Wie Wasser Aus Dem Ohr Bekommen
Wasser im Ohr, auch bekannt als "Schwimmerohr" oder "Badewannenohr", ist ein häufiges Problem, das auftritt, wenn Wasser im Gehörgang eingeschlossen wird. Dies kann unangenehm sein und zu einem Gefühl von Druck, vermindertem Hörvermögen und sogar Infektionen führen, wenn das Wasser über längere Zeit im Ohr verbleibt. Das Ziel ist es, das Wasser möglichst schonend und effektiv aus dem Ohr zu entfernen, um Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Es gibt verschiedene Methoden, die Sie zu Hause ausprobieren können, um das Problem selbst zu beheben.
Phase 1: Schwerkraft und Bewegung nutzen
Die einfachste Methode nutzt die Schwerkraft, um das Wasser auf natürliche Weise abfließen zu lassen. Hier sind einige Schritte, die Sie versuchen können:
- Kopf neigen: Neigen Sie Ihren Kopf zur Seite, sodass das betroffene Ohr nach unten zeigt. Schütteln Sie Ihren Kopf sanft, aber bestimmt, um das Wasser herauszubewegen.
- Hüpfen: Hüpfen Sie auf dem Bein, das sich auf der Seite des betroffenen Ohrs befindet. Die Kombination aus Bewegung und Schwerkraft kann helfen, das Wasser zu lösen.
- Kauen oder Gähnen: Diese Bewegungen können die Eustachische Röhre öffnen, die das Mittelohr mit dem Rachen verbindet, und so den Druckausgleich fördern und das Ablaufen des Wassers erleichtern.
Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie kommen aus dem Schwimmbad. Ihr linkes Ohr fühlt sich verstopft an. Neigen Sie Ihren Kopf nach links und schütteln Sie ihn. Gleichzeitig hüpfen Sie leicht auf Ihrem linken Bein. Nach einigen Wiederholungen sollte das Wasser abfließen.
Phase 2: Vakuum erzeugen
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein leichtes Vakuum zu erzeugen, um das Wasser herauszuziehen. Seien Sie hierbei jedoch vorsichtig, um Ihr Trommelfell nicht zu beschädigen.
- Handflächen-Vakuum: Neigen Sie Ihren Kopf zur Seite und legen Sie Ihre Handfläche fest über das betroffene Ohr. Bewegen Sie Ihre Handfläche schnell vor und zurück, um ein leichtes Vakuum zu erzeugen. Nehmen Sie Ihre Hand schnell weg. Wiederholen Sie dies einige Male.
- Ohrentropfen (rezeptfrei): Es gibt spezielle Ohrentropfen in der Apotheke, die Alkohol oder Essigsäure enthalten. Diese helfen, das Wasser zu verdunsten und Bakterien abzutöten. Achten Sie darauf, die Anweisungen auf der Packung genau zu befolgen.
Wichtig: Wenn Sie Ohrenschmerzen haben oder vermuten, dass Sie eine Trommelfellperforation haben, sollten Sie diese Methode nicht anwenden und stattdessen einen Arzt aufsuchen.
Phase 3: Wärme und Dampf
Wärme kann helfen, das Wasser zu verdunsten, und Dampf kann die Eustachische Röhre öffnen, um das Ablaufen zu erleichtern.
- Warmer Waschlappen: Legen Sie einen warmen, feuchten Waschlappen auf das betroffene Ohr. Die Wärme kann helfen, das Wasser zu verdunsten und die Beschwerden zu lindern.
- Dampfbad: Beugen Sie sich über eine Schüssel mit heißem Wasser (nicht kochend!) und bedecken Sie Ihren Kopf mit einem Handtuch, um den Dampf einzufangen. Der Dampf kann helfen, die Eustachische Röhre zu öffnen und das Ablaufen des Wassers zu erleichtern.
Achtung: Achten Sie darauf, sich nicht zu verbrühen. Der Dampf sollte warm, aber nicht heiß sein.
Phase 4: Vorbeugung ist besser als Nachsorge
Es gibt einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um zu verhindern, dass Wasser überhaupt erst ins Ohr gelangt:
- Ohrstöpsel: Tragen Sie beim Schwimmen oder Duschen Ohrstöpsel.
- Kopfbedeckung: Tragen Sie eine Badekappe, um Ihre Ohren vor Wasser zu schützen.
- Nach dem Schwimmen abtrocknen: Trocknen Sie Ihre Ohren nach dem Schwimmen oder Duschen gründlich ab. Verwenden Sie ein sauberes Handtuch oder einen Fön auf niedriger Stufe.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten: Wenn das Wasser nicht abfließt, wenn Sie Ohrenschmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Ausfluss aus dem Ohr haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dies könnten Anzeichen für eine Infektion sein, die behandelt werden muss.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Wasser im Ohr unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos ist. Mit diesen einfachen Methoden können Sie das Problem oft selbst beheben. Sollten die Beschwerden jedoch anhalten oder sich verschlimmern, ist ein Arztbesuch ratsam.
