Zu Viele Rote Blutkörperchen Im Urin
Zu viele rote Blutkörperchen im Urin, auch bekannt als Hämaturie, bedeutet, dass sich mehr rote Blutkörperchen (Erythrozyten) im Urin befinden als normal. Das kann harmlos sein, aber es kann auch ein Zeichen für ein Problem in den Nieren oder in den Harnwegen sein.
Wie kommen rote Blutkörperchen in den Urin?
Normalerweise filtern die Nieren das Blut und halten die roten Blutkörperchen zurück. Die gefilterte Flüssigkeit wird dann zu Urin. Wenn die Nieren oder die Harnwege (Harnleiter, Blase, Harnröhre) beschädigt oder entzündet sind, können rote Blutkörperchen in den Urin gelangen. Stell dir vor, die Nieren sind wie ein Sieb. Wenn das Sieb ein Loch hat (Beschädigung), können Blutkörperchen durchsickern.
Ursachen für Hämaturie
Es gibt viele mögliche Ursachen. Einige sind harmlos, andere erfordern eine Behandlung:
- Harnwegsinfektionen (HWI): Bakterien können die Harnwege infizieren und Entzündungen verursachen. Denk an eine kleine Entzündung in deiner Blase – diese kann Blut freisetzen.
- Nierensteine: Kleine, harte Ablagerungen in den Nieren können die Harnwege reizen und verletzen. Sie kratzen sozusagen beim Passieren.
- Nierenerkrankungen: Verschiedene Erkrankungen der Nieren (z.B. Glomerulonephritis) können die Filterfunktion der Nieren beeinträchtigen.
- Blasenentzündung: Eine Entzündung der Blase, oft durch Bakterien verursacht, kann ebenfalls zu Blut im Urin führen.
- Verletzungen: Eine Verletzung der Nieren, Harnleiter oder Blase (z.B. durch einen Unfall) kann Blutungen verursachen.
- Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente, wie z.B. Blutverdünner, können das Risiko für Blut im Urin erhöhen.
- Starke körperliche Anstrengung: In seltenen Fällen kann intensive körperliche Aktivität (z.B. Marathonlaufen) zu Hämaturie führen.
- Tumoren: In seltenen Fällen können Tumore in den Nieren, der Blase oder den Harnleitern Blutungen verursachen.
Symptome
Das auffälligste Symptom ist natürlich Blut im Urin. Dies kann von leicht rosa bis rotbraun aussehen. Manchmal ist das Blut aber auch nur mikroskopisch nachweisbar, also nicht mit bloßem Auge sichtbar. Weitere mögliche Symptome hängen von der zugrunde liegenden Ursache ab:
- Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie) – häufig bei Harnwegsinfektionen.
- Häufiges Wasserlassen.
- Harndrang (das Gefühl, dringend auf Toilette zu müssen).
- Schmerzen im Unterbauch oder im Rücken.
- Fieber oder Schüttelfrost (insbesondere bei Harnwegsinfektionen).
Wie wird Hämaturie festgestellt?
Der Arzt wird eine Urinuntersuchung durchführen. Dabei wird eine Urinprobe im Labor untersucht, um das Vorhandensein von roten Blutkörperchen, weißen Blutkörperchen und anderen Substanzen zu bestimmen. Ein einfacher Teststreifen kann bereits Hinweise liefern. Wird Blut gefunden, sind weitere Untersuchungen nötig.
Zusätzliche Untersuchungen können sein:
- Blutuntersuchungen: Um die Nierenfunktion und andere mögliche Ursachen zu beurteilen.
- Zystoskopie: Dabei wird ein dünner Schlauch mit einer Kamera in die Blase eingeführt, um das Innere der Blase zu betrachten.
- Bildgebende Verfahren: Ultraschall, CT-Scan oder MRT können helfen, Nierensteine, Tumore oder andere Anomalien zu erkennen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache der Hämaturie ab. Bei einer Harnwegsinfektion werden zum Beispiel Antibiotika verschrieben. Bei Nierensteinen kann man versuchen, sie durch viel Trinken auszuspülen, oder sie müssen operativ entfernt werden. Tumore erfordern möglicherweise eine Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie.
In manchen Fällen, besonders wenn die Ursache harmlos ist (z.B. nach starker körperlicher Anstrengung), ist keine Behandlung erforderlich. Es ist aber wichtig, die Ursache abzuklären, um ernste Erkrankungen auszuschließen.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie Blut im Urin feststellen, insbesondere wenn es schmerzhaft ist oder mit anderen Symptomen wie Fieber, Schmerzen im Unterbauch oder häufigem Wasserlassen einhergeht. Auch wenn das Blut nur einmalig auftritt, sollte es abgeklärt werden, um sicherzugehen, dass keine ernste Ursache dahinter steckt.
Denke daran: Früherkennung ist wichtig! Auch wenn die Ursache harmlos ist, ist es beruhigend, es zu wissen.
