Zu Viel Fruchtwasser Wann Geburt
Zu viel Fruchtwasser, auch Polyhydramnion genannt, bedeutet, dass sich mehr Fruchtwasser in der Gebärmutter befindet als normal.
Was ist Fruchtwasser?
Fruchtwasser ist die Flüssigkeit, die das Baby während der Schwangerschaft umgibt. Es schützt das Baby vor Stößen und hilft bei der Entwicklung der Lunge, des Verdauungssystems und der Muskeln.
Wieviel Fruchtwasser ist normal?
Die Menge an Fruchtwasser ändert sich während der Schwangerschaft. Sie erreicht ihren Höhepunkt um die 34. bis 36. Schwangerschaftswoche. Gemessen wird die Fruchtwassermenge oft mit dem AFI (Amniotic Fluid Index). Ein normaler AFI-Wert liegt zwischen 5 und 25 cm. Polyhydramnion wird diagnostiziert, wenn der AFI über 25 cm liegt oder die maximale Fruchtwassertasche (DVP) über 8 cm misst.
Ursachen für zu viel Fruchtwasser
Es gibt viele mögliche Ursachen für Polyhydramnion. Manchmal ist die Ursache unbekannt. Häufige Ursachen sind:
- Mütterlicher Diabetes: Wenn die Mutter Diabetes hat, produziert das Baby mehr Urin, was zu mehr Fruchtwasser führt.
- Fehlbildungen beim Baby: Einige Fehlbildungen, insbesondere im Verdauungstrakt des Babys, können dazu führen, dass das Baby weniger Fruchtwasser schluckt. Dadurch sammelt sich mehr Flüssigkeit an.
- Mehrlingsschwangerschaften: Schwangerschaften mit Zwillingen oder Mehrlingen haben ein höheres Risiko für Polyhydramnion.
- Infektionen: Bestimmte Infektionen bei der Mutter können ebenfalls zu einem erhöhten Fruchtwasservolumen führen.
- Blutgruppenunverträglichkeit: In seltenen Fällen kann eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind zu Polyhydramnion führen.
Symptome von zu viel Fruchtwasser
Nicht alle Frauen mit Polyhydramnion haben Symptome. Einige Frauen bemerken jedoch:
- Schnelle Zunahme der Bauchgröße: Der Bauch wächst schneller als erwartet.
- Atemnot: Die große Gebärmutter drückt auf die Lunge.
- Schmerzen im Bauchraum: Der Bauch kann sich unangenehm oder schmerzhaft anfühlen.
- Ödeme: Schwellungen in den Beinen, Knöcheln und Füßen.
- Vorzeitige Wehen: Die Gebärmutter kann durch das erhöhte Fruchtwasservolumen gereizt werden.
Diagnose von zu viel Fruchtwasser
Die Diagnose von Polyhydramnion erfolgt in der Regel durch eine Ultraschalluntersuchung. Bei der Ultraschalluntersuchung wird die Menge an Fruchtwasser gemessen. Wenn zu viel Fruchtwasser festgestellt wird, werden möglicherweise weitere Untersuchungen durchgeführt, um die Ursache zu finden. Dazu gehören:
- Bluttests der Mutter: Um Diabetes oder Infektionen auszuschließen.
- Ultraschalluntersuchung des Babys: Um nach Fehlbildungen zu suchen.
- Amniozentese: In seltenen Fällen kann eine Amniozentese durchgeführt werden, um das Fruchtwasser zu untersuchen.
Zu viel Fruchtwasser und die Geburt
Polyhydramnion kann verschiedene Auswirkungen auf die Geburt haben. Ein erhöhtes Risiko besteht für:
- Vorzeitige Wehen und Frühgeburt: Das erhöhte Fruchtwasservolumen kann die Gebärmutter vorzeitig stimulieren.
- Fehllagen des Babys: Das Baby hat mehr Platz, sich zu bewegen, was zu einer Steißlage oder Querlage führen kann.
- Vorzeitiger Blasensprung: Der Druck durch das viele Fruchtwasser kann zu einem vorzeitigen Blasensprung führen.
- Nabelschnurvorfall: Nach dem Blasensprung kann die Nabelschnur vor dem Baby in den Geburtskanal rutschen.
- Plazentalösung: In seltenen Fällen kann sich die Plazenta vorzeitig von der Gebärmutterwand lösen.
- Geburtskomplikationen: Erhöhtes Risiko für Kaiserschnitt aufgrund von Fehllagen oder anderen Komplikationen.
- Stärkere Blutungen nach der Geburt: Die Gebärmutter kann nach der Geburt schwerer zusammenziehen.
Behandlung von zu viel Fruchtwasser
Die Behandlung von Polyhydramnion hängt von der Ursache und dem Schweregrad ab. Bei leichtem Polyhydramnion ist oft keine Behandlung erforderlich. In schwereren Fällen können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Amniozentese zur Reduktion des Fruchtwassers: Fruchtwasser wird durch eine Nadel abgeleitet, um den Druck zu verringern. Dies ist eine temporäre Lösung.
- Medikamente: In einigen Fällen können Medikamente gegeben werden, um die Urinproduktion des Babys zu reduzieren.
- Engmaschige Überwachung: Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen und CTG-Kontrollen sind wichtig, um das Baby und die Mutter zu überwachen.
Wann sollte die Geburt eingeleitet werden?
Die Entscheidung, wann die Geburt eingeleitet werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Schweregrad des Polyhydramnions, dem Zustand des Babys und der Mutter und der Schwangerschaftswoche. Bei schwerem Polyhydramnion wird die Geburt oft früher eingeleitet, um Komplikationen zu vermeiden. Die genaue Vorgehensweise wird individuell mit dem behandelnden Arzt oder der Hebamme besprochen.
