Zyste Am Eierstock Ab Welcher Größe Operieren
Ein Zyste am Eierstock ist ein flüssigkeitsgefüllter Sack, der sich auf oder in einem Eierstock bildet. Sie sind sehr häufig und viele Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine oder mehrere Zysten. Die meisten Zysten sind harmlos und verschwinden von selbst, ohne dass eine Behandlung erforderlich ist.
Aber ab welcher Größe muss man eine Zyste am Eierstock operieren? Das ist keine einfache Frage und die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es gibt keine allgemeingültige Größengrenze, ab der operiert wird. Stattdessen wird die Entscheidung individuell getroffen, basierend auf der Größe der Zyste, dem Auftreten von Symptomen, dem Erscheinungsbild der Zyste im Ultraschall und dem Alter der Patientin.
Hier sind die wichtigsten Aspekte, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden:
- Größe der Zyste: Zysten, die größer als 5-7 cm sind, werden in der Regel genauer beobachtet, da sie ein höheres Risiko für Komplikationen wie eine Verdrehung des Eierstocks (Ovarialtorsion) oder ein Platzen der Zyste (Zystenruptur) haben. Größere Zysten erhöhen auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf andere Organe drücken und Beschwerden verursachen.
- Symptome: Auch kleinere Zysten können operiert werden, wenn sie starke Schmerzen, Blutungen oder andere belastende Symptome verursachen, die nicht mit Schmerzmitteln oder hormonellen Therapien gelindert werden können. Ein Beispiel hierfür wäre eine funktionelle Zyste, die zwar klein ist, aber wiederholt platzt und dadurch starke Schmerzen verursacht.
- Erscheinungsbild im Ultraschall: Der Ultraschall gibt Aufschluss darüber, ob die Zyste einfach (flüssigkeitsgefüllt) oder komplex (mit festen Anteilen) ist. Komplexe Zysten können ein höheres Risiko für Krebs bergen, insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren, und werden daher oft genauer untersucht und gegebenenfalls operativ entfernt.
- Alter der Patientin: Bei Frauen nach den Wechseljahren ist das Risiko für Eierstockkrebs höher. Daher werden Zysten in dieser Altersgruppe oft großzügiger operiert, um ein bösartiges Geschehen auszuschließen. Bei jüngeren Frauen wird man eher versuchen, die Zyste konservativ zu behandeln, solange keine Anzeichen für Bösartigkeit vorliegen.
Die meisten Zysten sind funktionelle Zysten, die im Rahmen des normalen Menstruationszyklus entstehen und von selbst wieder verschwinden. Diese Zysten werden oft erst einmal beobachtet (Watchful Waiting) und mit Ultraschall kontrolliert, um zu sehen, ob sie sich zurückbilden. Hormonelle Verhütungsmittel können ebenfalls eingesetzt werden, um die Bildung neuer Zysten zu verhindern.
Ein Beispiel: Eine 25-jährige Frau hat eine 6 cm große, einfache Zyste, die keine Beschwerden verursacht. In diesem Fall würde der Arzt wahrscheinlich empfehlen, die Zyste in 3-6 Monaten erneut per Ultraschall zu kontrollieren. Verschwindet die Zyste nicht oder wächst sie weiter, könnte eine Operation in Betracht gezogen werden.
Ein anderes Beispiel: Eine 55-jährige Frau nach den Wechseljahren hat eine 3 cm große, komplexe Zyste. Aufgrund des Alters und des komplexen Erscheinungsbildes wird der Arzt wahrscheinlich eine Operation empfehlen, um Krebs auszuschließen.
Praktische Anwendung: Wenn Sie eine Zyste am Eierstock haben, ist es wichtig, dass Sie sich von Ihrem Arzt umfassend beraten lassen. Fragen Sie nach den Gründen für die empfohlene Behandlung und besprechen Sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen. Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Symptome, um Ihrem Arzt bei der Diagnose und Behandlungsplanung zu helfen. Informieren Sie sich über die verschiedenen Operationsmethoden (z.B. Bauchspiegelung vs. Bauchschnitt) und deren Risiken und Vorteile.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entscheidung, eine Zyste am Eierstock zu operieren, eine individuelle Entscheidung ist, die in Absprache mit Ihrem Arzt getroffen werden sollte. Die Größe der Zyste ist nur einer von vielen Faktoren, die berücksichtigt werden müssen. Hören Sie auf Ihren Körper und vertrauen Sie auf das Urteil Ihres Arztes.
