausbildungsgehalt bieten. Zum Beispiel der Bankkaufmann/die Bankkauffrau oder der Industriekaufmann/die Industriekauffrau. Diese Berufe sind jedoch oft weniger spezialisiert und bieten nicht die gleiche Möglichkeit, sich mit einer bestimmten Branche (in diesem Fall der Automobilbranche) zu identifizieren. Ein weiterer Punkt ist, dass der Automobilsektor einem stetigen Wandel unterliegt, was neue Herausforderungen und Chancen mit sich bringt.
Fazit: Eine lohnende Investition in deine Zukunft
Die Ausbildung zum Automobilkaufmann/zur Automobilkauffrau mag vielleicht nicht die bestbezahlte Ausbildung sein, aber sie bietet dir eine spannende und abwechslungsreiche Karriere in einer dynamischen Branche. Mit Engagement, Weiterbildung und dem richtigen Ehrgeiz kannst du deine Gehaltsaussichten deutlich verbessern und deinen Traumjob finden.
Was sind deine Prioritäten bei der Berufswahl? Ist dir ein hohes Ausbildungsgehalt wichtiger als die Leidenschaft für die Automobilbranche? Überlege dir gut, was dir wirklich wichtig ist, und triff dann die richtige Entscheidung für deine Zukunft.
