Zu Bildern Eine Geschichte Schreiben
Zu Bildern eine Geschichte schreiben, kurz "Bildergeschichte schreiben," bedeutet, anhand einer Reihe von Bildern eine zusammenhängende Erzählung zu verfassen. Denk es dir wie einen stummen Comic, den du zum Leben erweckst.
Was macht eine gute Bildergeschichte aus?
Eine gute Bildergeschichte ist mehr als nur eine Beschreibung der Bilder. Sie füllt die Lücken zwischen den Bildern aus und gibt den Figuren und Ereignissen Tiefe.
1. Die Bilder sind der Ausgangspunkt: Betrachte die Bilder genau. Was passiert? Wer ist beteiligt? Wo findet die Handlung statt? Notiere dir Stichworte zu jedem Bild.
Beispiel: Bild 1 zeigt ein Kind, das einen Drachen steigen lässt. Bild 2 zeigt den Drachen in einem Baum. Bild 3 zeigt das Kind, wie es traurig ist.
2. Entwickle eine Handlung: Verbinde die einzelnen Bilder zu einer Geschichte. Was geschah vor dem ersten Bild? Was passiert nach dem letzten Bild? Warum ist der Drachen im Baum gelandet? Was wird das Kind jetzt tun?
Beispiel: Vielleicht hatte das Kind den Drachen neu gebastelt und war stolz darauf. Der Wind war stark und plötzlich riss die Schnur. Der Drachen flog in den Baum und das Kind war traurig, weil es so viel Mühe in den Drachen gesteckt hatte.
3. Erwecke die Figuren zum Leben: Gib den Figuren Namen und Charaktereigenschaften. Was fühlen sie? Was denken sie? Lass sie miteinander sprechen (indirekte Rede ist oft ausreichend).
Beispiel: Das Kind heißt Lisa. Sie ist 8 Jahre alt und liebt es, draußen zu spielen. Sie ist etwas ungeschickt, aber sehr kreativ. Sie denkt: "Oh nein! Mein Drachen! Ich habe ihn doch gerade erst fertig gemacht!"
4. Verwende lebendige Sprache: Beschreibe die Umgebung, die Geräusche, die Gerüche. Nutze Verben, die Action vermitteln. Vermeide langweilige Sätze wie "Das Kind ging..." Besser: "Lisa rannte aufgeregt..."
Beispiel: Der Wind pfiff kräftig. Die Blätter raschelten in den Bäumen. Lisa spürte den kalten Wind in ihrem Gesicht, aber ihre Hände waren warm, weil sie so fest die Drachenschnur hielt.
5. Achte auf den Aufbau: Eine gute Geschichte hat einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende. Im Anfang wird die Situation vorgestellt. Im Mittelteil kommt es zu einem Problem oder Konflikt. Im Ende wird das Problem gelöst.
Beispiel:
- Anfang: Lisa freut sich darauf, ihren neuen Drachen steigen zu lassen.
- Mittelteil: Der Wind reißt die Schnur und der Drachen landet im Baum. Lisa ist traurig.
- Ende: Lisa klettert auf den Baum und befreit ihren Drachen. Sie ist stolz auf sich. (Oder: Lisa kann den Drachen nicht erreichen und geht traurig nach Hause. Sie beschließt, einen neuen Drachen zu bauen.)
Tipps und Tricks
- Sei kreativ! Es gibt nicht die eine richtige Geschichte zu den Bildern.
- Lies deine Geschichte laut vor. Klingt sie gut? Ist sie verständlich?
- Lass andere deine Geschichte lesen und gib dir Feedback.
- Übung macht den Meister! Je mehr du schreibst, desto besser wirst du.
Das Schreiben einer Bildergeschichte ist eine tolle Möglichkeit, deine Kreativität und deine sprachlichen Fähigkeiten zu trainieren. Viel Spaß dabei!
